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Nach Hochwasser: Mehr Hilfe für geschädigte Bürger gefordert

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Die meisten Schäden des Hochwassers vom 4. August wurden laut Gemeindeverwaltung inzwischen aufgenommen und dokumentiert. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Nach dem Bau- und Umweltausschuss hat sich jetzt auch der Gemeinderat mit den Folgen des Hochwassers vom 4. August beschäftigt, das Teisendorf stark getroffen hat. »Wir wissen noch nicht, wie dieses Extremereignis von den Fachbehörden eingestuft wird, ob es sich zum Beispiel um ein Jahrhunderthochwasser oder ein Einzelereignis handelt«, so Bürgermeister Thomas Gasser. »Aber 146 Liter pro Quadratmeter in zehn Stunden am Teisenberg sind sicher einmalig«.


Laut Gemeindeverwaltung wurden die meisten Schäden inzwischen aufgenommen und dokumentiert. Gut achtzig Eintragungen enthält die Schadensliste, die die stellvertretende Bauamtsleiterin Marianna Baumgartner aufgrund der Meldungen der Bürger oder des Bauhofs zusammengestellt und mit Bildern unterlegt hat. »Es kommen aber immer noch Schäden auf, die wir, sobald sie uns gemeldet sind, gemeinsam mit den Anwohnern besichtigen und festhalten.«

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Kosten für Gemeinde von über 200 000 Euro

Derzeit werden die Schäden an Gemeindestraßen und öffentlichen Gewässern auf circa 200 000 Euro geschätzt. Dazu kommen 3000 Euro Schaden an der gemeindlichen Kläranlage und 20 000 Euro für erforderliche Kanalspülungen. Die Schäden an Privatgebäuden und an landwirtschaftlichen Flächen beziehungsweise Ernteausfällen wurden von der Verwaltung nicht geschätzt.

Intensiv diskutiert wurden im Rat die großen Schäden an einem Privatanwesen in Thalhausen durch einen Murenabgang und an einer privaten Brücke in Punschern, die zur Zeit vom Bauamt aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt wurde, weil sie einsturzgefährdet ist.

Bei dem Murenabgang in Thalhausen, so Bürgermeister Gasser, habe man zeitnah den Zweckverband Surgruppe einbezogen, weil geprüft werden muss, ob die Verlegung einer Wasserleitung in der Nähe des Anwesens mitverantwortlich für den Hangrutsch sein könnte. Es fand eine Sachverständigenbegehung statt, gleichzeitig hat die Surgruppe Geologen beauftragt, zu prüfen, wie Sicherungsmaßnahmen aussehen könnten. Zweiter Bürgermeister Georg Quentin betonte, entgegen anderer Verlautbarungen, sei man schnell aktiv geworden, die schnelle Sicherung des Hanges habe für die Gemeinde hohe Priorität, man werde dranbleiben.

Wie es mit der Brücke in Punschern weitergehen werde, wollte Gemeinderätin Anita Niederstrasser wissen und wann damit zu rechnen sei, dass sie wieder befahrbar ist. Für die Anwohner aber auch für andere Bürger aus Weildorf und Punschern sei diese Brücke als Teil des Rad- oder Fußwegs nach Teisendorf wichtig. Die Sanierung der Brücke, so Marianna Baumgartner vom Bauamt werde schwierig, denn der Mittelpfeiler schwebe und die Eckpfeiler seien total ausgewaschen. Deshalb habe man sie auch für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Gemeinde hat einen Statiker mit einem Gutachten für eine Behelfsbrücke inklusiv Kostenschätzung beauftragt. Noch diese Woche sollen erste Zahlen vorliegen. Danach müsse man sich mit den Anwohnern zur Kostenaufteilung einigen.

In diesem Zusammenhang kam auch die Frage auf, wie und ob den Geschädigten schnell und unbürokratisch geholfen werden könne. Gemeinderat Alois Stadtler zeigte sich verwundert, dass es für stark vom Hochwasser Betroffene keinen Hilfsfond gäbe und fragte, ob man angesichts der zunehmenden Schadereignisse nicht eine solche Einrichtung plane. Dies sei leider nicht der Fall, so der Rathauschef. Sämtliche Nachfragen seitens der Finanzverwaltung bei den einschlägigen Behörden (Landratsamt, Regierung von Oberbayern, Wasserwirtschaftsamt) zu Unterstützungs- oder Förderprogrammen seien negativ beantwortet worden, sowohl für die Schäden an der kommunalen Infrastruktur als auch für die im privaten Bereich.

Keine Rechnung für Feuerwehreinsätze

Um dennoch zu helfen, habe die Gemeinde beschlossen, die Feuerwehreinsätze den Betroffenen nicht in Rechnung zu stellen. Zudem würde der Markt Teisendorf als freiwillige Leistung bei öffentlichen Feld- und Waldwegen die Kosten für den benötigten Kies übernehmen, bei Gewässern III. Ordnung die Kosten des Baggers und bei privaten landwirtschaftlichen Flächen die Kosten des Baggers und die Abfuhr des Materials.

Gemeinderat Johann Rauscher fragte nach der Verfügbarkeit der Sandsäcke und den Fortschritt der Maßnahmen zum Hochwasserschutz am Ramsaubach im Bereich Karlsbach. Die Feuerwehr habe Sandsäcke, allerdings sei man von der Schnelle und Unvorhersehbarkeit der Überschwemmung überrascht worden. Für die Zukunft werde man an mehreren neuralgischen Stellen Depots mit Sandsäcken anlegen, damit man sie im Bedarfsfall schneller verfügbar habe. Die Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Ramsaubach seien bereits 2017/18 begonnen worden, antwortete Gasser. Als letzter Schritt stehe nun die Anlage eines Rückhaltebeckens in der Nähe des Sportplatzes an, der Neubau der Brücke an der Bahnhofstraße im Ortsteil Karlsbach sowie die Aufwertung des Bachunterlaufs.

Die Gemeinderäte Fritz Gasser, Andreas Neumeier und Johann Helminger mahnten an, gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt zu sehen, warum Wohngebiete wie an der Traunsteiner Straße, Stettener Weg, am Streiblweg oder am Badweg in Neukirchen überschwemmt wurden, und welche Maßnahmen man ergreifen müsse, um dies in Zukunft zu verhindern. Auch hier sei man mit dem Wasserwirtschaftsamt dran, so Gasser. Dieses werde die Erkenntnisse auch nutzen, um seine theoretischen Modelle zu validieren und zu verbessern. kon

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