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Gelungener Mix brachte Zuschauer zum Staunen

Waging am See. Das muss man den jungen Waginger Musikanten erst einmal nachmachen: Über 900 Besucher sahen sich das Kindermusical »Paul, der Pinguin« bei den beiden Aufführungen im restlos ausverkauften Kurhaus an und waren hingerissen von dem gelungenen Mix aus toller Musik, temperamentvollem Gesang, kreativen Kostümen und beschwingten Tanzeinlagen. Die Musiker der Jugendkapelle um ihre »Chefin« Claudia Huber und deren Mann Helmut machten sich zum 20. Geburtstag damit selbst das schönste Geschenk.

In Japan lernte der Pinguin (Magdalena Bader) unter anderem den Tiger (Tom Perschl) kennen. (Foto: Eder)

Gut und gern 100 Personen waren vor und hinter den Kulissen beteiligt, um dem kleinen Pinguin – bezaubernd charmant gespielt von der 16-jährigen Magdalena Bader – die Reise um die Welt zu ermöglichen, deren Stationen von Sprecher Manfred Mundel miteinander verbunden wurden. Vom Südpol ging es unter anderem über das vom Känguru (Sophia Hötzendorfer) und Didgeridoospieler (Dieter Heinrich) bevölkerte Australien nach Asien. Dort drückte eine Dame im Kimono (Eleonora Badinelli) mit Wohlgerüchen, Essstäbchen und Fächern den Charakter des Landes aus.

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Bei all den netten Szenen gab es auch ein bisschen gesellschaftskritischen Sarkasmus. So überraschten den kleinen Pinguin in den USA nicht etwa faszinierende Landschaften oder urige Indianer. Nein, ein Star – ausdrucksstark gespielt von Shania Ghandour – repräsentierte das Land nach der Gleichung: Amerika ist gleich Hollywood. Und als der Pinguin dann endlich sein Ziel, den Nordpol, erreichte, informierte ihn der Eisbär (Matthias Mayer) darüber, dass ihm allmählich das Eis unter den Füßen wegschmilzt. Der Pinguin traf auch auf einen auskunftsfreudigen Tiger (Tom Perschl).

Wenngleich die Aufführung in einer Stunde vorbei war, gab es unendlich viel zu sehen: Beispielsweise noch einen schlauen Fuchs (Sandrina Dengl) als Repräsentanten für Europa. Und in Afrika traf der kleine Pinguin einen Löwen (Claudia Fenninger), der ihn am liebsten gleich aufgefressen hätte.

Aber nicht nur zu sehen gab es viel, auch zu hören – denn schließlich war das Stück ja ein Musical. Die Musikanten zeigten unter Leitung von Helmut Huber, was sie können. Die Melodien waren schön und eingängig – und entwickelten in der stimmlichen Begleitung durch den Grundschulchor geradezu Ohrwurm-Charakter. Ob es nun die Eingangs- und Zugabemelodie war (»Sag, wie sieht die Welt woanders aus«) oder die japanischen Weisen, der faszinierende Sprechgesang in Afrika (»Heiß glüht der Sand in der Sahara«) oder das Sehnsuchtslied des Pinguins (»Mich zieht es fort von hier«), immer wieder klatschte das Publikum mit. Und wie die Musikstücke von den Tänzerinnen der Turngruppe des TSV Waging choreografisch umgesetzt wurden, verlieh der Aufführung das Tüpfelchen auf dem »i«. Der Riesenapplaus, den das Publikum am Schluss spendete, war mehr als verdient. he