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Klosterkirche: Stadtrat entscheidet wohl im Februar

Traunstein. Voraussichtlich am 28. Februar wird der Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung darüber entscheiden, wie es mit dem geplanten Umbau der Klosterkirche zu einem Kultur- und Kongresszentrum weitergehen wird. Dies gab Oberbürgermeister Manfred Kösterke in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt bekannt. Zudem wird die Verwaltung dem Stadtrat empfehlen, dem Gewinner des europaweiten Architektenwettbewerbs – dies waren die Architekten Färbinger Rossmy aus München – den Zuschlag zu erteilen.

Foto: Brenninger

Gewinner des Wettbewerbs hat beste Chancen

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»Sie haben die Höchstpunktzahl in den Preisträgergesprächen erreicht«, sagte Kösterke. Auch ihn persönlich habe der Entwurf, was das Gebäude angehe, überzeugt. »Alles andere ist ja noch im Fluss«, betonte er. Er spielte damit auf die teilweise heftige Kritik in den vergangenen Wochen an: Zunächst lehnte die CSU-Stadtratsfraktion den Haushalt 2013 wegen der Klosterkirche geschlossen ab, dann startete der Elternbeirat der Ludwig-Thoma-Schule eine Unterschriftenaktion gegen das Projekt.

Im Wesentlichen kritisiert der Elternbeirat, dass durch den geplanten Um- und Neubau der Pausenhof und damit der Raum für die Kinder massiv eingeschränkt werde. Zudem beurteilt der Elternbeirat die Parkplatzsituation als nicht ausreichend und die Schulsicherheit ist seiner Meinung nach ebenfalls nicht mehr gegeben. Kösterke kann die Aufregung nicht nachvollziehen. »Emotionen sind verständlich«, betonte er, »aber wir haben bei unseren Planungen auch immer die Eltern und die Kinder im Blick.«

Seitens der Stadt wurden nun – wie in der Dezember-Sitzung des Stadtrats angekündigt – Informationen zum Projekt auf die eigene Homepage gestellt. In den nächsten Tagen sollen nun Aushänge in den Kindergärten und der Schule folgen sowie Elternbriefe verteilt werden. Darin möchte die Stadt das Thema noch einmal sachlich darstellen »und die Leute umfassend informieren«. Schließlich, so der Oberbürgermeister weiter, seien »viele Halbinformationen« im Umlauf.

Vor allem der Pausenhof sei bei allen Preisträgern in den Entwürfen bereits berücksichtigt worden, betonte Kösterke. »Und dabei handelt es sich ja noch um das Vorentwurfsstadium«, sagte er. Momentan habe der Pausenhof eine Gesamtfläche von rund 1732 Quadratmetern, informierte Kösterke. Der befestigte Teil, auf dem später eventuell der neue Saalbau für die Kleinkunst entstehen soll, umfasst rund 990 Quadratmeter, der Grünbereich, der nur bei schönem und trockenem Wetter genutzt wird, rund 742 Quadratmeter. Im Anschluss an die Grünfläche befindet sich noch eine schräge Fläche, die momentan nicht genutzt wird.

Beim Gewinner des Architektenwettbewerbs würde sich der Pausenhof zwar verkleinern – allerdings nur unwesentlich auf 1716 Quadratmeter. Zudem würde die befestigte Fläche größer ausfallen und zwar würde diese rund 1283 Quadratmeter umfassen, dazu kommen noch 433 Quadratmeter unbefestigte Fläche.

Konkrete Gedanken über den Pausenhof gemacht

Auch beim 3. Preisträger – der Zweitplatzierte schied freiwillig aus dem Wettbewerb aus – kommt der Pausenhof auf 1714 Quadratmeter, davon sind 722 Quadratmeter befestigte Fläche. Beim 4. Preisträger wäre der Pausenhof sogar mit 1910 Quadratmeter (1385 Quadratmeter befestigter Bereich) größer als bisher, da dieser auch den schrägen Bereich durch eine Tiefhofgestaltung nutzbar macht. »Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die Eltern befürchten, dass wir die Interessen der Schule nicht berücksichtigen, aber die Flächen sprechen für sich«, sagte Kösterke. »Die Preisträger haben sich bereits konkret Gedanken über den Pausenhof gemacht«, lobte er.

Auch die Schulsicherheit sieht der Oberbürgermeister durch den möglichen Neu- und Umbau nicht gefährdet. »Die Problematik haben wir jetzt ja theoretisch auch.« Zudem sieht er auch die Parkplatzsituation als unproblematisch an. Die Klosterkirche, die momentan rund 320 bis 350 Personen bei Veranstaltungen Platz bietet, werde heuer bereits 20 Jahre als Kunstraum genutzt, die Galerie besteht sogar noch länger, »und zu keinem Zeitpunkt hat es Probleme mit den Parkplätzen gegeben«.

Zum Elternbeirat hatte Kösterke übrigens schon länger keinen Kontakt mehr. »Wir werden versuchen, dem gesamten Elternbeirat noch einmal die Planung zu erörtern«, kündigte er an. »Wir sehen das Projekt als Chance, das Umfeld der Schule und der Klosterkirche attraktiver zu gestalten.« Deshalb hofft Manfred Kösterke, dass der Stadtrat dem wohl rund fünf Millionen Euro teuren Projekt zustimmen wird. »An dieser Stelle herrscht sowieso Sanierungsbedarf«, machte er deutlich. Schnellschüsse wird es jedoch keine geben: »Wir werden uns ausreichend Zeit lassen, um alle Anregungen vernünftig einbauen zu können«, betonte er. Doch jetzt hat erst einmal der Stadtrat das Wort. SB