Surgruppen-Verband 2022 finanziell gefordert: Investitionen in Höhe von 289.000 Euro vorgesehen
Bildtext einblenden
Der Zweckverband nutzt Baumaßnahmen der Gemeinden wie hier den Bau eines Radwegs auf einem Teilabschnitt zwischen Oberteisendorf und Achmühle zur Leitungserneuerung. Auch hier wurde bereits eine Wasserleitung verlegt. (Foto: Mergenthal)

Surgruppen-Verband 2022 finanziell gefordert: Investitionen in Höhe von 289.000 Euro vorgesehen

Teisendorf – Deutlich mehr Geld als noch 2020 mit 1,37 Millionen Euro nimmt der Zweckverband zur Wasserversorgung der Surgruppe heuer für den Unterhalt seines Leitungsnetzes und seiner Brunnen in die Hand: 1,93 Millionen Euro laut Haushaltsansatz. Im Jahr 2021, das noch nicht abgerechnet ist, waren sogar gut 2,18 Millionen Euro angesetzt. Einstimmig verabschiedeten die Verbandsräte in ihrer Versammlung im Festsaal Neukirchen das Zahlenwerk.


Der Zweckverband versorgt knapp 30.000 Personen aus neun Gemeinden mit Trinkwasser: im Berchtesgadener Land Anger, Ainring, Saaldorf-Surheim und Teisendorf sowie im Landkreis Traunstein Petting, Siegsdorf, Surberg, Waging am See und Wonneberg. Weitere Wasserlieferungen gibt es über Zweckvereinbarungen beziehungsweise Notverbindungsleitungen in Teile von Traunstein, Piding, Laufen und zur Otting-Pallinger Gruppe. Das Leitungsnetz umfasste zum Jahresende etwa 517 Kilometer und 8339 Hausanschlüsse.

Der Wirtschaftsplan schließt im Erfolgsplan in den Erträgen mit gut 4,45 Millionen Euro und in den Aufwendungen mit rund 5,10 Millionen Euro. Unter dem Strich ergibt sich ein Verlust von 644.900 Euro. Im Vermögensplan sind Einnahmen und Ausgaben von je 1,11 Millionen Euro vorgesehen. Für Investitionen billigte die Versammlung Kreditaufnahmen in Höhe von 289.000 Euro.

Als wichtigste Einnahme stehen dem Zweckverband die Umsatzerlöse mit gut insgesamt 4,366 Millionen Euro zur Verfügung. Da es mehr Wasserzähler gibt, steigen die Grundgebühren von geplant 977.000 Euro laut Ansatz 2021 auf 982.000 im Ansatz 2022 an. Bei den Verbrauchsgebühren sei man mit 2,894 Millionen Euro »relativ stabil unterwegs seit 2020«, erläuterte Werksleiter Franz Hasholzner.

Bei den Aufwendungen sei man beim Materialverbrauch, der mit 165.000 um fast 60.000 Euro höher veranschlagt wurde als 2021, vor den allgemeinen Kostensteigerungen nicht gefeit.

Beim im Vergleich zu 2021 ebenfalls um 50.000 Euro höher auf 90.000 Euro angesetzten Brunnenunterhalt seien das Fliesen und die Eingangstür in den Brunnen Gemach 1 und 2 enthalten. Auf die Leitungen und Hausanschlüsse entfallen beim Unterhalt heuer 1,63 Millionen Euro, auf die Hochbehälter 30.000 Euro und auf die Fernsteuerung 180.000 Euro. Bei den Personalkosten schlagen die 1,8 Prozent tarifliche Steigerung zu Buche. Der Personalaufwand wird auf knapp 1,077 Millionen Euro festgesetzt, die sozialen Aufwendungen auf 316.500 Euro.

Im Vermögensplan ist der größte Posten in den Einnahmen die Abschreibung von 605.000 Euro. Die Tilgung von Krediten ist mit 439.000 Euro eingeplant. Für 25.000 Euro entsteht am Betriebsgebäude eine Außentreppe, um für den Sitzungsraum einen zweiten Fluchtweg zu erhalten. In Verteilungsanlagen investiert der Verband 234.000 Euro, in technische Anlagen und Maschinen 35.000 Euro, in die Betriebs- und Geschäftsausstattung 275.000 Euro und in geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 50.000 Euro. Unter anderem werden ein Ersatzauto für den technischen Leiter und ein Minibagger angeschafft, und weitere Untersuchungen im Schutzgebiet Vogling stehen an.

Am Stellenplan mit derzeit 21 Beschäftigten hat sich nichts geändert. Mit der Rücklage in Höhe von 99.000 Euro ist die Surgruppe deutlich über der Mindestrücklage, die sich auf 49.782 Euro belaufen würde.

Die geplanten Projekte präsentierte Technischer Betriebsleiter Christian Willberger. Für rund 1,45 Millionen werden Leitungen erneuert. Dabei hängt sich die Surgruppe meist an Baumaßnahmen der Gemeinden dran, wie Geh- und Radwegebau oder Straßenbau, und nutzt diese zum Erneuern von Leitungen. Die größten Vorhaben sind mit 336.800 Euro eine Erneuerung am Dorfplatz Anger im Zuge des Straßenbaus und zwei Abschnitte in Hufschlag für 108.000 – im Zuge des Gasleitungsbaus - beziehungsweise 110.000 Euro im Zuge einer Verlegung wegen einer Bebauung.

Auch in Plattenberg, Surberg, Thundorf, Thundorfer Mühle, Ufering und weiteren Weilern wird gebaut. Für 212.500 Euro werden die Baugebiete Ufering Linden II mit 13 Parzellen, Roßdorf West mit sieben Parzellen, Surheim Reiterweg mit acht Parzellen, Thundorf nördlich der Schule mit 15 Parzellen sowie Plattenberg mit vier Parzellen erschlossen.

Verbandsvorsitzender Thomas Gasser nannte die Haushaltlage »angespannt«, es sei schwierig, größere Maßnahmen zu schieben. Immerhin habe man die Sanierung des Hochbehälters Surberg und den dritten Bauabschnitt der Fernwirkanlage ins Jahr 2023 verlegen können.

Aufgrund der günstigen Witterung kann aktuell bereits weiter gebaut werden. Für Herbst, nach Vorliegen des Ergebnisses 2021, kündigte Gasser die Kalkulation eines neuen Trinkwasserpreises an. Das Gremium stellte nach den entsprechenden Prüfberichten auch den Jahresabschluss 2020 fest. Das Jahr 2020 schloss mit einem Verlust von 202.992 Euro.

Das wurde 2021 gebaut

Wassermeister Sepp Enzinger berichtete in der Verbandsversammlung, dass die Surgruppe 2021 knapp 1,29 Millionen Euro in den Leitungsbau investierte. Insgesamt wurden 3986 Meter Leitung verlegt, davon waren 3365 Meter Erneuerungen. Es gab 73 Hausanschluss-Änderungen, 23 Bauanschlüsse, 53 Neuanschlüsse und 42 Rohrbrüche. Mit einer Eigenleistung von knapp 9850 Euro beteiligte sich der Verband am Leitungsbau.

Größere Baumaßnahmen waren unter anderem die Pumpleitung für die Brunnen Gemach I und II für gut 583.000 Euro, die Erneuerung von 36 Hausanschlüssen für gut 230.700 Euro in der Jahnstraße, St.-Ulrich-Straße und dem Gartenweg, wo die Leitungen bisher kreuz und quer durch Gärten über Privatgrund liefen. Im Baugebiet Oberwurzen III wurden für knapp 40.000 Euro 15 Bauanschlüsse erstellt, wobei die Surgruppe rund 1800 Euro selber trug. Am Maurerweg in Anger gab es für knapp 93.500 Euro sieben Hausanschluss-Änderungen, bei rund 1190 Euro Eigenleistung.

vm

Mehr aus Teisendorf