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Ein Japaner sorgte für Verwirrung in Huglfing

Grassau. Einen Gast aus dem »Land des Lächelns« erwartete die Bauernbühne Grassau bei ihrer Premierenaufführung »Sayonara Huglfing«, aus der Feder von Ulla Kling, im ausverkauften Heftersaal. Dabei konnte das Publikum die Aufregung um den Besuch des »japanischen Chines« hautnah miterleben und es durfte natürlich ausgiebig gelacht werden.

Um dem Asiaten den Aufenthalt so schön wie möglich zu machen, wird das Wohnzimmer kurzerhand im japanischen Stil dekoriert. Natürlich läuft auch die Begrüßung mit Oma Steißbeiner (Renate Halbmayer), Vater Steißbeiner (Bert Küfner), dem Gast (Klaus Kirchleitner) und Sohn Rudi (Hans Hofmann) entsprechend nach japanischer Sitte ab. (Foto: T. Eder)

Zum Inhalt: Ein Gast aus der Partnerstadt in Japan hat im oberbayerischen Huglfing seinen Besuch angekündigt. Doch wer soll diesen Japaner bei sich beherbergen, darüber streitet sich der Gemeinderat. Der Bürgermeister (Michael Strehhuber) kann den Japaner nicht aufnehmen und die Gemeinderätin Muckerl (Hanna Küfner) darf aus Sicht des Gemeinderats nicht. Auch der Gemeindediener (Theo Steininger) fällt als Gastgeber aus. Da bleibt nur die Familie Steißbeiner.

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Vater Steißbeiner (Bert Küfner) ist begeistert, seine Frau (Regina Petermüller) nicht, lässt sich aber breitschlagen und organisiert alles, um den Gast willkommen zu heißen. Die Probleme beginnen, als man sich darüber Gedanken macht, ob der Gast bayrische Gemütlichkeit oder aber japanische Tradition erwartet. Selbst Oma Steißbeiner (Renate Halbmayer) stellt sich auf den Gast ein.

Als dann Kusumi Takushima (Klaus Kirchleitner) erscheint, bringt dieser einiges ins Wanken und die Damenwelt im Hause Steißbeiner durcheinander. Schließlich wird klar, was der Japaner wirklich zu finden wünscht und dank der Diplomatie der Bäuerin kann eine Katastrophe abgewendet werden. Nebenbei schafft es der fernöstliche Gast indirekt aus dem Mauerblümchen Muckerl eine attraktive Frau zu machen und aus Rudi (Hans Hofmann) und Gretl (Andrea Feigl) ein glückliches Paar.

Kurzweilige Stunden bot die Bauernbühne mit ihrem Stück bei der Premiere und zudem einen Einblick, wie in Bayern die Uhren ticken und wer nun wirklich das Sagen hat. Die verschiedenen Charaktere der Personen wurden gelungen umgesetzt. So zeigte Regina Petermüller ihr resolutes Gesicht, die Gemeinderätin Hanna Küfner ihre Wandlungsfähigkeit und Renate Halbmayer sorgte wieder einmal mit ihrer Bühnenpräsenz für herzhafte Lacher. Die japanische Zurückhaltung und Freundlichkeit konnte Klaus Kirchleiter perfekt umsetzen.

Einfallsreichtum bewies die Theatermannschaft auch beim Bühnenbau. So wurde aus einer Gastwirtschaft in kurzer Zeit ein japanisches Wohnzimmer. Erstmals agierte neben Theo Steininger Renate Halbmayer als Regisseurin und meisterte ihre Aufgabe zur vollen Zufriedenheit. Unter anderem stellten die Herren auch ihre Gesangskünste erfolgreich unter Beweis. Der verdiente Lohn der neun Schauspieler war lang anhaltender Applaus. tb