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Michaela Dreier hat nun das Sagen

Der Verein Selbsthilfegruppe Brustkrebs Chiemgau hat eine neue Vorsitzende: Sabine Schulz-Sembten gab ihr Amt ab, bei der Hauptversammlung wurde Michaela Dreier zu ihrer Nachfolgerin bestimmt.

Sabine Schulz-Sembten (links) gab den Vorsitz an Michaela Dreier ab.

Verein ist seit 2007 Anlaufstelle für Betroffene

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Als Gründerin hat Schulz-Sembten maßgeblich dazu beigetragen, zunächst die Gruppe und dann den Verein zu etablieren und auf einen guten sowie effizienten Kurs zu bringen. Aus beruflichen Gründen tritt sie nun in die zweite Reihe, bleibt der Gruppe aber als aktives Mitglied treu. Als Zweite Vorsitzende wurde Maria Klauser bestätigt. Sie hat vor Jahren die Herz-Kissen-Aktion ins Leben gerufen und ist ebenfalls eine Macherin der ersten Stunde. Auch die dritte im Bunde der Gründerinnen, Anja Schulte, bleibt als Kassier dem Verein weiter erhalten.

Die Diagnose Brustkrebs wirft viele Frauen aus der Bahn. Eine Anlaufstelle für sie ist seit 2007 die Selbsthilfegruppe Brustkrebs Chiemgau. »Wir hören uns gegenseitig zu und versuchen Antworten auf offengebliebene Fragen zum Beispiel hinsichtlich der Nebenwirkungen der Chemotherapie, der Bestrahlungstherapie und der Anti-Hormon-Therapie zu finden. Die Bewältigung der Erkrankung sowie das Leben mit und nach Krebs bedeutet eine Herausforderung, bei der wir uns gegenseitig unterstützen«, sagt Sabine Schulz-Sembten.

Die Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum am Klinikum Traunstein, mit den Ärzten, Heilpraktikern und Therapeuten war von Anfang an sehr eng. Denn Ziel der Gruppe ist es auch, den Frauen Mut zu machen das offene Gespräch mit ihren Ärzten und Therapeuten zu suchen.

Da viele Frauen seit Bestehen der Gruppe dieses Angebot in Anspruch nehmen, kam es 2010 zur Vereinsgründung mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit. In dieser Zeit wurde auch das »AGATHA-Begleitprogramm-Brustkrebs« entwickelt und zweimal jährlich angeboten. Kompetente Referenten aus verschiedenen medizinischen und therapeutischen Sparten waren vor Ort. »Dies soll auch so bleiben – allerdings weniger im Rahmen einer sehr aufwändig zu organisierenden Blockveranstaltung, sondern nun wieder über das Jahr verteilt«, so die neu gewählte Vorsitzende Michaela Dreier.

Ursprünglich aus Burghausen stammend, kam sie 2005 selbst nach Traunstein zur Bestrahlungstherapie und ist gleich hier im Chiemgau geblieben. »Eine lebensbedrohliche Erkrankung birgt immer auch die Chance einer Umorientierung und eines neuen Lebensentwurfes – das ist mir hier gelungen.» Anfang 2008 kam sie zur Gruppe dazu und zeichnet sich verantwortlich für den Internetauftritt und Teile des Veranstaltungsprogramms.

»Es gibt keinen Grund etwas zu verschweigen«

»Als Künstlerin und Kunsttherapeutin habe ich meinen eigenen Weg der Verarbeitung und des Ausdrucks gefunden. Es entstanden Bilder und Arbeiten zum Thema, die öffentlich in Ausstellungen gezeigt werden«, sagte sie. Dreier schreibt auch im Internet über ihre Erfahrungen zum Thema Brustkrebs, »weil es keinen Grund gibt, etwas zu verschweigen, keinen Grund für Scham oder Geheimhaltung. Nur wenn wir darüber sprechen, kann den Frauen die Angst genommen werden, zum einen um die Chance der Früherkennung zu nutzen und zum anderen den Weg der Heilung selbst mitzugestalten.«