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Fernwärmeversorgung in Traunreut wird ausgebaut

Traunreut. Fernwärme hat eine hervorragende Ökobilanz und ist für die Verbraucher eine der bequemsten Formen der Wärmeversorgung: Das heiße Wasser kommt direkt ins Haus und mit einem Dreh kann man das Raumklima regeln. Die Stadt Traunreut hat vor 34 Jahren die Fernwärme eingeführt und seither das Fernwärmenetz permanent ausgebaut und optimiert.

Auf Hochtouren laufen die Umbauarbeiten in der Heizzentrale an der Salzburger Straße in Traunreut. Durch die Umbaumaßnahmen können etwa 3000 Kilowatt mehr Leistung erzielt und somit weitere Fernwärmekunden versorgt werden. (Foto: Rasch)

Biomasse wird durch Kraft-Wärme-Koppelung optimal genutzt. Heute versorgen die Traunreuter Stadtwerke aus diesem Prozess der Strom- und Wärmegewinnung rund 1200 Haushalte, Betriebe und Schulen mit Wärme. Durch einen Zusammenschluss der bisher getrennt arbeitenden, drei Reserve- und Spitzenheizwerke an der Salzburger Straße, Heinz-von-Stein-Straße und des Heizwerks in der Grundschule Süd, können diese drei Zentralen jetzt »zusammenarbeiten«, sagte der Technische Leiter der Stadtwerke, Franz Hagenauer bei einer Vorstellung der Heizzentrale Nordost, die derzeit für rund 350 000 Euro ertüchtigt und umgebaut wird.

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Ein über 40 Jahre alter Heizkessel sei durch einen neuen Kessel mit Brenner ersetzt und drei Kesselkreispumpen sowie eine Netzwärmepumpe seien eingebaut worden. Optimiert wurde auch die Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Außerdem wird in den 30 Meter hohen Kamin ein Abgasrohr aus Edelstahl eingezogen. Damit die Reserven der Heizzentrale Nordost im gesamten Netz genutzt werden können, sei auch eine neue Prozessleittechnik installiert worden, die von den Stadtwerken aus gesteuert und bedient wird.

Durch die Umbaumaßnahmen, die in Kürze abgeschlossen werden können, können nach Angaben Hagenauers etwa 3000 Kilowatt mehr Leistung erzielt und somit weitere Kunden versorgt werden. Insgesamt verfüge man über 16 000 Kilowatt Reserveleistung. Parallel wurde auch das Leitungsnetz auf über 12 Kilometer ausgebaut und der Vorgriff für den späteren Anschluss an die Geothermie getroffen.

Nach Aussagen von Bürgermeister Franz Parzinger verlaufe die zweite Bohrung nach Angaben der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut (GKT) bisher erfolgreich. Aktuell habe man die 1000-Meter-Grenze überschritten. Wie berichtet, hatte die erste Bohrung mit über 130 Liter pro Sekunde eine ausreichende Ergiebigkeit gebracht. Auch die chemische Analyse bedeutet für den Kraftwerksbau keine größeren Herausforderungen bezüglich möglicher Ablagerungen in Rohrleitungen. Das Thermalwasser kann als Heilwasser im Sinne der für Kurorte und Heilbäder einschlägigen Regularien klassifiziert werden.

Sorgen bereitet allerdings die niedrige Wassertemperatur. Die Werte liegen deutlich unter den erwarteten 130 Grad. Das bedeutet, dass das Kraftwerk voraussichtlich deutlich kleiner gebaut werden muss und dementsprechend weniger Strom erzeugt werden kann. Die für Herbst 2013 vorgesehene Fernwärmeauskopplung sei nach Aussagen der GKT davon aber nicht betroffen. ga