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Der neue Vorsitzende Andreas Rosenegger (links) und dessen neu gewählter Stellvertreter Andreas Zollhauser (rechts) bedanken sich bei Hans Lindner für alles, was er für den Bienenzuchtverein Neukirchen getan hat. (Foto: W. Huber)

Nach 21 Jahren Wechsel an der Spitze der Neukirchener Imker

Teisendorf – Nach 21 Jahren begrüßte Hans Lindner als Vorsitzender die Mitglieder des Bienenzuchtvereins Neukirchen zur diesjährigen Jahreshauptversammlung im Gasthaus Post in Neukirchen. Der neue Mann an der Spitze ist Andreas Rosenegger.


Nach seinem Dank an die Gemeinde Teisendorf und die Firma Stihl für einen finanziellen Zuschuss sowie an die Vereinsmitglieder für ihr Engagement um die Bienenzucht, informierte Lindner, dass nun die bestellten und vom Landratsamt Berchtesgadener Land bezuschussten Varroamittel ausgegeben werden können. Eine gemeinsame Bestellung sei sinnvoll, damit alle Völker im Umkreis gleichzeitig behandelt werden können. Dabei werden die Behandlungsmittelkosten für die Restentmilbung im Dezember vom Verein übernommen.

Seit geraumer Zeit steht bei der Haslacher Stube am Teisenberg ein Bienenhaus. Im vergangenen Winter wurden dort sieben Völker überwintert und haben dies gut überstanden, so Lindner. Der Vorsitzende bedankte sich besonders bei Martin Hoferer und Andreas Zollhauser, die am Bienenhaus die Völker betreuen und gute Ansprechpartner für die Jungimker sind. »Die langjährigen Imker, die jeden Montag ab circa 18 Uhr hier oben sind, geben ihnen gute Anleitungen für die Pflege und Betreuung«, informierte Lindner weiter. Die Jungimker bekommen sogar ein Bienenvolk zur Verfügung gestellt. Das werde auch heuer wieder so sein.

Dann ging Hans Lindner noch auf die Arbeit mit den Bienen im vergangenen Jahr ein. Witterungsbedingt war die Blütenhonigernte sehr gering. Dabei machte sich das schlechte Wetter im Mai bemerkbar. Dagegen war die Honigernte beim Waldhonig relativ gut.

Lindner habe nach dem Abschleudern im Frühherbst sehr bald mit der Varroabehandlung begonnen, sodass sich der Milbenbefall in Grenzen hielt. Im Herbst machte er eine Brutentnahme. Dies sei sinnvoll, da sich bereits in der Brut viele Milben verstecken. Wichtig ist auch im Winter die abschließende Behandlung zur Restentmilbung. So konnte er seine Bienen einigermaßen gut in das nächste Jahr bringen.

Er riet Imkern, die Bienenkästen im Freien aufgestellt haben, diese immer wieder einmal zu fotografieren. Schäden oder Diebstahl sollen sofort dem Vorstand und der Polizei gemeldet werden. Bei eventuellen Anzeichen von Krankheit soll sofort der Hygienewart eingeschaltet werden. Um Krankheiten vorzubeugen sollen Bienenvölker zudem möglichst nur von heimischen Imkern gekauft und ein Gesundheitszeugnis verlangt werden.

57 Mitglieder und 178 Bienenvölker im Verein

Der Bienenzuchtverein Neukirchen zählt derzeit 57 Mitglieder, davon sind 37 beim Verband gemeldet. Das Durchschnittsalter liegt bei 56 Jahren, es werden 178 Völker betreut, zwölf Warenzeichennutzer sind eingetragen, wofür die Honigkurse I und II absolviert werden müssen. Auch drei Neuzugänge konnten verzeichnet werden.

Imkerkurse seien nicht nur für Jung- und Neuimker wichtig, auch langjährige Bienenzüchter sollten immer wieder Kurse besuchen, um ihr Wissen aufzufrischen, riet der Vorsitzende. Auch auf die Zuschussmöglichkeiten für die Anschaffung von Imkereigeräten wies er hin. Honiguntersuchungen werden weiterhin bezuschusst.

Gesundheitswart Rudi Hillebrandt ging kurz auf die Bienengesundheit ein und riet den Imkern, sehr wachsam zu sein. Er gab praktische Tipps zur Pflege der Bienen. Er riet dazu, flache Rahmen und Böden zu verwenden und die Drohnenwaben auszuschneiden, da sich dort gerne Varroamilben einnisten, die so leicht entfernt werden können. Dann folgte unter der Leitung von Bürgermeister Thomas Gasser die Neuwahl des Vorstands für die nächsten drei Jahre. Vorsitzender Hans Lindner stellte sich nicht mehr zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig der bisherige zweite Vorsitzende Andreas Rosenegger gewählt. Des Weiteren wurden Andreas Zollhauser zum zweiten Vorsitzenden, Martin Hoferer zum Schriftführer, Bettina Bachmaier zur Kassierin sowie Johann Helminger und Christine Berschl zu Beisitzern gewählt.

Blühende Wiesen für Bienen und Menschen

Bürgermeister Gasser bedankte sich bei den Imkern im Namen aller Bürger der Marktgemeinde für deren Arbeit. »Viele Menschen nehmen die Bienen nur als herumschwirrende Insekten wahr, denen man zu Gute hält, uns mit Honig zu versorgen. Weniger gegenwärtig ist die immense Bedeutung der Biene für die Landwirtschaft, den Obst- und Gartenbau und der ökologische Wert für unsere heimische Natur. Ohne die Bienenhaltung würde die Artenvielfalt mit Sicherheit zurückgehen. Wir alle müssen helfen, dass die Bienen genügend Nahrung finden, sei es durch das Pflanzen von Obstbäumen und Sträuchern oder das Anlegen von Blumenwiesen, die im Frühjahr nicht gleich dem Rasenmäher zum Opfer fallen. Blühende Wiesen erfreuen nicht nur die Bienen, sondern auch das menschliche Gemüt«, so Gasser.

wh

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