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Überseer Gemeinderat verabschiedete Haushalt – Bürgermeister Marc Nitschke sehr zufrieden

Übersee. »Wir sind auf einem guten Weg, haben alle geplanten Investitionen untergebracht und trotzdem noch rund 800 000 Euro Schulden abgebaut.« Das war das positive Resümee von Übersees Bürgermeister Marc Nitschke über den Haushalt 2013. Dieser wurde vom Gemeinderat in der jüngsten Sitzung einstimmig abgesegnet.

Weiterer Abbau der Schulden »ein schönes Gefühl«

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Wolfgang Hofmann (Bayernpartei) sprach Kämmerer Klaus Huber ein Lob für dessen klare und übersichtliche Erarbeitung des komplizierten Zahlenwerks aus. Oliver Engels (CSU) nannte den weiteren Abbau der Schulden einschließlich der Kassenkredite von 5,82 Millionen Euro im vorigen Jahr auf heuer vermutlich 5,016 Millionen Euro »ein schönes Gefühl«.

Bei einem Haushaltsvolumen von 10,26 Millionen Euro und Gesamtinvestitionen von 2,2 Millionen Euro konnte die Gesamtverschuldung um 502 000 Euro, inklusive Kassenkredite, sogar um 801 000 Euro auf 4,42 Millionen Euro beziehungsweise 5,02 Millionen Euro zurückgeschraubt werden. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 897 Euro (1019 Euro inklusive Kassenkredite).

Nach den großen Investitionen der vergangenen Jahre – das waren die beiden Eisenbahnunterführungen in der Ortsmitte und in Moosen, das neue Feuerwehrhaus und das Musikheim sowie der Kindergartenneubau – habe man auch heuer nicht die Hände in den Schoß gelegt.

Wie der Kämmerer erläuterte, stehen unter anderem Investitionen von 500 000 Euro für die Julius-Exter-Promenade, 480 000 Euro für die Sanierung der Brücken, 348 000 für die Sanierung der Straßen, 180 000 Euro für die Kanalisation, 171 000 für die Erweiterung der P+R-Anlage am Bahnhof und rund 81 500 Euro für Sanierungsarbeiten in der Schule auf der diesjährigen Agenda. »Insgesamt werden 2,2 Millionen Euro in die Infrastruktur der Gemeinde investiert, wovon die Gemeinde nach Abzug von Zuschüssen rund 936 000 Euro zahlen muss«, sagte der Kämmerer.

Grundsätzlich werde sich nach seinen Worten der Schwerpunkt der Gemeindeausgaben in Zukunft wieder weg von Neubauten mehr in Richtung Erhaltung und Sanierung entwickeln.

Hilfreich bei den geplanten Investitionen sind die zu er-wartenden, günstigen Steuerentwicklungen. So geht der Kämmerer nach vorsichtigen Schätzungen noch von Gewerbesteuereinnahmen von 985 000 Euro aus, nachdem die Gemeinde im vergangenen Jahr mit 1,4 Millionen Euro ihr bisher bestes Ergebnis einfahren konnte. Erfreulich sei auch die erneute Steigerung des Gemeindeanteils an der Einkommenssteuer von 9,63 Prozent auf 2,06 Millionen Euro. Alles in allem, so der Kämmerer, seien die Steuereinnahmen 2013 gegenüber den Vorjahren mit 3,1 Millionen Euro auf einem hohen Stand.

Auf der Umlagenseite muss die Gemeinde andererseits auch weiterhin mit dem letztjährig gestiegenen Hebesatz bei der Kreisumlage von 53,7 auf 55 Prozent leben, wodurch sich die Umlage um rund 87 000 Euro auf 1,9 Millionen Euro erhöht. Auch für die Folgejahre wird mit diesem hohen Niveau gerechnet.

Der neue Haushaltsplan besteht aus dem Ergebnis- und dem Finanzhaushalt. Im Ergebnisplan sind Erträge von 8,3 Millionen Euro und Aufwendungen von 7,9 Millionen Euro vorgesehen, was ein Jahresergebnis von 411 000 Euro bedeutet. Im Finanzhaushalt sind aus laufender Verwaltungstätigkeit an Einzahlungen 7,2 Millionen Euro und an Auszahlungen 6,9 Millionen Euro mit einem Saldo von 279 000 Euro angesetzt. Aus Investitionstätigkeiten sind an Einzahlungen 3,1 Millionen und an Auszahlungen 2,6 Millionen Euro mit einem Saldo von 524 000 Euro geplant. Aus Finanzierungstätigkeiten sind Auszahlungen von 801 000 Euro vorgesehen. Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Auszahlungen ist auf 1,875 Millionen Euro festgesetzt worden.

Nach 2012 zum zweiten Mal ohne Kreditaufnahme

Wie der Kämmerer betonte, ist man nach 2012 nun bereits zum zweiten Mal ohne Kreditaufnahme ausgekommen. Auch in der nächsten Zukunft plane man – trotz der anvisierten Investitionen von einer Million Euro im Jahr 2014 – nicht mit einer Neuverschuldung. Im Gegenteil: Nach seiner Einschätzung zeichnet sich ein weiterer Rückgang der Gesamtverschuldung bis zum Jahr 2016 auf etwa 3,4 Millionen Euro ab. bvd