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Achental-Buslinie: Übersee stimmte Erweiterung zu

Übersee. In den Achental-Gemeinden steht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzungen die Ausweitung der Achental-Buslinie ab dem November 2014. Alle Überseer Gemeinderäte stimmten dem umfangreichen neuen Regelwerk in der jüngsten Sitzung zu. Der Achental-Urlauber kann danach zum Sonderpreis von einem Euro mit dem Bus bis Prien, Traunstein, Ruhpolding oder Inzell fahren.

Wie Bürgermeister Marc Nitschke ausführte, hat es eine erneute Initiative mit Bürgermeistern, Ökomodell Achental und dem Personennahverkehrsunternehmen Regionalverkehr Oberbayern (RVO) gegeben. Das Kundenangebot innerhalb der Achental-Buslinie soll ausgeweitet werden.

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Gemeinde gibt für jede Fahrt 1,97 Euro netto hinzu

Bisher beteiligten sich die Gemeinden Grassau, Marquartstein, Schleching, Staudach-Egerndach, Übersee und Unterwössen. Sie boten ihren Kurkarteninhaber mit der RVO kostenlose Busfahrten auf den RVO-Linien 9505, 9508 und 9509. Der Urlauber konnte kostenlos zwischen Oberwössen und Rottau oder Schleching-Ettenhausen und dem Dampfersteg in der Feldwies mit dem Bus fahren. Zum Vorzugspreis von vier Euro konnte er über diese Ziele hinaus die Buslinien in ganzer Länge befahren.

Ab dem 1. November 2014 sollen sich zusätzlich Reit im Winkl, Bergen, Grabenstätt und Siegsdorf beteiligen. Auch deren Kurkarteninhaber werden gefördert. Die Buslinien 9506, 9512 und 9514 würden mit in das Angebot aufgenommen. Der Feriengast aus Übersee kann mit seiner Kurkarte Reit im Winkel, Inzell, Ruhpolding und Traunstein jederzeit günstig erreichen. Den Fahrgast kostet das einen Euro. Die Gemeinde gibt für jede Fahrt ihres Gastes 1,97 Euro netto hinzu.

Die Gesamtverpflichtung der beteiligten Gemeinden innerhalb des Projektes ist auf zunächst 250 000 Euro im ersten Jahr gedeckelt. Vergleicht man das in einem Modell auf der Grundlage der Übernachtungszahlen, würde das anteilige Höchstrisiko der Gemeinde Übersee bei 26 000 Euro im Jahr liegen.

Vereinbarung mit der RVO mit zunächst drei Jahre

Fahrpreise und Höchstgrenzen gelten für das erste Vertragsjahr. Sie erhöhen sich in den weiteren Jahren entsprechend den Tariferhöhungen für die Fahrpreise innerhalb der RVO. Der Vereinbarung mit der RVO soll für zunächst bis zu drei Kalenderjahren gelten, ist aber auch schon zuvor mit einer Frist von sechs Monaten zum 30. April zu kündigen.

Bürgermeister Marc Nitschke sieht in dieser Vertragserweiterung mit seinen Bürgermeisterkollegen eine positive Entwicklung für den Tourismus und für die Umwelt. Auch wenn die Gemeinderäte dem Vorhaben insgesamt positiv gegenüberstanden, blieben dennoch Fragen. Wolfgang Hofmann (BP) sprach Bedenken aus. Angesichts der bisherigen Zahlungen für die RVO von rund 10 000 Euro pro Jahr bereite ein Kostenanteil Übersees von 26 000 Euro Sorge. Nitschke hielt ihm entgegen, dass das ja nur die Höchstgrenze sei. Tatsächlich sei das zu entrichtende Entgelt von den tatsächlichen Fahrten der in Übersee wohnenden Touristen abhängig. Paul Reichl (CSU) hielt das Projekt für eine gute Sache. Er empfahl, es erst einmal laufen zulassen, und dann aus den Erfahrungen zu lernen.

Der Gemeinderat genehmigte die Ausweitung und die Kostenverteilung nach den Fahrten der Kurkarteninhaber aus den jeweiligen Gemeinden. Eventuelle Förderungen sollen den Gemeindeanteil am Fahrpreis mindern. Jetzt bleibt es abzuwarten, wie die beteiligten Nachbargemeinden abstimmen. lukk