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60 Jahre Werksfeuerwehr in der BSH-Herdefabrik Traunreut

Traunreut. Ein neues Löschfahrzeug bekam die Werksfeuerwehr der BSH-Herdefabrik Traunreut anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens. Im Rahmen der Jubiläumsfeier auf dem Werksgelände wurde das rund 300 000 Euro teure Fahrzeug eingeweiht. »Eine gute Ausrüstung ist wichtig, viel wichtiger aber sind die Menschen, die sich für den Dienst am Nächsten engagieren«, sagte die Evangelische Pfarrerin Betina Heckner, die gemeinsam mit Diakon Uwe Kraus das geschmückte TLF 16/25 segnete.

Für 25-jährigen aktiven Dienst zeichnete Kreisbrandrat Hans Gnadl (links) Robert Gruber, Peter Wieser, Klaus Burghartswieser und Erich Wedekind (von links) mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Freistaates Bayern aus. Mit ihnen freute sich Kommandant Günter Marks (rechts). (Foto: Rasch)

Dass das Fahrzeug rechtzeitig zum Jubiläum ausgeliefert werden konnte, sei das Verdienst des ehemaligen Werkleiters Stefan Lauwitz, sagte der Kommandant Günter Marks vor den rund 200 Gästen. Lauwitz habe die Neuanschaffung kurz vor seinem Wechsel von Traunreut nach München noch rechtzeitig angeleiert, so der Kommandant, der aus den Händen von Werkleiter Günter Striegl den Fahrzeugschlüssel in Empfang nehmen konnte.

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Gefeiert wurde das Jubiläum dann in der Kantine bei einem Abendessen mit Tombola und musikalischer Gestaltung der Band »Ragtag« aus Berchtesgaden. Günter Striegl, der zunächst einen ausführlichen aber ebenso interessanten Bogen zu den historischen Anfängen der Feuerwehren spannte, ließ die im Vergleich zu den Freiwilligen Feuerwehren in der Region relativ junge Geschichte der Werksfeuerwehr, revue passieren. Bevor die Siemens-Werksfeuerwehr im Traunreuter Werk als solche 1952 offiziell anerkannt worden sei, habe es 1946 in dem damaligen Siemens Kleinbauwerk in Hof bereits eine Löschgruppe gegeben. Mit der Verlegung des Werks nach Traunreut im Jahr 1949 sei die Wehr weiter ausgebaut worden. Als erstes Löschfahrzeug sei ein Opel Blitz angeschafft worden, ebenso einige Feuerlöscher und vier Atemschutzgeräte. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Werk und der Stadt Traunreut hatte schon damals bestanden: In Absprache wurde für die Siemens-Wehr ein Tanklöschfahrzeug angeschafft und für die Freiwillige Feuerwehr Traunreut dafür eine Drehleiter. So konnte man sich gegenseitig aushelfen. Nach und nach wurden die Schlagkraft und Schnelligkeit der Wehr und der vorbeugende Brandschutz weiter verbessert. Auf dem Werksgelände befinden sich heute 120 Hydranten, über 1000 Handfeuerlöscher, flächendeckende Rauchmelder, 13 CO2-Löschanlagen und eine Sprinkleranlage mit über 8000 Düsen. Wie Striegl weiter herausstellte, sei das Werk mit seinen heute über 2000 Mitarbeitern in den vergangenen 60 Jahren von großen Schäden verschont geblieben. Sein besonderer Dank galt den Aktiven, die ihren Dienst ebenso freiwillig verrichten wie ihre Kameraden bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Die Werksfeuerwehr ist zugleich auch zuständig für das benachbarte Siteco-Firmengelände. So beteilige sich Siteco finanziell auch an Neuanschaffungen, wie dem neuen Löschfahrzeug. »Wir sind froh, dass wir uns auf eine schlagkräftige Truppe verlassen können«, sagte Christian Fleindl von der Firma Siteco.

Bürgermeister Franz Parzinger äußerte den Wunsch, dass die Zusammenarbeit mit der Wehr, die sich ebenso positiv entwickelt habe wie das Werk, weiterhin so gut funktioniere wie bisher.

Als Vertreter der Kreisbrandinspektion Traunstein appellierte Kreisbrandrat Hans Gnadl an die Jugend, den Kameraden nachzueifern. ga