Zum Pflücken gekennzeichnet: Gelbes Band markiert Obstbäume im Landkreis

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Beim Start der Aktion in Oberteisendorf (von links): Bürgermeister Thomas Gasser, Maria Anna Kern, Vorsitzende des Gartenbauvereins Oberteisendorf, Landrat Bernhard Kern, Kreisfachberater Sepp Stein, Gartenbau-Kreisvorsitzender Andreas Lexhaller und Baumeigentümer Matthias Mayer. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Im Garten von Matthias Mayer in Oberteisendorf startete die Aktion »Gelbes Band gegen Obstverderb und Lebensmittelverschwendung«. Es ist eine landkreisweite Aktion des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege Berchtesgadener Land sowie des Kreisfachberaters des Landkreises Sepp Stein. Auch Landrat Bernhard Kern und Bürgermeister Thomas Gasser kamen zum offiziellen Start.


Kern hatte die Initiative angeregt und dachte dabei ursprünglich nur an eine Aktion in der Marktgemeinde. Bäume und Sträucher, deren Obst von den Besitzern nicht vollständig abgeerntet und verwertet werden kann, sollten durch ein entsprechendes Band gekennzeichnet und damit zur Ernte durch die Allgemeinheit freigegeben werden. Beim Kreisverband fand die Idee großen Anklang und führte zu dem Entschluss, die Initiative auf den ganzen Landkreis auszudehnen. Um eine einheitliche Kennzeichnung landkreisweit zu gewährleisten, hat der Kreisverband gelbe Bänder zur Kennzeichnung der Bäume, die beerntet werden dürfen, bedrucken lassen und an die Gartenbauvereine ausgeteilt. Dort können sie Interessenten, die ihre Obstbäume freigeben möchten, abholen und gut sichtbar an den Bäumen anbringen.

Landrat Kern begrüßte die Initiative: »Es ist wichtig, dass wir im Landkreis ein Zeichen setzen gegen Obstverschwendung. Heimisches Obst soll nicht am Boden verfaulen, sondern kann so an Mitbürger weitergegeben werden, die sich freuen und eine sinnvolle Verwendung dafür haben.« Sepp Stein und Andreas Lexhaller, Vorstand des Kreisverbands, bedankten sich bei Maria Anna Kern, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Oberteisendorf, für die Initiative. Gefragt nach ersten Reaktionen, sagte Kern, dass sie schon knapp 20 Bänder an Interessenten vergeben habe und die Nachfrage steige.

Auch Matthias Mayer, der zwei Apfelbäume und einen Zwetschgenbaum gekennzeichnet hat, weiß über erste Ernter bei ihm zu berichten. »Mich freut es, dass mein Obst jetzt nicht mehr kaputt geht«, so Mayer. Die Ernte sollte in haushaltsüblichen Mengen erfolgen, darauf wies Maria Anna Kern hin. »Wir wollen keine Konkurrenz aufbauen gegen Most- und Privatpressen«, betonte auch der Kreisvorsitzende Lexhaller. Er erklärte zudem rechtliche Aspekte der Aktion: Der Eigentümer erlaube durch das Anbringen des Bandes das Betreten seines Grundstückes, wodurch automatisch die Haus- und Grundstücks-Haftpflichtversicherung des Grundeigentümers wirksam werde. Die Ernteaktion erfolgt auf eigenes Risiko, jeder Obstpflücker handelt eigenverantwortlich. Wer ernten will, kann seine eigenen Leitern mitbringen. Aus versicherungstechnischen Gründen sollen die Besitzer keine Leitern zu Verfügung stellen. »Obstretter« sollen beim Ernten sorgsam und respektvoll mit den Obstbäumen umgehen. Auch davon wird der Erfolg der Aktion abhängen. Die Gemeinde Teisendorf, so Bürgermeister Gasser wird alle gemeindlichen Obstbäume mit dem gelben Band kennzeichnen und für die Allgemeinheit freigeben.

Die Kontaktdaten der Gartenbauereine, bei denen man die gelben Bänder erhalten kann, sind im Internet unter garten-bgl.de zu finden. kon

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