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Er war der letzte Steiner Verwaltungsbeamte

Traunreut. Georg Pöschl, ehemaliger Verwaltungsbeamter der Gemeinde Stein, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar interessiert sich nach wie vor sehr für das Geschehen in seiner Heimatgemeinde und nimmt, soweit es ihm möglich ist, an den Veranstaltungen teil.

Georg Pöschl aus Stein an der Traun kann heute seinen 90. Geburtstag feiern. (Foto: Mix)

Georg Pöschl wurde am 8. Januar 1923 in Reit bei Stein geboren. Er war eines von zehn Geschwistern und wuchs auf einem Bauernhof auf. Vor dem Krieg erlernte er das Müllerhandwerk. Im April 1942 wurde Georg Pöschl mit 19 Jahren zum Militär eingezogen und landete mit seiner Einheit in Nordafrika. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1942 wurde er schwer am Bein verwundet und musste am Unterschenkel amputiert werden. Der Krieg war für ihn damit beendet. Wieder zurück in der Heimat hatte er zunächst keine Arbeit und war froh, als er vom kommissarischen Bürgermeister der Gemeinde Stein im August 1945 in die Gemeindekanzlei als Gemeindesekretär geholt wurde.

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Er wurde schließlich Verwaltungsbeamter und Amtsinspektor und führte die Gemeindeverwaltung von Stein bis zur Eingemeindung nach Traunreut im Jahr 1978. Die Abwicklung der Eingemeindung war eine Aufgabe, die ihm sehr schwer fiel. »Ich hab mit Leib und Seele unsere Gemeinde verwaltet, hab alles und jeden gekannt und es hat schon weh getan, als wir unsere Selbstständigkeit aufgeben mussten«, erinnert sich Pöschl. In der Gemeinde war der Steiner neben seiner Arbeit in der Gemeindekanzlei auch ein wichtiger Motor für die örtlichen Vereine. Als Kriegsversehrter gründete er 1948 den VdK-Ortsverband Stein/St. Georgen und später auch den Ortsverband Traunreut. 50 Jahre lang blieb er Vorsitzender des VdK in Stein. Auch bei der Gründung des TSV Stein/St. Georgen 1964 war er maßgeblich beteiligt, ebenso beim späteren Bau des Sportheimes in der Irsinger Au.

1948 heiratete Georg Pöschl seine Frau Magdalena, mit der er zwei Töchter hat. Inzwischen gehören auch acht Enkel und zwei Urenkel zur großen Familie. Aufgrund einer Makuladegeneration sieht er seit einigen Jahren nur noch sehr eingeschränkt. Um auf dem Laufenden zu bleiben, liest ihm seine Frau die Tageszeitung vor, denn das Geschehen in der Gemeinde interessiert Georg Pöschl nach wie vor sehr. »Wenn man sich nicht mehr für das interessiert, was um einen passiert, dann ist alles aus«, weiß er. Davon ist Georg Pöschl aber weit entfernt. Sonntags geht er noch immer zum Stammtisch zum Wirt. Auf den Versammlungen der Ortsvereine, bei denen er zum Teil seit Jahrzehnten schon Mitglied ist, ist Georg Pöschl auch stets gerne gesehen. mix