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Positive Entwicklung bei Übernachtungs- und Gästeankunftszahlen – Premiumwanderwege um den See geplant

Die Gemeinde Waging setzt auf den Tourismus

Waging am See – Ein positives Bild über die touristische Entwicklung in der Marktgemeinde Waging zeichnete die Leiterin der Tourist Information, Eva Gruber, bei der Sitzung des Gemeinderats. »Wir hatten eine respektable Saison in diesem Sommer, mit sechs bis acht Wochen Vollbetrieb«, freute sich auch Bürgermeister Herbert Häusl.

Wunderschön ist es am Waginger See. Deshalb kommen auch die Urlaubsgäste sehr gerne in die Marktgemeinde. Vor allem der Juni ist heuer ein sehr starker Monat gewesen, was die Ankünfte und Übernachtungen betrifft. (Foto: Tourist-Info)

Vor allem der Juni sei ein sehr guter Monat gewesen mit einem Plus von 122 Prozent bei den Ankünften und 134 Prozent bei den Übernachtungen, betonte Gruber. Insgesamt lagen die Übernachtungen bis Ende August bei 226 438, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,1 Prozent bedeutet. Wichtig sei, so der Bürgermeister, dass man sich auch in der Vor- und Nachsaison über entsprechende Angebote um Gäste bemühe. Ein gutes Beispiel seien zum Beispiel die Genusswochen, die derzeit stattfinden.

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Wandern soll zum Erlebnis werden

Mit einem neuen LeaderProjekt, das von Eva Gruber im Detail vorgestellt wurde, soll nun auch das Wandern am Waginger See zum Erlebnis gemacht werden. Die einzigartige Landschaft und bereits vorhandene unterschiedliche Themenwege, zum Beispiel der Bajuwarenweg, würden dazu ein großes Potenzial bieten. Zusammen mit den Gemeinden aus der LeaderGruppe (LAG) Traun-Alz-Salzach und den Berchtesgadener Land sowie der Gemeinde Surberg soll nun ein Konzept für ein gemeindeübergreifendes, einheitlich beschildertes Netz von Wanderwegen mit Erlebnis- und Themenpfaden erstellt werden. Die vielen Landschaftswechsel in der Projektregion mit Seen und Mooren, Wiesen und Wäldern sowie die Tier- und Pflanzenvielfalt sollen dabei berücksichtigt und abgebildet werden. Wander-, Panorama- und Informationstafeln, Rastplätze, Spielplätze sowie Kneippanlagen sind angedacht. Das Konzept soll neben einer gedruckten Wanderkarte auch Vorschläge für ein umfassendes internetbasiertes Wanderportal mit interaktiver Karte, Routenverlauf und Querverlinkung zu geführten Touren enthalten.

Die voraussichtlichen Kosten für das Projekt sind mit 74 000 Euro € angesetzt und werden zu 60 Prozent von Leader gefördert. Der Eigenanteil pro Gemeinde würde 998 Euro betragen. Die Erarbeitung des Konzepts würde bis März 2018 erfolgen. Die Umsetzung der einzelnen Gemeinden wäre dann als zweite Phase für den Zeitraum von April 2018 bis Dezember 2020 geplant und würde auch von Leader gefördert werden. Hier müsste aber jede Gemeinde ihren eigenen Antrag stellen.

Außerdem ist für zehn Gemeinden aus der LAG Traun-Alz-Salzach und für die Gemeinde Surberg aus der LAG Chiemgauer Alpen das Kooperationsprojekt »Potenzialanalyse Premiumwandern« geplant, als Grundlage für die Weiterentwicklung und Profilierung des Segments »Wandern«. Dieser Baustein lässt sich in die Wanderwegekonzeption integrieren und wird vom Chiemgau-Tourismus fachlich und finanziell mit 3250 Euro € unterstützt. Die Kosten für die Potenzialanalyse belaufen sich auf rund 19 000 Euro. Nach Abzug der Förderungen beträgt der Eigenanteil für jede Gemeinde 295 Euro.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Teilnahme der Gemeinde an den beiden Projekten und die Übernahme der Projektleitung für das Projekt »Wegewanderkonzept« durch die Touristinformation Waging. Ebenso stimmte der Gemeinderat der Fortsetzung der Zusammenarbeit im Chiemgau-Tourismus und dem damit verbundenen finanziellen Beitrag von 12,5 Cent pro Übernachtung für die Jahre 2018 bis 2020 zu.

Kommt Ermäßigung bei Landwirten an?

Eine rege Diskussion gab es bei dem Thema Konzessionsabgabenermäßigung für Landwirte. Die Konzessionsabgabe ist eine Entschädigung, die die Gemeinden für die unentgeltliche Verlegung von Stromleitungen in den öffentlichen Grundstücken bekommen. Die Stromhändler erheben ihrerseits diese Abgabe derzeit in Höhe von 1,32 Euro/kWh von ihren Kunden. 1992 hatte der Marktgemeinderat für aktive Landwirte eine ermäßigte Konzessionsabgabe von 0,11 Euro/kWh beschlossen. Ein »Sockelverbrauch« von 5000 kWh wird als häuslicher Strom gewertet und ist von der Ermäßigung ausgenommen. Pro Landwirt ergibt sich je nach Verbrauch eine Ermäßigung von rund 100 bis 250 Euro.

Die Marktgemeinde wurde bereits mehrmals von der Kommunalaufsicht im Landratsamt Traunstein aufgefordert, den Teilverzicht auf die Konzessionsabgabe zurückzunehmen. Begründet wird diese Aufforderung mit dem Hinweis auf den Grundsatz der sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung, dem die Gemeinde laut Gemeindeordnung unterliegt. Aufgrund der starken Veränderungen seit der Liberalisierung des Strommarkts ist es sehr schwierig geworden, sicherzustellen, ob die Ermäßigung auch tatsächlich bei den Landwirten ankommt. Außerdem müsste noch ein Weg gefunden werden, dass die Landwirte nachweisen, dass sie die Ermäßigung auch tatsächlich bekommen. Nach sorgfältiger Abwägung aller Fakten hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Teilermäßigung für Landwirte zurückzunehmen. »Es will niemand den Landwirten etwas wegnehmen«, so der Bürgermeister, »aber die Marktsituation hat sich geändert und wir sind gezwungen, darauf zu reagieren«.

Breitbandausbau hängt von Fördermitteln ab

Abschließend informierte Geschäftsleiter Franz Röckenwanger über den Stand des Breitbandausbaus in der Gemeinde. Das Thema sei sehr komplex, die Umsetzung hänge wesentlich von den Fördermitteln ab. Neben den Bundesmitteln würde jetzt das neue Bayerische Höfe-Förderprogramm, bei dem bis zu eine Million Euro Fördermittel erhalten werden könnten, in Betracht gezogen. In einer der nächsten Sitzungen werde der Breitbandausbau Schwerpunktthema sein. Anschließend ist eine Informationsveranstaltung für die Bürger geplant. kon