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Barocke Zunftstangen erstmals wieder zu sehen

Grassau. Drei Jahre hat die Restaurierung der 14 historischen Zunftstangen aus der Grassauer Pfarrkirche gedauert, weit über 20 000 Euro hat die Pfarrei dafür aufbringen müssen. An Mariä Himmelfahrt, dem Patrozinium der Pfarrkirche, war das restaurierte Zunftstangen-Ensemble nun erstmals öffentlich zu sehen. Künftig werden die Stangen, die verschiedene Schutzpatrone figürlich darstellen, an Hochfesten die Mittelschiff-bänke des Gotteshauses zieren.

Ein prunkvolles Bild bot sich den Gottesdienstbesuchern. Die 14 restaurierten und geschmückten Zunftstangen waren an den Kirchenbänken im Mittelschiff befestigt. (Foto: T. Eder)

Ein prunkvolles Bild bot sich den Gottesdienstbesuchern. Die 14 Zunftstangen waren mit eigens hierfür gefertigten Befestigungen an den Kirchenbänken angebracht und feierlich mit Bändern in Szene gesetzt. Auf dem Kopf der Stangen strahlten Kerzen.

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Es lohne, die Stangen genauer zu betrachten, meinte Pfarrer Andreas Horn bei der Messe. Sie seien nicht nur historisch und volkskundlich von Wert, sondern würden auch zeigen, was den Menschen vor 250 und 300 Jahren wichtig gewesen sei. Zunftstangen waren nicht vorrangig Zierde, so Horn, sie demonstrierten den Stolz der Menschen auf das eigene Können, das Handwerk, das sie meisterlich ausübten. Die heiligen Figuren symbolisieren die Schutzpatrone der jeweiligen Zunft und sind Ausdruck des christlichen Glaubens.

Die Restaurierung der 14 Zunftstangen war aufwendig. Einige von ihnen mussten aus Fragmenten wieder zusammengesetzt werden. Paarweise gehören die Zunftstangen zusammen. Besonders eindrucksvoll sind die Figuren, die zwei Vorderseiten haben. Prunkvoll sind die vergoldeten Holzornamente, die die farbenfrohen Figuren umrahmen, aber auch die kunstvoll gedrechselten Stangen. Jede Figur ist ein kleines Kunstwerk, gefertigt mit viel Liebe zum Detail. So lassen sich beim genaueren Betrachten auch kleine Handwerksgegenstände wie eine Schere oder ein Hammer gut erkennen.

Die gelungene Restaurierung der Stangen sei eine Leistung vieler, so Pfarrer Horn. Handwerker und Geschäftsleute, Gemeinde Grassau, Trachtenverein und private Spender unterstützten die Restaurierung finanziell. Noch seien einige Rechnungen offen. Wer ebenfalls einen Beitrag leisten möchte, könne dies mit einer Spende in den Opferstock der Kirche tun. Der Pfarrgemeinderat organisierte nach der Messe einen Frühschoppen im Hefterstadel. Der Erlös kommt ebenfalls der Renovierung der Zunftstangen zugute. tb