weather-image
14°

Bestandsaufnahme in Übersee dauert ein Jahr

Übersee. »Bis zum Jahr 2020 soll sich der Landkreis Traunstein einschließlich der Bioenergieregion Achental vollständig aus erneuerbaren Energiequellen versorgen können«. So lautet die Vorgabe der politischen Verantwortungsträger. Wie schwierig diese Vorgabe zu verwirklichen ist, machte Björn Freitag von der »energie. concept. bayern« (ecb) in der jüngsten Sitzung des Überseer Gemeinderates mit der Vorstellung des Energiekonzeptes für das Achental deutlich.

Eine Beteiligung am gemeinsamen Energiekonzept Ökomodell Achental hatte der Gemeinderat in einer der vorhergehenden Sitzungen beschlossen und damit den bereits im November 2011 abgesegneten Alleingang in Sachen »Energiekonzept« aufgegeben.

Anzeige

»Unser Ziel ist es, einen Handlungsleitfaden für eine koordinierte und strukturierte Weiterentwicklung zu erstellen«, erklärte Freitag. Die Grundlage dafür sei zunächst eine detaillierte Bestandsaufnahme, die etwa ein Jahr in Anspruch nehmen werde. Erst danach könne man ein Nutzungskonzept für die Region aufstellen.

Energiebedarf in den Gemeinden ermitteln

Laut Freitag sei der erste Arbeitsschritt, den aktuellen Energiebedarf in den Gemeinden zu ermitteln. Dazu würden beispielsweise aussagekräftige Unterlagen von Kaminkehrern und Energielieferanten herangezogen. Auch die jeweiligen Energie-Infrastrukturen der Gemeinden, die aktuelle Wärmeerzeugung und die schon praktizierte Nutzung von erneuerbaren Energien müssten dokumentiert werden.

Als zweiter Schritt müssten laut Freitag die derzeitigen CO2-Emissionen festgestellt und für jede Gemeinde ein Energieprofil erarbeitet werden. Dabei wäre auch zu prognostizieren, welche Energie-Einsparmöglichkeiten es gäbe. Die Entwicklung des Energiebedarfs, der sich aus dem momentanen Energiebedarf, Effizienzmaßnahmen und Einsparmöglichkeiten ergibt, sei der dritte Schritt.

Fachmann sicherte größt- mögliche Transparenz zu

Die »Potenzialanalyse« nannte Freitag den letzten Schritt der Bestandsaufnahme. Sie geht der Frage nach, welche Möglichkeiten in der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung stehen, beispielsweise die Bio-, Solar-, Wind-, Wasserenergie oder die Geothermie. Aus diesen vier Schritten werden dann Maßnahmen der Energienutzung entwickelt. Es sollen auch die Ideen und Wünsche der Gemeinden einfließen.

Freitag informierte das Gremium, dass es bei dem Konzept nur um die Wärmegewinnung geht. In Sachen »Stromenergie« entwirft der Landkreis ein eigenes Konzept. Im Übrigen sicherte der ecb-Fachmann größtmögliche Transparenz zu. Die Öffentlichkeit werde über die einzelnen Verfahrensschritte detailliert informiert. bvd