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Hecke in Watzing gepflanzt

Kirchanschöring. Im Zuge des Wandels der Kulturlandschaft in den letzten Jahrzehnten wurde unter anderem die Bedeutung von Hecken für Mensch, Tier und Pflanze verkannt. »Die Folge davon ist, dass Hecken in der Landschaft nicht in der Anzahl vorkommen, wie es aus der Sicht einer naturnahen Landnutzung geboten wäre«, sagt Michael Steinmaßl, der sich entschlossen hat, mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes Traunstein auf dem Gelände seines Bio-Bauernhofes im Ortsteil Watzing zwei beieinanderliegende Hecken anpflanzen zu lassen.

Schüler der Staatlichen Berufsschule Traunstein III mit der Ausbildungsrichtung Landwirtschaft setzten Bäume und Sträucher der neuen Hecke in Watzing. (Foto: Caruso)

Bei strömendem Regen trafen sich der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Traunstein, Jürgen Sandner, und 16 Schüler der Staatlichen Berufsschule III (Landwirtschaft), um der Familie Steinmaßl beim Setzen der Pflanzen zu helfen. Unter Anleitung von Burgi Mörtl-Körner pflanzten sie 300 Sträucher und Bäume, sodass am Ende zwei dreireihige Hecken entstanden – eine 130 Meter und eine 25 Meter lang. »Um einen nennenswerten, ökologischen Effekt zu erzielen, sollte eine Hecke mindestens drei Pflanzreihen und beiderseitig einen Krautsaum aufweisen«, waren sich die Fachleute einig.

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»Zum Schutz gegen Wildverbiss wird die längere Hecke in den ersten Jahren eingezäunt, damit sich die jungen Gehölze gut entwickeln können.« Sobald die Hecke drei Meter hoch sei, entferne man den Zaun, sagte Sandner. In Absprache mit Steinmaßl wählte der Verband Sträucher und Bäume aus und besorgte das Material für den Zaun. Zudem beantragte der Verband die staatliche Förderung, die über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des Bayerischen Umweltministeriums läuft. Der Landschaftspflegeverband erhält für dieses Heckenprojekt einen Zuschuss von 70 Prozent, der wiederum zu 20 Prozent vom Freistaat Bayern und 50 Prozent von der Europäischen Union stammt.

Laut Sandner wurden in Watzing nur heimische Gehölze verwendet – aus Samen von Pflanzen aus dem südbayerischen Voralpenland. »Hecken erfüllen in der landwirtschaftlichen Flur wichtige ökologische Funktionen, vor allem für den Artenschutz und den Schutz vor Erosion«, sagte Sandner. »Sie bilden nicht nur Lebensräume für viele Pflanzen und für hunderte von Tierarten, sondern tragen auch zum Windschutz sowie zur Verbesserung des Kleinklimas und des Wasserhaushaltes bei.« Überdies böten Hecken Schutz vor Bodenerosion. »Die Früchte einiger heimischer Straucharten wie etwa die der Schlehen oder Hagebutten können, dort wo keine chemischen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, auch als Wildobst genutzt werden.« ca