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Überseer Energiewald ersetzt Heizöl

Übersee. Erst im Frühjahr 2011 hat Landwirt Peter Stöger die Pappelstecklinge für seinen Energiewald auf einem 3,5 Hektar großen Wiesengrundstück gesetzt. Jetzt sind die Pflanzen schon bis zu fünf Meter hoch. Im Winter 2014 soll die erste Ernte sein und das Holz im Biomassehof Achental verbrannt werden. Der Ertrag wird dann etwa 60 000 bis 70 000 Liter Heizöl entsprechen.

Peter Stöger (von rechts), Wolfgang Wimmer vom Ökomodell Achental und Feldholzbau-Fachmann Wolfram Kudlich am Rand des Energiewaldes in Übersee. (Foto: vom Dorp)

»Um unser Ziel zu erreichen, die Region bis zum Jahr 2020 mit Strom und Wärme aus eigenen Ressourcen versorgen zu können, sind wir auf der ständigen Suche nach neuen Energiequellen«, sagte der Geschäftsführer vom Ökomodell Achental, Wolfgang Wimmer. Das Ökomodell habe die Energieplantage von Anfang an unterstützt und auch die Abnahme der Ernte für die nächsten 20 Jahre garantiert. »So haben wir mehr Ware am Markt und die Landwirte eine Einkommensalternative«, beschreibt Wimmer die langfristigen Vorteile.

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2011 hatte Landwirt Stöger den Energiewald auf einem nicht gerade idealen Ackerboden gepflanzt. »Diese 3,5 Hektar große Wiese hatte einen ziemlich sauren und feuchten Boden, der zuvor nur ein- bis zweimal im Jahr geschnitten werden konnte«, sagt Wolfram Kudlich von der Feldholzanbau-Firma »Wald 21«, der Stöger bei der Planung und beim Anbau beraten hatte.

Die Pappel-Stecklinge sind maschinell gepflanzt worden, und zwar in Reihen mit einem Abstand von zwei Metern. Dem Holzfachmann zufolge habe sich der Wald seither gut entwickelt und inzwischen eine durchschnittliche Höhe von fünf Metern erreicht. Das entspräche dem generell zu erwartenden Wachstum von zwei Metern pro Jahr. Laut Kudlich könne man schon im Winter 2014 erstmals ernten – maschinell und es werde nur einen Tag dauern. Nach dem Abholzen muss die Plantage nicht neu bepflanzt werden, denn die Bäume schlagen im darauf folgenden Frühjahr neu aus.

Einen weiteren Pluspunkt für den Energiewald sieht Wimmer in dessen Anspruchslosigkeit: »Er wächst auch an Randflächen, die kaum nutzbar sind und eine geringe Bonität haben. Insofern sei eine Pflanzung nicht nur für Landwirte interessant, sondern auch für Gemeinden und andere Grundstückseigentümer.« bvd