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Macher, Ideengeber und beispielhafter Anwalt Behinderter

Traunstein. Kaum enden wollte die Liste der Förderer und Gönner der Lebenshilfe Kreisvereinigung Traunstein, die der langjährige Vorsitzende Peter Bantlin bei seiner Verabschiedung aufzählte. Ohne diese Hilfen im Hintergrund stünde die Lebenshilfe heute nicht so da. Verbunden mit der Hoffnung auf eine weitere gute Zusammenarbeit gab er der »Lebenshilfe-Familie« mit auf den Weg: »Nehmen Sie die Zukunft als Geschenk. Sie ist nur sinnvoll zu gestalten.«

35 Jahre lang war Peter Bantlin Vorsitzender der Lebenshilfe Kreisvereinigung Traunstein. Im Beisein vieler Gäste wurde er bei einer Feier in der Aula der Berufsschule Traunstein gebührend verabschiedet. Mit stehendem Applaus bedankten sich die Gäste bei Bantlin, der maßgebend zur Entwicklung der Lebenshilfe mit beigetragen hat. (Foto: Rasch)

Damit machte er deutlich, wie wichtig ihm der Erhalt der 1969 gegründeten Elternvereinigung ist und dass es sich lohnt, am Erreichten anzuknüpfen, für die Würde und das Recht von Menschen mit geistiger Behinderung weiter zu kämpfen. Bantlin war 35 Jahre lang Vorsitzender der Kreisvereinigung und blickte auf sein großartiges »Lebenswerk Lebenshilfe« zurück.

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Bantlin, der den Vorsitz an Wolfgang Maier abgegeben hat, habe die Lebenshilfe ganz wesentlich geprägt, sagte sein langjähriger Weggefährte Alois Glück. Als leidenschaftlicher Anwalt habe er vielen Menschen den Blick für die Schwächeren der Gesellschaft sensibler gemacht und mit Weitsicht die Weichen für die Zukunft gestellt. »Die Lebenshilfe ist heute eine dynamische und in sich gefestigte Organisation«, so Glück. Als ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten GmbH (CLW) erinnerte sich Altlandrat Jakob Strobl in der Gesprächsrunde mit Moderator Michael Sandorov an seine ersten Kontakte mit Bantlin in den 70er Jahren. Die Ideen seien ihm nie ausgegangen und er habe immer gewusst, wo er Geld für die Finanzierung seiner Ideen bekomme.

Auch der Ehrenvorsitzende der Lebenshilfe-Bundesvereinigung, Robert Antretter, und der Stellvertretende Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern, Klaus Meyer, würdigten die Verdienste Bantlins. Ein »geht nicht« habe es bei ihm nie gegeben, sagte Meyer. Bantlin habe stets alle Hebel in Bewegung gesetzt und die Menschen zum Mithelfen gebracht. Er schätze Bantlin als aufrechten Verfechter des Elternverbandes, denn die Stimme der Eltern und Angehörigen habe großes Gewicht, wenn es darum gehe, die Anliegen der Menschen mit Behinderung öffentlich zu vertreten und passgenaue Hilfen durchzusetzen.

Für den Landesverband sei das Eltern-Engagement gerade auch im Hinblick auf das Thema »Inklusion« weiter entscheidend. »Wir wollen weiter gemeinsam achtgeben, dass in dieser Aufbruch-Stimmung um die Inklusion kein einziger Mensch mit Behinderung zurückgelassen wird«, so Meyer. Dass Bantlin angekündigt habe, der Lebenshilfe gerne auch weiter aktiv und beratend zur Seite zu stehen, freute auch ihn. Soweit es ihm möglich sei, werde er sein Versprechen einlösen, sagte Bantlin, der unter stehendem Applaus sichtlich bewegt die Glückwünsche für die Zukunft entgegennahm.

Alles was Rang und Namen hatte und sich mit der Lebenshilfe verbunden fühlt, war da: Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft, Kirche und Kommunen, Mitglieder, Mitarbeiter, Gönner, Förderer und viele Bewohner. Für die musikalische Gestaltung sorgten zwei Musikschülerinnen aus Traunstein am Klavier und auf der Klarinette, sowie die »Crazy Boys«, eine Band aus dem Wohnheim in Traunstein. Sehr originell war auch der Sketch »Wias Weda wead« von Mitarbeiterinnen der offenen Behindertenarbeit, unterstützt von einem Chor und Silvana Scharrer auf der Veeh Harfe. Einen netten Abschiedsgruß hatte auch der CLW-Werkstattratsvorsitzende Michael Zillner mitgebracht. ga