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Tulpenblüten am Baum

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Die charakteristischen Blüten in Tulpenform geben dem Baum seinen Namen: Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera). (Foto: Konnert)

Teisendorf – Die Tulpen in den Gärten und Parks sind schon lange verblüht. Jetzt überrascht ein großer, weitausladender Baum in dem kleinen Park an der Lindenallee in Teisendorf mit tulpenähnlicher Blütenpracht. Auch seine vergleichsweise großen Blätter erinnern in ihrer Form an eine Tulpe, so wie man sie oft in ihren Konturen skizziert und als Kind zeichnen lernt. Passend dazu ist auch sein Name: »Tulpenbaum«, im lateinischen Liriodendron tulipifera.


Seine grüngelben bis schwefelgelben Blüten, die an der Innen- und Außenseite zusätzlich ein orangefarbenes Muster tragen, öffnen sich von Mai bis Juni. Aus ihnen werden sich später spindelartige sechs bis sieben Zentimeter lange Früchte entwickeln, die sehr urtümlich sind und an Zapfen von Nadelbäumen erinnern. Hier zeigt sich, dass der Tulpenbaum zu den Magnoliengewächsen und damit zu den ältesten Bedecktsamern auf der Erde zählt.

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Noch aber sind die Blüten am Baum in Teisendorf zu bestaunen und locken auch viele Bienen an, denn sie sind auch eine wertvolle frühsommerliche Bienenweide. Allerdings braucht es etwas Geduld, denn der Tulpenbaum blüht erst nach 14 bis 15 Jahren. Dann aber können bereits junge Bäume bis zu zwei Kilogramm Honig liefern. Der Tulpenbaum kommt aus dem östlichen Nordamerika, wo er zwischen der kanadischen Provinz Ontario und Nordflorida wächst, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in den Appalachen. Er ist in seiner Heimat eine der wichtigsten Laubbaumarten aufgrund seines schnellen Wachstums und seines wertvollen und vielseitig verwendbaren Holzes.

Dieses ist stabil, rissfest und leicht zu bearbeiten. Man macht daraus unter anderem Fenster, Furniere, Sperrholz, Verschalungen, Regale, Spielwaren, Körbe, Musikinstrumente, Bleistifte und Zündhölzer. Wirtschaftliche Bedeutung hat es auch zur Zellstoff- und Papierherstellung. Nicht umsonst ist der Tulpenbaum der offizielle Staatsbaum der US-Bundesstaaten Kentucky, Indiana und Tennessee.

Um 1660 wurde der schöne Baum als Ziergehölz in Garten- und Parkanlagen nach England gebracht. Um 1737 sind Anbauten in Deutschland nachgewiesen, auch wenn erste Exemplare vereinzelt schon früher in Parks angepflanzt wurden. Mittlerweile wird Liriodendron tulipifera in Deutschland auch als eine Baumart gesehen, mit der das Baumartenspektrum im Klimawandel verbreitert werden könnte. Wichtige Eigenschaften sprechen dafür: Der Baum ist hitzeverträglich, frosthart, sturmfest und pflegeleicht, hat gute Holz- und Wuchseigenschaften.

Noch aber wird er bei uns vor allem in größeren Gärten und Parks in Einzelstellung oder in kleinen Gruppen gepflanzt. Dort ist er aufgrund seiner Wuchshöhe und seiner ausladenden Krone ein wahrer Blickfang, nicht nur zur Blütezeit.

Denn sein großer Auftritt kommt erst im Herbst. Dann verfärben sich seine schönen, großen Blätter in ein spektakuläres Goldgelb und bringen einen Hauch von »Indian Summer« in den kleinen Park. kon

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