weather-image
30°

Milchbauern setzen sich für Bienen ein

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Mit diesem Transparent verdeutlichen die BDM-Bauern, hier Albert Aschauer (r.) und Hubert Hogger, das Verständnis für die Wichtigkeit der Bienen in der Landwirtschaft, aber auch ihre Forderung für einen fairen, kostendeckenden Milchpreis für die Milchbauern. (Foto: Alois Albrecht)

Teisendorf – Dass zumindest die BDM-Milchbauern die Bedeutung einer gesunden Natur für die Landwirtschaft erkennen und dafür zu arbeiten bereit sind, zeigen sie mit großen Transparenten, auf denen sie die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit verdeutlichen. Dabei schließen sie sich dem Volksbegehren zur Erhaltung von Bienen und anderen Insekten an.


Der Rückstettener Milchbauer Hubert Hogger hat deshalb auf einigen seiner Flächen sogar die bei Bienen sehr beliebte Pflanze Perkorüpsen angebaut. Die Bauern fordern auf den Transparenten aber auch für sich eine gerechte und faire Behandlung. Die, meinen nicht nur BDM-Bauern aus Teisendorf wie Albert Aschauer und Hubert Hogger, werde ihnen aber leider nicht zuteil.

Anzeige

Bezahlung weit unter einem kostendeckenden Preis müssten sie für ihre Milch akzeptieren. Ein kostendeckender Preis würde für Milch von konventionell geführten Höfen 50 Cent und bei Bio-Milch 60 Cent betragen.

Sie und der BDM insgesamt bemängeln deshalb die bei vielen Politikern und sogar Vertretern von Bauernverbänden nicht vorhandenen oder falschen Anzeichen von Bemühungen, die jetzige, unerträgliche Situation zu beheben. Als Beispiel nennen die beiden aus Teisendorf die Feststellung der bayerischen Landwirtschaftsministerin, Michaela Kaniber, es gebe keine Krise auf dem Milchmarkt. Auch die Absicht, überschüssige Milch als Trockenmilch einzulagern, sei Zeichen eines völligen Missverständnisses der Situation.

Diese Trockenmilch würde nämlich später, wenn sie auf den Markt komme, zusätzlichen Druck auf den Milchpreis ausüben. Selbst wenn die Trockenmilch nicht für den heimischen Markt bestimmt, sondern exportiert würde, entstünden dadurch Probleme für Milchbauern in anderen Ländern.

Unverständlich sei die Absicht der Landwirtschaftsministerin, obendrein die Regelung einer Milchproduktion durch Mengenbegrenzung, wie von der EU vorgeschlagen, nicht zu befolgen, obwohl in einer Abstimmung im bayerischen Parlament dies offenbar beabsichtigt worden sei. Eine solche auf EU-Ebene gut überwachte und gesteuerte Mengenbegrenzung werde schon seit Jahren vom BDM gefordert, denn nur dadurch könne die erzeugte Menge dem Bedarf effizient und effektiv angepasst werden.

Es sei nichts als Wunschdenken, anzunehmen, der Markt alleine könne das regulieren. Zudem gebe es durch Einflussnahme und Lobbyismus seitens der Industrie und des Handels Marktverzerrungen, die sich negativ auf die Bauern auswirken würden.

Es stimme auch nicht, wie von Ministerin Kaniber behauptet, die Corona-Krise hätte keinen Einfluss auf den Milchmarkt, sagen die beiden Milchbauern aus Teisendorf. Zustimmung erhalten die beiden in dieser Beziehung von den Kreisvorsitzenden des BDM für das Berchtesgadener Land und Traunstein, Liesi Aschauer und Sepp Hubert.

Insbesondere Milchbauern in Norddeutschland seien von der Corona-Epidemie noch mehr betroffen als die hiesigen. Aber auch einige Molkereien aus der Umgebung hätten den an die Bauern bezahlten Milchpreis während der Krise nochmals um drei Cent per Liter reduziert. Starke Preiseinbrüche durch die Corona-Epidemie habe es auch bei Rindfleisch, Kälbern und Zuchtvieh gegeben, sagt Hubert Hogger. al

Mehr aus Teisendorf