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Konzept des Themenwegs um die Alz mit Kommunikationsplätzen im Gemeinderat vorgestellt – Viele Fragen offen

Derzeit wohl keine »Glücksmomente« für Truchtlaching

Seeon-Seebruck – Die Truchtlachinger »Glücksmomente« – ein Themenweg um die Alz mit Kommunikationsplätzen – stehen eigentlich schon in den Startlöchern: Es gibt ein fertiges Konzept mit Kostenschätzungen und eine 50-prozentige Förderung durch das Leader-Förderprogramm wurde den Initiatoren des Verkehrsvereins Truchtlaching auch schon in Aussicht gestellt. Die Umsetzung des Projekts durch die Gemeinde, wird aber gegenwärtig in Frage gestellt.

Mit einem Themenrundweg möchte der Verkehrsverein Truchtlaching auch die Gäste an die Schönheiten des idyllischen Ortes an der Alz heranführen. Ein fertiges Konzept des Projekts Truchtlachinger Glücksmomente« liegt bereits in der Schublade. Die Umsetzung durch die Gemeinde und die Finanzierung werfen aber noch große Fragen auf. (Foto: Rasch)

Ein wesentliches Kriterium sind die Kosten, die nach Abzug der Förderung zur Hälfte von der Gemeinde bestritten werden müssten. Durch die vielen offenen Großbaustellen in der Gemeinde, wie der Rathausneubau oder die Sanierung des Seebrucker Strandbades, käme eine Umsetzung des Projekts zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr ungelegen. In der Gemeinderatssitzung am Montag wurde über das Für und Wider ausgiebig diskutiert, aber keine Entscheidung getroffen.

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Nachdem in der Gemeinde kein offizieller Antrag des Verkehrsvereins zur Umsetzung des Projekts eingereicht wurde, aber in einer der letzten Sitzungen von Zweiter Bürgermeisterin Martha Gruber angeregt wurde, wenigstens einige Maßnahmen umzusetzen, damit das anvisierte Ziel endlich in Schwung komme, hat der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Matthias Untermayer, das Vorhaben im Gemeinderat noch einmal detailliert vorgestellt.

Hintergrund der Idee ist es, den Ort Truchtlaching zu beleben und touristisch attraktiver zu machen. »Wir vom Verkehrsverein sehen es schon sehr wichtig, dass in Truchtlaching was unternommen werden muss«, sagte Untermayer. Seit der Dorferneuerung vor 25 Jahren ist in Sachen Infrastruktur in Truchtlaching nicht mehr sehr viel passiert. Wie jeder Betrieb, der regelmäßig investieren müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben, unterliege auch die Gemeinde dieser Gesetzesmäßigkeit. »Wenn man das nicht tut, geht es bergab.«

So sollen auf einen knapp zwei Kilometer langen Rundweg um die Alz die traumhaften Plätze mit eingebunden und thematisch und zielgruppengerecht inszeniert werden. In Truchtlaching gibt es eine Reihe solcher Traumplätze, die nicht nur mit geringer Anstrengung zu erreichen sind, sondern auch einen fantastischen Ausblick auf den Ort und die Umgebung bieten. »Das sind richtige Pfunde, da können wir echt wuchern«, so Untermayer.

Nach den Vorstellungen des Verkehrsvereins sollten die »Glücksmomente« für Einheimische und Besucher authentisch sein. Eine künstlich aufgesetzte Welt soll dabei vermieden werden. Vielmehr will man auf die regionalen Stärken setzen und die vorhandenen Ressourcen zur Geltung bringen. Dass in die Entwicklung des Konzeptes gemeinsam mit einem professionellen Kreativunternehmen viel Herzblut investiert wurde, steht außer Frage. 2013 hatten sich die Initiatoren zum ersten Mal getroffen und bereits 2014 wurde das Konzept auf verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt und diskutiert. Seither ruht das Projekt mehr oder weniger.

Der angepeilte Themenweg, der vom Alzbad aus größtenteils über bereits ausgewiesene Wege führen könnte, würde auch eine Querung der Alz oberhalb des Wasserkraftwerks Richtung Offling erforderlich machen. Aber bereits hier treten die ersten Fragezeichen auf, zumal der Landschaftsschutz ein Wörtchen mitzureden hat. Das Brückenbauwerk könnte nach den Vorstellungen der Initiatoren in Form einer Seil-Hängebrücke verwirklicht werden und sollte ein Aushängeschild darstellen. Auf der weiteren Strecke könnten die Plätze am alten Wasserreservoir und im Bereich des Rodelhanges beispielsweise für die Zielgruppen »Jugendliche« ausgelegt werden.

Das »Naturwohnzimmer« am alten Wasserreservoir könnte mit Liegen, Hängematten oder Sitzsteinen bestückt werden, der »Glücksplatz« Rodelhang mit Erlebniselementen sowie Panoramatafeln oder Sichtrohren die Blicke auf die Landschaft lenken. Das sogenannte »Ochsenbankerl« in Ried könnte als kleiner, einfacher Rastplatz ausgewiesen werden. Die Ausführung des Ochsenbankerls könnte in Anlehnung an die Auerochesen gestaltet werden und in Hochöd würde sich eine Aussichtsspirale in Form eines Platzes der Begegnungen anbieten. ga