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Fachkreise: Verpackungen oft zu Unrecht am Pranger – Tag der Verpackung bei Brückner Maschinenbau in Siegsdorf

»Für Milliarden von Menschen lebensnotwendig«

Siegsdorf – Das Image von Verpackungen ist schlecht. Bilder von Verpackungsmüll auf den Weltmeeren, durch den Verzehr von Verpackungsresten verendete Tiere oder sich türmende Berge mit Verpackungsmüll tragen nicht unbedingt zum positiven Image von Verpackungen bei. Andererseits sind gerade in einer globalisierten Welt innovative und ressourcenschonende Verpackungen mehr denn je gefragt und im Einsatz. Statt das eigene Kaufverhalten zu hinterfragen, hagelt es aber oft genug Kritik an der Menge des Verpackungsmaterials, das man selbst entsorgen müsse.

Er sieht die Verpackung zu Unrecht in der Dauerkritik: Winfried Batzke, Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstitutes, betonte, dass eine sinnvolle Verpackung unverzichtbar für die Versorgung der Weltbevölkerung ist. (Foto: Wittenzellner)

Deshalb hat das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) einen »Tag der Verpackung« ins Leben gerufen, um über die Bedeutung von Verpackungen zu informieren. Daneben wolle man über die »Leistungsfähigkeit der Akteure informieren« – so das Selbstverständnis des dvi. In unserer Region wurde der Informationstag von dem Unternehmen Brückner Maschinenbau, Siegsdorf – nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich der Folien-Strecktechnologie – auf dem Firmengelände durchgeführt.

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Entsprechend der Zielsetzung des Tages waren neben Gästen aus der Kommunalpolitik und Behörden auch Schüler aus neun Schulen aus dem Realschulbereich bis hin zur Fachhochschule Rosenheim gekommen, um sich über die beruflichen Perspektiven in Unternehmen der Verpackungswirtschaft zu informieren.

Ludwig Eckart, Geschäftsführer Brückner Maschinenbau, betonte, dass eine optimale Verpackung gerade im Bereich von Lebensmitteln unerlässlich sei. »Verpackung ist für Milliarden von Menschen lebensnotwendig«, sagte er beispielsweise mit Hinweis auf in Flaschen abgefülltes Trinkwasser. Natürlich sei es wichtig und berechtigt, die jeweiligen Verpackungen kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig seien diese aber auch notwendig, um Lebensmittel haltbar über längere Entfernungen zu transportieren. Dieser Aspekt gewinne gerade vor dem Hintergrund einer rasant steigenden Weltbevölkerung eine immer größere Bedeutung.

»Das Image von Verpackungen ist schlecht«, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Verpackungsinstitutes, Winfried Batzke. Gleichzeitig verwies er auf technologische Entwicklungen, die Verpackungen effizienter, weniger umweltbelastend und ressourcenschonend machen würden, wie er am Beispiel eines Getränke-6er-Packs deutlich machte, bei dem der Materialeinsatz mit Klebepunkten und einem Tragegriff deutlich reduziert wurde, was zu einem deutlichen Rückgang des Einsatzes von Verpackungsmaterial führe. Verpackung habe gerade im Lebensmittelbereich mehr positive als negative Effekte und sei alternativlos. »Wir kommen ohne Verpackung nicht aus«, so sein Credo.

Dass die Verpackung gerade im Lebensmittelbereich einerseits einem technologischen Wandel unterliege, andererseits aber auch ein wichtiges Verkaufskriterium ist, darüber sprach Ron Exner, leitender Mitarbeiter des Lebensmittelkonzerns Mondelez International (früher Kraft Foods). Er machte deutlich, dass Verpackungen über die Jahrzehnte hin in einem deutlichen Wandel begriffen seien, wobei die Verbrauchersicherheit letztlich im Vordergrund stehe, auch wenn Aspekte wie beispielsweise Umweltverträglichkeit oder Nachhaltigkeit ebenfalls eine zunehmende Bedeutung bekommen hätten.

Nach weiteren Fachvorträgen rund um das Thema Verpackungen nutzten die Gäste die Möglichkeit zu einem Rundgang im Technologiezentrum des Veranstalters. Für die Schüler der verschiedenen Gymnasien war dabei das persönliche Gespräch an den Informationsständen der Hochschulen München und Rosenheim von Interesse. Dort erhielten sie weiterführende Informationen zu den Studiengängen Papier & Verpackung und Kunststofftechnik, die dort angeboten werden. awi