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Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Parteien wurden deutlich – Sehr große Besucherresonanz in Traunstein

Klimaschutz bewegte bei Podiumsdiskussion

Traunstein – Groß war die Besucherresonanz bei einer Diskussionsveranstaltung mit den Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Gasthaus Sailer-Keller in Traunstein. Dabei ging es um den Klimaschutz, die Landwirtschaft und die Freihandelsabkommen. Veranstalter war das Agrarbündnis BGL/TS zusammen mit dem Bund Naturschutz Traunstein und dem Forum Ökologie Traunstein.

Diskutierten über Klima- und Umweltschutz (von links): Professor Dr. Georg Auernheimer, Konrad Baueregger, Dr. Bärbel Kofler, Agnes Thanbichler, Tobias Zech und Andreas Herden. Mit im Bild ist Moderator Axel Effner (Dritter von rechts). Die Zuschauer beteiligten sich rege an der Diskussion, wie beispielsweise Franz Aschauer aus Teisendorf (rechts).

Der Bundestagswahlkampf tritt in die entscheidende Phase. Fast täglich sind die Kandidaten der diversen Parteien unterwegs und werben um die Gunst der Wähler. Am Donnerstag stellten sich nun sechs Kandidaten – beziehungsweise ihre Vertreter – den Fragen interessierter Bürger: Die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler (SPD), Andreas Herden (Bündnis 90/Die Grünen), Professor Dr. Georg Auernheimer (Die Linke), Agnes Thanbichler (ÖDP) und Konrad Baueregger (Bayernpartei). Für Dr. Peter Ramsauer war der Altöttinger Bundestagsabgeordnete Tobias Zech (CSU) gekommen. Dabei war wohl die Bürgerresonanz etwas unterschätzt worden, war der Saal doch zum Bersten gefüllt. Entsprechend spät begann die Podiumsdiskussion, an der sich viele der Anwesenden beteiligten (siehe Kasten).

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Moderator Axel Effner gab einen kurzen Einblick in die Vita der jeweiligen Podiumsteilnehmer und in die politische Agenda der jeweiligen Parteien. »Welche Partei steht mir am nähesten und dem Kandidaten auf den Zahn fühlen« – das seien Gründe, weshalb die vielen Zuhörer gekommen seien, so Effner, der deutlich machte, dass die Themen Klima- und Umweltschutz aktueller denn je seien, wie er mit Blick auf die diversen Naturkatastrophen in Zeiten von Wirbelsturm Irma betonte.

Zu drei Themenblöcken hatten die Podiumsteilnehmer die Möglichkeit, ihre Positionen darzulegen: Vom Klimaschutz ging es zur Landwirtschaft über den Natur- und Umweltschutz. Die Sympathien zu Programm und Personen wurden sehr schnell deutlich und äußerten sich in zustimmenden Beifall oder missfallenden Zwischenrufen. So hatte der sich wacker behauptende CSU-MdB Tobias Zech keinen leichten Stand. Und auch die Positionen von Bayernpartei-Vertreter Konrad Baueregger wurden kritisch kommentiert. Sagte er doch gleich zu Beginn: »Wir reden vom Klimaschutz, aber wir machen keinen ehrlichen Klimaschutz. Ich frage mich, ob man nicht die Natur vor den Naturschützern schützen muss«, was ihm das Missfallen der vielen Organisationsvertreter einbrachte.

Mehr Zustimmung fand SPD-Abgeordnete Dr. Bärbel Kofler, die den Blick auf die Dritte Welt lenkte: »Wir müssen mehr tun.« Professor Dr. Georg Auernheimer (Linke) machte in seinem Eingangsstatement deutlich, dass die Linke klar für eine Marktregulierung und gegen Liberalisierung stehe. Agnes Thanbichler (ÖDP) missfiel, dass der Klimaschutz und politische Maßnahmen dazu im Bundestagswahlkampf eine untergeordnete Rolle spielten.

Dass die parteipolitischen Eckdaten zwischen den Grünen und der CSU zumindest an dem Abend für keine Koalition reichten, wurde deutlich, als Andreas Herden (Bündnis 90 / Die Grünen) seine Ablehnung von privaten Flugreisen deutlich machte und Zech hier eine oft kritisierte, generelle Maßregelung der Grünen sah.

Die Themenpalette war breit gefächert. Und so ging es von den Hilfen für die heimische Landwirtschaft, zum Flächenverbrauch über die großen, weltweiten Handelsabkommen hin zu der Forderung nach einem fairen Handel. Für Lacher sorgte ein Wortbeitrag von Konrad Baueregger, der in der innerdeutschen Zuwanderung die Frage stellte, ob man den Zuzug von Rentner nach Bayern nicht begrenzen könne. awi