weather-image
»Tag des frühgeborenen Kindes« am Freitag – Vom Frühchen zum sportlichen, jungen Mann: Nicklas Schneider

»Gute Chance auf ein ganz normales Leben«

Traunstein – Als Nicklas Schneider am 10. Juli 2002 im Klinikum Traunstein das Licht der Welt erblickte, geschah dies 13 Wochen früher als gedacht. »Wir waren vollkommen überrascht, meine beiden anderen Kinder sind ja zuvor ganz normal auf die Welt gekommen«, erinnert sich Nicklas' Mutter Monika Schneider an die unerwartete Frühgeburt ihres Jüngsten. Dieser wurde anschließend knapp drei Monate auf der Intensivstation der Kinder- und Jugendklinik im Klinikum versorgt. Dass ihr Kind hier nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich bestens aufgehoben war, ist der Familie Schneider aus Bergen bis heute präsent.

Heute ist das einstige Frühchen ein sportlicher, junger Mann. (Foto: Berwanger)

Aus diesem Grund wird sie auch am »Tag des Frühgeborenen Kindes« der Kliniken Südostbayern AG am Freitag, 17. November, teilnehmen. An diesem Tag steigt von 14 bis 17 Uhr im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in der Traunsteiner Herzog-Friedrich-Straße 6 ein Kinderfest für die ganze Familie. Mitmachlieder mit Rodscha aus Kambodscha und Tom Palme, eine Zaubervorstellung, Kinderschminken und die Klinikclowns versprechen jede Menge Spaß.

Anzeige

Auch die Eltern kommen nicht zu kurz: Bei der gegen 15 Uhr beginnenden Vortrags- und Gesprächsrunde »Mit einem Frühchen ins Leben – und Erfahrungen einer Familie« vermitteln Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik, Jutta Mertens, Stationsleitung der Kinderintensivstation, Dr. Ralf Brankenberg, Oberarzt der Kinderklinik, Informationen rund um das frühgeborene Kind.

Auch die Schneiders sind mit dabei. Nicklas und sein Vater Christian Schneider wollen auch anderen Menschen eine Botschaft mitgeben. »Mir geht es so gut, dass ich andere wissen lassen möchte, dass es den Kindern nicht unbedingt schlecht gehen muss, weil sie eine Frühgeburt waren«, sagt Nicklas.

»Wenn man in dieser Situation ist, kann man den Ärzten vertrauen, dass das Kind eine gute Chance auf ein ganz normales Leben hat«, betont seine Mutter Monika Schneider. Sie erinnert sich noch heute an »die schöne, gute Stimmung« auf der Kinderintensivstation des Klinikums Traunstein. Dort seien nicht nur die Frühchen liebevoll umsorgt, sondern auch die Eltern einfühlsam begleitet worden. Jeden Tag war Monika Schneider mehrere Stunden bei ihrem Sohn im Klinikum, sonntags hatte ihr Mann Zeit für die in mehrfacher Hinsicht berührenden Besuche bei seinem mit 870 Gramm geborenen Sohn.

Beim »Känguruhen« – die Kinder liegen auf der Brust der Eltern – konnten die Schneiders in Hautkontakt mit ihrem Kind treten. So oft und so lange wie möglich bei ihren Kindern zu sein, ermutigt das Team der Kinderintensivstation Eltern von Anfang an. Denn die entwicklungsfördernde Pflege der kleinen Babys ist dem Kinderintensivteam ein besonderes Anliegen. An dessen Spitze steht heute Chefarzt Dr. Gerhard Wolf, Leiter der Kinderklinik am Klinikum Traunstein.

Monika Schneider ist noch heute beeindruckt von der Zusammenarbeit von Kinderärzten, Kinderkrankenschwestern und Therapeuten. »Wir haben sofort gespürt, das Wichtigste ist hier der Mensch.« Dank der umfassenden Pflege habe sie ihren Sohn statt am 20. Oktober schon am 3. Oktober nach Hause mitnehmen dürfen. Allein gelassen wurde die Familie auch dann nicht. Regelmäßige kinderärztliche Kontrollen, der Besuch des Sozialpädiatrischen Zentrums Traunstein und ein Jahr lang einmal in der Woche Ergotherapie begleiteten sie in dieser Zeit. »Wir waren sehr dankbar für all die Unterstützung und Hilfe«, sagt Monika Schneider.

Ihr Sohn, der wegen einer geplatzten Fruchtwasserblase weit vor Geburtstermin am 20. Oktober per Kaiserschnitt geholt werden musste, ist heute ein sehr sportlicher, 1,80 Meter langer, junger Mann. »Fußball, Skifahren, Radeln, Laufen und Tennis«, zählt Nicklas seine Hobbys auf. Wenn er sich mit seinen Freunden trifft, wird Fußball gespielt, Basketball oder Rugby. Nach der Schule könnte er sich eine Ausbildung im Handwerk vorstellen, vermutlich etwas mit Holz, so der tierliebende Realschüler. Ein ganz normaler Jugendlicher eben. fb