Schaffung von Wohnraum durch Erweiterungen von Häusern – Nachverdichtung in Teisendorf

Bildtext einblenden
In der Vogelau gilt jetzt ein geänderter Bebauungsplan, der eine Nachverdichtung einfacher macht. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Mit knapper werdendem Bauland und steigenden Grundstückspreisen mehren sich bei der Gemeinde die Anträge zur Schaffung von Wohnraum durch Erweiterungen von Häusern. Oft lassen dies die derzeitigen Bebauungspläne nicht zu, weil beispielsweise die Baugrenzen sehr eng gefasst und die Wandhöhen und das Maß der baulichen Nutzung ausgereizt sind.


Andererseits würde die Größe mancher Grundstücke eine Nachverdichtung zulassen, wie sie auch vom Landesentwicklungsprogramm gefordert wird. Eine Änderung gesamter Be-bauungspläne sah der Bau- und Umweltausschuss als sinnvoller an, als vorhabenbezogene Änderungen für Einzelfälle. Bereits in der Januarsitzung hat der Ausschuss den Aufstellungsbeschluss zur ersten Änderung des Bebauungsplans Neukirchen – Rainerfeld II gefasst. Ausgangspunkt war der Antrag eines Eigentümers, der sein Haus erweitern und eine Familienwohnung einbauen wollte.

Die von Stadtplanerin Gabriele Schmid aus Teisendorf ausgearbeitete Entwurfsplanung wurde jetzt vom Bau- und Umweltausschuss gebilligt. In der Planung wurden die Baugrenzen vergrößert, die Begrenzung der Wohnungen zurückgenommen und das Maß der baulichen Nutzung erhöht. Zudem wurde die seitliche Wandhöhe angepasst, damit das Obergeschoß besser ausgenutzt werden kann. Der Ausschuss beschloss die öffentliche Auslegung des Entwurfs sowie die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Bereits einen Schritt weiter war man beim Bebauungsplan Vogelau II. Für die dritte Änderung wurden die eingegangenen Stellungnahmen abgewogen und der Satzungsbeschluss gefasst. Mit der Änderung sollen auch hier die Voraussetzungen zu einer städtebaulich angemessenen Nachverdichtung geschaffen werden. Im Geltungsbereich liegen 20 Bauplätze, von denen fünf noch nicht bebaut sind. Durch die Änderung wurden die Baugrenzen vergrößert und der Flächenanteil, der je Grundstück bebaut werden darf (GRZ) sowie die Geschoßflächenzahl (GFZ) erhöht. Weiter wurde die maximale Zahl von Wohnungen je Gebäude von zwei auf drei erweitert. Für die noch nicht bebauten Parzellen wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass Einzel- oder Doppelhäuser gebaut werden können.

Im Zuge der öffentlichen Auslegung hat der Eigentümer eines der betroffenen Grundstücke in einer Stellungnahme angemerkt, dass seines Erachtens nach nicht bei allen Flurstücken das volle Potenzial ausgeschöpft worden sei. Bei einigen Baugrundstücken sei die Erweiterung des Baufensters so minimal, dass ein wirtschaftlich rentabler Anbau nicht möglich ist und somit das Ziel der Nachverdichtung nicht erreicht werden könne.

Die Baugrenzen habe man nicht auf das Maximum ausgelegt, sondern auf die Ausgewogenheit im Baugebiet, so die Verwaltung. Allerdings konnte man nach Rücksprache mit dem Planungsbüro dem Wunsch des Eigentümers nachkommen und für sein Grundstück die Baugrenzen etwas größer fassen. Das sei städtebaulich noch vertretbar und die Grundzüge der Planung seien nicht betroffen, so Bauamtsleiter Theo Steinbacher. Der Ausschuss folgte dieser Argumentation. Von Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange kamen nur wenige Stellungnahmen, die der Bau- und Umweltausschuss unkommentiert zur Kenntnis nahm oder aufgrund derer textliche Änderungen oder bestimmte Hinweise in die Planung aufgenommen wurden. Der Ausschuss stellte letztlich fest, dass durch die beschlossenen Änderungen oder Ergänzungen die Grundzüge der Planung nicht berührt sind und beschloss die dritte Änderung des Bebauungsplans Vogelau II als Satzung.

Auch bei einem Antrag aus Oberteisendorf ging es um eine Befreiung von den Fest-setzungen des Bebauungsplans. Dort will ein Bewohner einen Carport zum Unterstellen eines Wohnmobils und eines Autos bauen. Im Bebauungsplan Weidacherfeld ist kein Baufenster für einen Carport oder andere Nebenanlagen in dieser Größe vorgesehen. Zu dem Antrag beschloss der Ausschuss, die isolierte Befreiung zum Bau des Carports zu erteilen. Der Genehmigungsbescheid ist mit dem Zusatz versehen, dass Einschränkungen durch den Winterdienst geduldet werden müssen und für Schneeablagerungen, die so entstehen, kein Anspruch auf Beseitigung besteht.

kon

Mehr aus Teisendorf