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300 Mitglieder beim Historischen Verein

Traunstein. Der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein hat nun 300 Mitglieder: Beim Auftakt der Vortragsreihe des Vereins in der Zieglerwirtsstube im Heimathaus begrüßte Vorstand Hans Helmberger das 300. Mitglied, Ehrentrud Heigermoser, und überreichte ihr ein Buchgeschenk. Großen Dank sprach Helmberger auch dem Leiter des Traunsteiner Heimathauses, Dr. Jürgen Eminger, aus, der dem Historischen Verein seit 25 Jahren mit großem Fachwissen und Engagement zur Seite steht.

Ehrentrud Heigermoser ist das 300. Mitglied des Historischen Vereins für den Chiemgau. Vorsitzender Hans Helmberger überreichte ihr zu ihrem »Einstand« ein Buchgeschenk. (Foto: Fröhler)

Um das Ende der Saline 1912 ging es bei diesem ersten von fünf Vorträgen, die der Verein bis zum März vorgesehen hat. Der Journalist Gernot Pültz schilderte, wie der bayerische Landtag vor 100 Jahren dazu kam, die lange Geschichte der Salzgewinnung in Traunstein mit der Schließung der Produktionsstätte zu beenden. Wirtschaftliche Faktoren waren für die Stilllegung der Saline ausschlaggebend.

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Nach der Auflösung des Salzmonopols des bayerischen Staates 1868 wurde es immer schwieriger, die Produktion in den drei Betrieben Bad Reichenhall, Traunstein und Rosenheim rentabel zu halten. Als die Produktion immer weniger Gewinn abwarf, musste sich der Standort in Traunstein nach einem Beschluss der Abgeordnetenkammer Anfang des 20. Jahrhunderts als erster den wirtschaftlichen Veränderungen beugen. Pültz rekapitulierte dabei unter anderem die Protokolle aus dem Bayerischen Landtag, die zeigen, dass Befürworter und Gegner des Weiterbetriebs der Traunsteiner Saline damals hart aufeinander geprallt waren, wobei sich die Gegner dabei durchsetzten. Quasi mit einem Federstrich wurde schließlich der fast 300 Jahre anhaltenden, wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte Traunsteins ein Ende gesetzt, und mit dem Versiegen der Sole ging auch das Ende der Traunsteiner Kur-Ambitionen einher. Mit Bildern aus dem Traunsteiner Stadtarchiv unterlegte Pültz seinen spannenden Vortrag, wobei in einer Aufnahme vom Turm der St.-Oswald-Kirche das gesamte Salinen-Areal mit Holzlagerplatz, Sudhäusern und Arbeiter- und Beamtenwohnungen sowie der Salinenkapelle sehr übersichtlich dargestellt war.

Die Zuhörer waren sich zum großen Teil einig, dass ihnen eine solche Perspektive der Traunsteiner Salinengeschichte in solcher Detailtreue bisher nicht bekannt war.

Bis zum März bietet der Historische Verein noch vier weitere Vorträge zu geschichtlichen Themen der Region. Die Veranstaltungen im Traunsteiner Heimathaus sind kostenlos und auch Nicht-Mitglieder sind dazu willkommen. mim