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Erneut Bergwachteinsatz am Hochgern

Staudach-Egerndach. Einen verletzten Gleitschirmflieger barg die Bergwacht Marquartstein am Donnerstag aus der Hochgern-Nordflanke.

Der 54-jährige Unterwössener wollte am Moarbichl, einer Erhebung westlich des Hochgerngipfels, starten. Beim Auslegen seines Gleitschirms auf der Kuppe wurde der Gleitschirmflieger bei der Startvorbereitung von einer Herde neugieriger Jungkühe gestört und behindert. Beim Abflug in nördlicher Richtung öffnete sich dann der Gleitschirm nicht vollständig und der Pilot versuchte eine Landung in der steilen Nordflanke, um wieder zu Fuß aufzusteigen und erneut zu starten. Bei der harten Landung im steilen Gelände zog er sich eine Sprunggelenksfraktur zu.

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Bergsteiger, die die Notlandung beobachtet hatten, alarmierten die Rettungsleitstelle. Da zunächst kein Rettungshubschrauber verfügbar war, fuhren die Marquartsteiner Bergwachtler und der Bergwacht-Notarzt bis zum Hochgernhaus und stiegen anschließend in Richtung Hochgerngipfel auf, um den Verletzten, der im nördlichen Steilhang des Moarbichl liegen geblieben war, zu erreichen.

Gleitschirmflieger in Bergesack transportiert

Das Bein des Gleitschirmfliegers wurde nach der schmerztherapeutischen Erstversorgung geschient und der Verletzte in das Vakuumbett und den Bergesack gepackt. Die Bergwachtmänner trugen ihn dann hinunter ins »Moos«, einen kleinen ebenen Kessel in der Hochgern-Nordflanke. Nachdem auch dort erst neugierige Jungkühe verjagt werden mussten, konnte der mittlerweile verfügbare Rettungshubschrauber Christoph 14 landen, den Verletzten aufnehmen und ins Klinikum Traunstein transportieren.

Bei der Fahrt zurück nach Marquartstein traf die Bergwacht dann noch im Bereich der Bergwachthütte Kaltenbrunn auf eine 33-jährige Bergsteigerin, die ebenfalls wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht mehr absteigen konnte und versorgt und abtransportiert werden musste.

Das traumhafte Bergwetter innerhalb der letzten vier Wochen hat mittlerweile zu einem Dutzend Einsätzen der Bergwacht Marquartstein geführt. Darunter war am vergangenen Sonntag auch eine Totenbergung aus der Gamsgraben-Steilrinne in der Hochgern-Nordflanke (wir berichteten).