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Hoffnungsschimmer für die kleine Liza

Es gibt gute Nachrichten von der kleinen Liza Anisimova aus Russland: Nach einer Not-Operation in Moskau sind die epileptischen Anfälle, die die Zweijährige mehrmals am Tag bekommen hatte (wir berichteten), verschwunden. Die 29 090 Euro Spendengelder, die inzwischen unter anderem auch durch einen Aufruf im Traunsteiner Tagblatt zusammengekommen sind, kann die Familie dennoch gut gebrauchen: Im Sommer oder Herbst soll das Mädchen zur Reha an die Schön-Klinik nach Vogtareuth kommen.

Das Schicksal der zweijährigen Liza – hier mit ihrem großen Bruder Nikita – hat viele Menschen bewegt. Inzwischen ist eine Spendensumme von 29 090 Euro zusammengekommen.

»Liza ist stabil und erholt sich gut von der OP«, erzählt Marina Huber aus Bergen; die Cousine von Lizas Mutter Natascha hatte die Spendenaktion ins Rollen gebracht. Nach mehreren Hirnoperationen in Russland war Anfang März eine weitere Not-OP am Gehirn nötig gewesen. »Liza hatte plötzlich starke epileptische Anfälle«, erzählt Marina Huber. Die ersten Wochen nach dem Eingriff sei die Kleine »platt« gewesen, inzwischen sei sie langsam wieder »die Alte«. »Sie kann wieder sitzen und versucht zu plappern«, erzählt die Verwandte und schiebt nach: »Liza ist wirklich sehr tapfer.«

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Das zweijährige Mädchen aus Tscheboksary, einer Stadt knapp 700 Kilometer östlich von Moskau, war kerngesund auf die Welt gekommen. Doch acht Monate später platzte ein Blutgefäß im Gehirn des Babys. In einer ersten Not-OP retteten die Ärzte in Russland Lizas Leben, ihr Leidensweg nahm damit aber erst seinen Anfang. Es folgten zwei weitere Eingriffe am Gehirn, die Krankenhausaufenthalte nahmen kein Ende. Seither funktioniert Lizas rechte Gehirnhälfte nicht mehr richtig. Sie kann nicht stehen und nicht sprechen.

Doch es ist ein großer Schritt, dass jetzt die epileptischen Anfälle der Vergangenheit angehören. Als Nächstes ist es wichtig, dass das Mädchen in die Reha kommt. Professor Martin Staudt von der Schön-Klinik in Vogtareuth liegen die Unterlagen aus Moskau bereits vor. Er erklärt, was in der Not-Operation in Moskau genau passiert ist: »Die Ärzte dort haben die nicht funktionierende rechte Gehirnhälfte von der funktionierenden linken abgetrennt.« Die Folge: »Die Epilepsie tobt zwar noch in der rechten Gehirnhälfte, sie kommt aber nicht mehr nach außen.« Doch die OP, die Liza von der Epilepsie befreit hat, hat auch negative Konsequenzen für das Mädchen: Ihre Motorik hat sich verschlechtert.

In einer sechswöchigen Reha in Vogtareuth soll die Kleine jetzt Krankengymnastik und Ergotherapie bekommen, erklärt Professor Staudt. »Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Lizas Leben nicht mehr zum Großteil aus Klinikaufenthalten besteht.« Die Familie des kranken Mädchens soll ein einigermaßen normales Leben führen können und »nicht mehr Tag und Nacht um ihr behindertes Kind herumsausen müssen«. Ein Fernziel sei es, so Professor Staudt, dass Liza das Laufen lernt.

Die stattliche Spendensumme, die bisher zusammengekommen ist, wird vielleicht ausreichen, um die Kosten für die Reha zu decken; die genauen Kosten lassen sich aber erst beziffern, wenn die Ärzte in Vogtareuth die Patientin aus Russland selbst in Augenschein nehmen können. Lizas Familie ist in jedem Fall überglücklich, dass das nötige Geld für die Reha im Großen und Ganzen zusammen ist. »Wir sind sehr dankbar für die große Unterstützung«, sagt Marina Huber.

Wer noch helfen will: Der Verein Silberstreifen – er verwaltet Lizas Spendenkonto – nimmt weiter Spenden für das kleine Mädchen entgegen; Geld, das eventuell übrig bleiben sollte, kommt anderen kranken Kindern zugute, die in Vogtareuth behandelt werden. Spenden gehen an den Verein Silberstreifen, Verwendungszweck Liza Anisimova, Kontonummer 5507669, Bankleitzahl 71160161 (VR-Bank Rosenheim-Chiemsee). Der Verein Silberstreifen weist darauf hin, dass er Spendenquittungen erst ab einer Spendenhöhe von 200 Euro ausstellen kann; die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen andernfalls nicht mehr mit der Bearbeitung hinterher. san