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Mehr Verständnis von Seiten der Stadt gewünscht

Traunreut. Der Burschenverein Hörpolding würde sich eine Sperrzeitverkürzung für sein jährliches »Goaßn- und Laterndlfest« wünschen und kann nicht nachvollziehen, warum bei anderen Festen im Stadtbereich offenbar andere Regeln gelten. Vorsitzender Max Daxenberger brachte dieses Anliegen in der Jahreshauptversammlung zur Sprache. Der Verein erfreut sich stetiger Beliebtheit und verzeichnete 18 Neuzugänge im letzten Jahr. Im Rahmen der Versammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Am längsten ist Oswald Mirbeth dabei, nämlich stolze 70 Jahre.

Beim Burschenverein Hörpolding wurden langjährige Mitglieder geehrt. Unser Bild zeigt sitzend von links: Karl Wolfertstetter, Oswald Mirbeth, Raimund Achner, Sebastian Lukas und Peter Holzner; stehend von links: Vorstand Stefan Fackler, Adolf Fackler, Josef Dieplinger, Georg Winkler, Konrad Fuchs und Vorsitzenden Max Daxenberger. (Foto: Mix)

Max Daxenberger ging in seinem Bericht für 2012 auf die kleine Festwoche im Oktober ein, die »super« gelaufen sei. Es gab allerdings einen Zwischenfall, allerdings nach dem Goaßnfest außerhalb des Festgeländes. Von Nichtbeachtung der Sperrzeit und einer möglichen Anzeige gegen den Vorstand war daraufhin die Rede. Der Vorsitzende wehrte sich gegen den entstandenen Eindruck, das Fest sei außer Kontrolle geraten, und meinte an Bürgermeister Franz Parzinger gerichtet: »Unser Verein würde sich mehr Unterstützung und Verständnis von Seiten der Stadt wünschen.« Bei anderen Festen wie etwa den Felsenkellerpartys dürfe bis fünf Uhr früh gefeiert werden und über immer wieder mal vorkommende Schlägereien im Umfeld einer Traunreuter Diskothek würde schon lange kein großes Aufheben mehr gemacht. Beim Goaßn- und Laterndlfest aber, das im Gewerbegebiet weit außerhalb der Stadt stattfindet und in das die Burschen jedes Jahr viel Arbeit und Zeit investieren, werde ein Zwischenfall gleich so aufgebauscht, dass das ganze Fest in einem schlechten Licht dastehe.

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Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass es immer wieder auch in der weiteren Umgebung zu unangenehmen Vorfällen gekommen sei, wenn Feste zu lange dauerten. Er finde die jetzige Regelung durchaus ausreichend. »Ich bin grundsätzlich immer für die Vereine da und unterstütze sie, wo es geht«, erklärte das Stadtoberhaupt, »aber es gibt Situationen, in denen Regelungen nötig sind.« Er gab noch zu bedenken, dass der Schall von Hörpolding bis zum Traunsteiner Wald reiche und die Bürger schließlich auch ein Recht auf ihre Nachtruhe hätten. Dennoch signalisierte er auch Gesprächsbereitschaft in diesem Punkt.

Schriftführer Martin Reif zählte in seinem Jahresbericht eine ganze Reihe an Veranstaltungen auf, die der Verein 2012 durchgeführt hat. Der Burschenverein Hörpolding sorgt einerseits für Geselligkeit und Unterhaltung in der Gemeinde, wird aber auch seinem sozialen Charakter gerecht, indem er sich an den kirchlichen Festen beteiligt und aus dem Erlös seiner Veranstaltungen regelmäßig für soziale Zwecke spendet. Die Kasse des Vereins wies im letzten Jahr laut Kassier Thomas Winkler ein Minus von 4282 Euro auf. Dies resultierte aus einer Nachzahlung in Höhe von rund 6000 Euro für Gewerbe- und Körperschaftssteuer, die noch zum Burschenfest im Jahr 2011 fällig wurde. Aktuell verzeichnet der Verein 423 Mitglieder.

Im Namen der Schlossbrauerei Stein dankte Braumeister Markus Milkreiter dem Burschenverein für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass die Burschen auch jederzeit, wenn Not am Mann ist, bei Veranstaltungen oder in der Brauerei helfend einspringen.

Für das neue Jahr gab der Vorsitzende einige Termine bekannt. Das Eisstockturnier der Burschenvereine soll durchgeführt werden, sobald es die Witterung erlaubt. Am historischen Faschingszug und am Festabend des Schwarzfischervereins beteiligen sich die Burschen am 12. Januar. Einen zweiten Faschingswagen mit dem Motto »Lucky Luke« gestalten sie für die Faschingszüge in Trostberg, Traunstein, Traunreut und Altenmarkt. Bei diversen Gründungsfesten von Burschenvereinen und Dirndlschaften sind die Hörpoldinger Burschen dabei und vom 10. bis 12. Oktober findet die kleine Festwoche mit Schafkopfrennen, Weinfest und Goaßnfest statt. Das Ostertheater wird im März an sechs Terminen gespielt. Die Theatergruppe studiert bis dahin das Stück »Die Bierkur« ein, Regisseur ist Markus Gruber. Das Weihnachtstheater mit Christbaumversteigerung ist für 14. und 15. Dezember geplant.

Zahlreiche Ehrungen

Im Rahmen der Versammlung wurden langjährige, treue Mitglieder des Burschenvereins geehrt. 40 Jahre Mitglied sind Franz-Josef Aufschläger, Josef Mayer, Gerhard Neuhauser, Paul Obermeier, Engelbert Wimmer jun. 45 Jahre dabei sind Alois Hundseder, Johann Irlacher, Matthäus Leitner, Georg Pölzl, Lorenz Brandl, Josef Schuhbeck, Sebastian Siglreithmayer, Josef Siglreithmayr, Alois Brunner, Johann Utzmeier, Sebastian Weber, Albert Winkler, Bernhard Winkler, Martin Wolferstetter und Stefan Flieher. Für 50 Jahre geehrt wurden: Franz Eichinger, Adolf Fackler, Karl Wolfertstetter, Johann Fuchs, Konrad Fuchs, Georg Winkler und Johann Reithmaier. Auf 55 Jahre bringen es Konrad Schroll, Raimund Achner und Josef Dieplinger. 65 Jahre dabei sind Peter Georg, Sebastian Lukas und Peter Holzner. Schon 70 Jahre beim Burschenverein ist Oswald Mirbeth. mix