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Vorbereitet sein für die nächste Sturzflut

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Starke Schäden gab es nach dem letzten Hochwasser an der Straße von Ramsau nach Babing. (Foto: Archiv Konnert)

Teisendorf – Unter dem Eindruck der Starkregenereignisse am 4. August dieses Jahres, die auch in der Marktgemeinde an vielen Stellen große Schäden verursacht haben, hat der Gemeinderat beschlossen, ein integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement zu erstellen. Es soll vor allem zeigen, wo es in der Gemeinde außerhalb der größeren Fließgewässer wie die Sur, Schwachstellen gibt, die von Sturzfluten besonders betroffen sein können, und Maßnahmen aufzeigen, durch die dieses Risiko gemindert oder beseitigt werden kann. Die Verwaltung wurde beauftragt, die notwendigen Schritte zu veranlassen.


Sturzfluten sind besonders plötzlich und unerwartet auftretende Hochwasserereignisse. Ausgelöst werden sie von außergewöhnlichen Starkregen, die starken Oberflächenabfluss, schnell ansteigende Wasserstände und kräftige Abflusswellen bilden. Sie treten lokal sehr begrenzt auf und treffen dadurch vor allem kleine Gewässer und ihre zugehörigen kleinen Einzugsgebiete. Daher sind Sturzfluten eine schwer einzuschätzende Gefahr. Dieses Szenario ist in Teisendorf auch am 4. August eingetreten und hat zu Überschwemmungen und Schäden auch in Bereichen geführt, wo man dies so nicht erwartet hätte. Da solche Ereignisse im Zuge des Klimawandels wahrscheinlich häufiger werden, sieht sich die Gemeinde in der Pflicht, ein Konzept zu haben, um potenziellen Gefahren vorzubeugen.

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Vor der Gemeinderatsentscheidung hatte es in der Verwaltung ein Abstimmungsgespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein gegeben, bei dem Möglichkeiten zur Erstellung eines solchen Konzeptes diskutiert wurden, informierte Bürgermeister Thomas Gasser den Gemeinderat. Zur Sitzung eingeladen war auch Stefan Hollrieder vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein, um den Gemeinderäten auf eventuelle Detailfragen Rede und Antwort zu stehen.

Johannes Steinkellner von dem Beratungsbüro Aquasoli, der auch anwesend war, berichtete von einem Sonderförderprogramm des Freistaates Bayern zu »Integralen Konzepten zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement«. Es richtet sich insbesondere an kleinere Kommunen, für die Sturzfluten eine existenzielle Bedrohung sein können. Ziel des Förderprogramms ist es, die Hochwassergefahren nicht nur von kleinen Gewässern, sondern auch von sogenanntem wild abfließendem Wasser in einer Kommune zu erkennen. Darauf aufbauend werden individuelle Handlungsmöglichkeiten und Schutzmaßnahmen für die Kommunen sowie für die Betroffenen vor Ort aufgezeigt.

Das Sonderförderprogramm, sagte Hollrieder, sei vom Bayerischen Umweltministerium nach den Hochwasserereignissen von 2018 aufgelegt worden und laufe Ende dieses Jahres aus. Daher müsse der Antrag auf Förderung bis zum 31. Dezember bei der Behörde eingegangen sein. Das Programm wäre für Teisendorf, mit seinen vielen kleinen Zuflüssen aus dem Bereich des Teisenbergs, gut geeignet.

Gefördert werden 75 Prozent der Kosten für die Ingenieurleistungen zur Erstellung eines solchen Konzeptes. Die maximale Fördersumme je Projekt beträgt 150 000 Euro. Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, die notwendigen Schritte zur Erstellung eines Förderantrags zu veranlassen. Die Konzepterstellung steht unter dem Vorbehalt der Förderung. kon

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