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Brücke über Kleine Sur muss dringend saniert werden

Teisendorf. Sie ist zwar nur eine kleine Brücke an einer Nebenstraße, verursacht der Gemeinde Teisendorf aber doch massive Probleme und Kosten: die Brücke über die Kleine Sur bei Kumpfmühle zwischen Hörafing und Wannersdorf. Ihr Zustand hat sich in den vergangenen Jahren so verschlechtert, dass sie schwereren Fahrzeugen möglicherweise nicht mehr standhält. Hinzu kommt: Sie kann nicht mehr saniert werden, weil die Abdichtung von oben fehlt und Salz eindringen kann, weshalb der eingebaute Stahl rostet und den Beton absprengt.

Die Brücke über die Kleine Sur bei Kumpfmühle könnte bei schweren Fahrzeugen derzeit durchbrechen. Sie wurde daher auf zwölf Tonnen beschränkt und wird 2014 erneuert. (Foto: Mergenthal)

Der Bauausschuss ordnete daher eine Gewichtsbeschränkung auf zwölf Tonnen an, und der Marktgemeinderat beschloss mit 16:2-Stimmen, die Brücke 2014 abzubrechen und neu zu bauen. Die Kosten dafür schätzte ein Ingenieurbüro aus Anger auf 192 000 Euro.

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Bereits 2006 hatte der TÜV festgestellt, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich sei und langfristig zu einem Neubau geraten. Die Gemeinde beauftragte aus diesem Grund das Ingenieurbüro in Anger, einen Bauwerksentwurf mit Kostenschätzung zum Neubau der Brücke zu fertigen. Die Ingenieure stellten dabei fest, dass sich der Zustand der Brücke in den vergangenen sechs Jahren erheblich verschlechtert hat. Ein Neubau sei zur Erhaltung der Verkehrssicherheit unumgänglich. Das Ingenieurbüro empfahl auch dringend die Beschränkung der Tragfähigkeit, wobei eine genaue Berechnung der tatsächlichen Tragfähigkeit kaum möglich sei, da keinerlei Bewehrungspläne vorlägen und die sichtbaren Trageisen sehr stark korrodiert seien.

Der Neubau der Brücke ist förderfähig. Ausgehend von der Zuwendungsquote bei der Brücke Hofholz in Höhe von 63 Prozent kann eine Zuwendung von 120 960 Euro erwartet werden. Der dafür erforderliche Zuwendungsantrag muss allerdings erst noch von der Gemeinde eingereicht werden.

Der Bauwerksentwurf des Ingenieurbüros sieht unter anderem ein Holzgeländer vor. Hier sollte aber, aufgrund der längeren Haltbarkeit, nach Ansicht der Gemeindeverwaltung ein Stahlgeländer eingebaut werden. Die nicht zuwendungsfähige Böschungstreppe soll eingespart werden.

Bereits Anfang November war die Brücke Thema im Marktgemeinderat gewesen. Die Entscheidung über ihren Neubau wurde damals zurückgestellt, um die Tragfähigkeit noch einmal berechnen zu lassen. Das Ergebnis der Angerer Ingenieure: »Zahlreiche Risse zeigen an, dass dort die Betonablösung im Gang ist. Eine Sanierung dieser Brücke ist wegen des hohen Chloridgehalts im Beton nicht mehr möglich.«

Eine Nachrechnung habe ergeben, dass die Brücke unverzüglich auf maximal zwölf Tonnen zu beschränken sei, das heißt, dass Feuerwehr- und Müllfahrzeuge diese Brücke nicht mehr überfahren dürften. Das Ingenieurbüro wies darauf hin, dass der Markt Teisendorf als Verkehrssicherungpflichtiger für einen möglichen Bruch die volle Verantwortung trägt. Aufgrund dieser Tatsache hatte der Bauausschuss mehrheitlich die Tonnagebeschränkung beschlossen, trotz der Bedenken von Johann Helminger wegen der damit verbundenen Probleme für die Landwirtschaft.

Auf Rückfrage erläuterte Franz Wind in der Ratssitzung, dass die Abbruchkosten auf etwa 10 000 Euro geschätzt werden. Vizebürgermeister Gernot Daxer (CSU) riet dazu, wegen der derzeit zu hohen Baupreise abzuwarten und die Entscheidung zurückzustellen. Da es einige Zeit dauert, bis über die Förderung entschieden ist, schlug Gemeinderat Georg Wetzelsperger vor, erst im Herbst 2013 auszuschreiben. Mit dem Beschluss für Abbruch und Neubau 2014 mit Stahlgeländer und ohne Böschungstreppe wurde die Verwaltung zudem beauftragt, den Zuschussantrag zu stellen. vm