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»Wirtschaftsfaktor und Herzensangelegenheit«

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Biathlon-Weltcup in Ruhpolding
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Bürgermeister Claus Pichler ist auch Chef des Weltcup-Organisationskomitees. Er fiebert der Biathlon-Weltcup-Veranstaltung in Ruhpolding schon entgegen. (Foto: Brenninger)

Die Anspannung steigt: Mitte Januar 2019 beginnt der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding, und auch Bürgermeister Claus Pichler als Chef des Weltcup-Organisationskomitees fiebert schon der Veranstaltung entgegen. »Wir hatten heuer einen guten Kunstschneevorrat, und in den kalten Tagen konnten wir noch einmal weiter Kunstschnee herrichten. Derzeit sieht es gut aus«, freut er sich.


Aber: »Eine Garantie gibt es nicht. Wetterkapriolen gab es schon immer mal, und das ist schließlich eine Freiluftveranstaltung. Vor einigen Jahren musste ich sogar richtig um Schnee betteln.« Ein Helfer in der Not war damals Hochfilzen.

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Wichtig sind »viele gute Veranstaltungen«

In diesem Winter hatten die Hochfilzener um die Ausrichtung ihres Weltcups bangen müssen. »Diesmal haben wir ihnen geholfen, auch wenn wir keine großen Mengen Schnee liefern konnten. Aber es ist für den gesamten Sport wichtig, dass es viele gute Veranstaltungen gibt.« Daher versuchten besonders die Weltcup-Veranstalter in Antholz, Hochfilzen, Pokljuka, Oberhof und Ruhpolding zu kooperieren, denn es gehe um den gesamten Biathlonsport. Auch mit dem Biathlon auf Schalke arbeite man gut zusammen.

Froh ist Pichler auch darüber, dass nach dem Führungswechsel im Weltverband IBU »jetzt die Konturen geklärt sind und die Funktionäre das Thema Dopingbekämpfung ernst nehmen.« Auch wenn man Doping wohl nie ganz ausmerzen könne, »müssen wir so etwas bekämpfen.«

Das sei wichtig für die Glaubwürdigkeit des Sports und damit auch das Zuschauerinteresse. Dieses ist heuer bislang sehr gut, der Vorverkauf läuft erfreulich.

»Wir hatten jetzt noch einmal eine große Logistik-Besprechung mit den beteiligten Abteilungsleitern und Stadionleiter Engelbert Schweiger (Vize des OK, d. Red.). Denn es ist wichtig, dass wir im Mannschaftsgeist arbeiten«, betont der OK-Chef.

Neben der hohen Kompetenz in der Organisation, die man bieten könne, sei vor allem wichtig: »Die Sportler, die Betreuer und die Fans sollen sich hier wohlfühlen.« Das »Prinzip Gastfreundschaft« sei in allen Bereichen wichtig. »Und wenn uns die Fans dann dafür loben, gebe ich das gerne an unsere Helfer weiter.«

Bei den Gesprächen mit den Helfern habe er auch diesmal schon im Vorfeld gespürt, »dass die für die Veranstaltung brennen. Das ist erfreulich.«

Um den Gästen ein besonders gutes Biathlon-Erlebnis bieten zu können, muss man aber gut vorbereitet sein. Daher gibt es für Pichler und die weiteren Verantwortlichen sowie die Gemeindeverwaltung auch in den Weihnachtsferien nur kurze Verschnaufpausen. Zum einen, »weil spätestens ab dem 2. Weihnachtsfeiertag ja viele Feriengäste da sind«, zum anderen, weil die Vorbereitungen für den Weltcup fortgesetzt werden müssen. Unter anderem steht in der ersten Januar-Woche auch die Akkreditierung der zahlreichen Helfer auf dem Programm. Danach geht es in den Endspurt der Vorbereitungen für den Weltcup ab 15. Januar 2019.

Verständnis bei Politikern wächst

»Biathlon ist für uns Wirtschaftsfaktor und Herzensangelegenheit«, betont Claus Pichler. Doch damit die »Herzensangelegenheit« während des Jahres in Sachen Finanzierung der Sportstätten nicht zur »Herz-Schmerz-Angelegenheit« wird, sei es nötig, die Finanzierung der Sportstätten besser abzusichern. Inzwischen sei in der Bundespolitik »das Verständnis für die Problematik stark gewachsen«, freut sich Pichler. Es seien allerdings noch weitere Schritte nötig, »denn das müssen nicht nur die Sportpolitiker so sehen, sondern auch die Finanzpolitiker.«

Immerhin sei es gelungen, dass sich alle 16 Bundesländer auf weitere Maßnahmen geeinigt hätten. Denn zum finanziellen Risiko sollen die Sportstätten und der Weltcup nicht werden, »letztlich sind ja der Gemeinderat und ich verantwortlich dafür, dass das die Gemeinde finanziell nicht zu sehr belastet.«

Da es jedoch nicht nur in diesem Punkt Hoffnung gibt, sondern auch gute Aussichten auf einen auch in finanzieller Hinsicht erfolgreichen Weltcup besteht, kann Pichler in dieser Hinsicht aber auch aufatmen. Denn die Konzentration soll ja nun dem Biathlon-Weltcup gelten. who