weather-image
11°

Übernachtungszahlen sorgen für Diskussionsstoff

Ruhpolding. Ausschließlich mit Tourismusfragen befasste sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. So berichtete der Leiter der Touristinformation, Herbert Ringsgwandl, über die aktuellen Übernachtungszahlen. Daraus entbrannte eine intensive Diskussion.

Gegenüber August des Vorjahres könne Ruhpolding eine Steigerung von rund 1100 auf nunmehr 109 406 Übernachtungen verbuchen. Auch bei den Gästeanreisen habe es ein Plus von 669 Urlaubern auf jetzt 16 551 gegeben. »Ruhpolding war damit im August so gut wie ausgebucht«, so Ringsgwandl.

Anzeige

Aufgrund des veränderten Urlauberverhaltens mit dem Trend zu mehr Kurzurlauben seien aber die Übernachtungen im Vergleichsjahr auf 510 218 zurückgegangen. Ein Minus von fast 40 000 Nächtigungen gegenüber 2011/2012.

»Mir fehlt hier die Selbstkritik«, meinte dazu Wolfgang Heigermoser (CSU). Er vermisse das »Wollen«, außerdem sei seiner Meinung nach Ruhpolding zu hochnäsig an das Thema herangegangen. »Unser Anspruch muss sein, wieder über 600 000 Übernachtungen zu kommen«. Bürgermeister Claus Pichler verwahrte sich gegen den Vorwurf der Hochnäsigkeit. »Natürlich sind die Übernachtungszahlen für den Tourismus wichtig, aber eine Hochnäsigkeit im Umgang mit dem Thema kann ich bei bestem Willen nicht erkennen«, gab er zur Antwort.

Sepp Konhäuser (SPD) sah in den immer weniger werdenden Betten bei den Kleinvermietern einen der Hauptgründe. »Wir werden auch mit großen Hotels, die wir unbedingt brauchen, den Verlust von Betten bei den Kleinvermietern aber nicht kompensieren können«. Es sei zudem zu bedenken, dass 2012 die Biathlonweltmeisterschaft zu den guten Übernachtungszahlen beigetragen hat.

Sepp Hohlweger von der Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) meinte, dass das Marketing unter dem neuen Tourismusdirektor funktioniere, die Vor- und Nachsaison müsste aber noch mehr belebt werden und sein Fraktionskollege Hermann Hipf sagte: »Wir waren uns vor einem Jahr einig darüber, dass die veränderten Strukturen unseres neuen Tourismusdirektors erst nach rund zwei Jahren Früchte zeigen können.« Dieser Meinung war auch Theo Stegmeier (CSU): »Wir sind auf dem richtigen Weg, es bedarf aber Zeit«.

Zuvor legte Ringsgwandl den Ratsmitgliedern eine neue Idee vor, die er mit »Chiemgau 40« betitelte. »Es geht dabei um eine Erlebnislanglaufveranstaltung von Inzell über Ruhpolding nach Reit im Winkl«, erklärte er. Das »40 Kilometer Langlaufvergnügen« sei ein Projekt, das die Orte des Feriendreiecks einbinden und somit die Wahrnehmung als Wintersportdestinationen noch weiter stärken soll. »Damit könnte die 50 Jahre alte Tradition von Volkslangläufen fortgesetzt werden«.

Dies soll alles bewusst ohne Stoppuhr stattfinden, nach dem Motto: »Der Weg ist das Ziel«. Angedacht sei als Startort die Max-Aicher-Arena in Inzell, dann geht es über Ruhpolding bis nach Reit im Winkl, eine rund 40 Kilometer lange Wegstrecke. Auch über die Finanzierung des rund 50 000 Euro umfassenden Gesamtbudgets habe man sich schon Gedanken gemacht. Demnach sollen 30 000 Euro als Anteil aus den drei Orten des Feriendreiecks fließen und rund 20 000 Euro müssten aus Sponsorengeldern aufgebracht werden.

Dies alles bedürfe einer gewissen Vorbereitungszeit, sodass voraussichtlich im Januar oder Februar 2015 der Erlebnislanglauf »Chiemgau 40« zum ersten Mal gestartet werden könne, so Ringsgwandl. hab