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Besondere Ausstellung im Römermuseum

Seeon-Seebruck. Neben den bekannten archäologischen Funden kann das Römermuseum Bedaium derzeit mit weiteren Attraktionen aufwarten. Künstlerin Rosi Bauer aus Siegsdorf stellt bis Lichtmess einige ihrer sehenswerten, weihnachtlichen Krippen, Jesuskindl, Fatschenkindl und Klosterarbeiten aus.

Rosi Bauer präsentierte bei der Eröffnung eines ihrer vielen Prachtexemplare. (Foto: Mülller)

Erst im Herbst war der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium, Dr. Alfons Regnauer, durch einen Zeitungsartikel auf Rosi Bauer aufmerksam geworden. Schneller als erhofft ist sie nun seiner Einladung gefolgt und eröffnete im Römermuseum ihre sehenswerte Ausstellung. Seit 40 Jahren sammelt Bauer leidenschaftlich Gegenstände religiöser Volkskunst aus insgesamt sechs europäischen Ländern. Abgedeckt werden dabei die vergangenen vier Jahrhunderte.

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Das Sammeln ist das eine, das Restaurieren das andere. So restauriert Bauer Gnadenbilder, Weihnachtskrippen, Fatschenkindl und Klosterarbeiten aller Art. »Das Wachsgießen ist meine Spezialität«, erzählt Bauer. Seit sieben Jahren restauriert sie bereits mit großem Eifer die über 50 Zentimeter großen Krippenfiguren aus der Tittmoninger Stadtpfarrkirche und freut sich über jeden erzielten Fortschritt. Bauer hat sich immer nur kaputte Stücke gekauft, um sie dann mit alten Techniken, Materialien und Stoffen wieder herzurichten. Noch nie hat sie eines ihrer vielen Prachtexemplare verkauft.

Das Material finanziert sich die Künstlerin über den Verkauf von Klosterarbeiten und Weihnachtsschmuck. Früher hat sie in ihrer Werkstatt in Siegsdorf ausgestellt. Vor einem Jahr hatte ihr dann die Gemeinde Siegsdorf eine Wohnung gegenüber dem Naturkundemuseum zur Verfügung gestellt, die sie exakt nach ihren Vorstellungen umbauen und herrichten lassen konnte, um darin ihr Museum zu präsentieren. So entstand im zweiten Stockwerk des Hauses an der Hauptstraße 1 die Himmelswerkstatt, die zu den Öffnungszeiten des Naturkundemuseums bei freiem Eintritt besucht werden kann. Im dortigen Museum sind vor allem Klosterarbeiten, Fatschenkindl, Passions-, Wallfahrts- und Gnadenjesulein, Jesuskindlwallfahrten sowie Votivgaben ausgestellt. Die komplette Sammlung des Wallfahrtsmuseums hat Bauer mittlerweile der Gemeinde Siegsdorf als Dauerleihgabe übergeben, um das »Zusammenbleiben« zu sichern.

Ihre 40 gesammelten Krippen konnten bisher aus Platzgründen nicht öffentlich ausgestellt werden. Bisher, denn ein paar Schmuckstücke zeigt sie nun in Seebruck – ist es also eine Premiere. Bauers Krippen zeigen nicht nur die Weihnachtsgeschichte, sondern auch verschiedene biblische Szenen des kirchlichen Jahreskreises. Den Gästen wird beim Betrachten der Ausstellungsgegenstände schnell klar, wieviel Zeit, Feingefühl und Herzblut Bauer in ihre künstlerische Arbeit steckt. Die Krippenausstellung kann noch bis 2. Februar jeweils freitags, samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr im Römermuseum besichtigt werden. mmü