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Ein langer Trauerzug mit dem Sarg führte durch den Ort zum gemeindlichen Friedhof. (Foto: Konnert)

Marktgemeinde nahm Abschied von Monsignore Karl Ellmann

Teisendorf – Die Marktgemeinde hat am Samstag Abschied genommen von ihrem ehemaligen Pfarrer von Teisendorf und Oberteisendorf Monsignore Karl Ellmann, der im Alter von 79 Jahren nach schwerer Krankheit im Mutterhaus der Bayerischen Provinz der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Auerbach heimgegangen ist. Die Beerdigungsfeierlichkeiten fanden in Teisendorf unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Das Pontifikalrequiem in der Pfarrkirche St. Andreas hielt Weihbischof Wolfgang Bischof in Konzelebration mit Dekan Martin Klein und Pfarrer im Ruhestand Horst Kress unter Assistenz durch die Diakone Andreas Nieder und Robert Rehrl. Nach dem Requiem wurde der Sarg in einem Trauerzug durch die Marktstraße zum gemeindlichen Friedhof geleitet, wo der Verstorbene in der Priestergruft seine letzte Ruhestätte fand.


Der Sarg war während des Requiems in der Kirche vor dem Altar aufgestellt. Vor dem Sarg stand der Kelch, das aufgeschlagene Messbuch und die Stola sowie ein Bild des Verstorbenen. Dahinter brannte die Osterkerze als Zeichen der Auferstehung. »Tod und Auferstehung sind nicht zu trennen. Der Tod ist der Durchgang zum ewigen Leben«, so Weihbischof Wolfgang Bischof in seinen Eingangsworten. »In diesem Sinne sind wir voller Trauer und voller Hoffnung am Sarg von Pfarrer Karl Ellmann versammelt«. Bischof bedankte sich im Namen des Erzbistums und des Erzbischofs Kardinal Marx für Karl Ellmanns priesterlichen Dienst. Schon zu Lebzeiten sei Ellmann für seinen unermüdlichen Einsatz für die Kirche offizielle Ehrung entgegengebracht worden, unter anderem durch die Verleihung des päpstlichen Ehrentitels »Monsignore«, Kaplan seiner Heiligkeit.

Die Sorge um den Glauben habe das Leben von Karl Ellmann geprägt, so der Bischof in seiner Predigt. Ellmann sei überzeugt gewesen und habe immer darauf hingewiesen, dass Christen als Glaubende ihren Weg gehen müssen, nicht als Schauende. Getreu dem Wort des Heiligen Augustinus »In dir muss brennen, wofür du andere entzünden willst,« habe Ellmann für die Nähe zu Christus gebrannt und immer wieder Menschen dafür mitentzündet. Viele seien durch sein Wirken auf den eigenen geistlichen Weg gekommen. »Wir empfehlen ihn der brennenden Liebe Gottes in die Begegnung mit dem Auferstandenen«, schloss der Weihbischof seine Ausführungen. Während des Requiems sang der Schwesternchor von Auerbach Psalmen und geistliche Lieder. Die Bläsergruppe Rupertino-Brass trug mit festlichen Weisen des Komponisten Erich Gawlik zu der würdigen Gestaltung des Gottesdienstes bei.

Nach dem Requiem erinnerte Bürgermeister Thomas Gasser in seiner Trauerrede an die vielfältigen Berührungspunkte einer Pfarrei mit der politischen Gemeinde bei Bauvorhaben, der Vorbereitung von Festen oder in der Senioren- und Vereinsarbeit. In Anerkennung der Verdienste für Teisendorf habe die Gemeinde schon zum 70. Geburtstag von Pfarrer Karl eine Straße nach ihm benannt. Gasser ging auch auf seine persönlichen Kontakte zu dem ehemaligen Pfarrer ein, als Schüler, Ministrant, Pfarrgemeinderatsmitglied oder Aktiver in der pfarreilichen Jugendarbeit. Da habe er auch den Menschen Ellmann erleben dürfen, der manchmal lockerer war als sonst üblich. Als Zeichen der Dankbarkeit legte Gasser für die Marktgemeinde Teisendorf einen Kranz nieder.

Im Namen der Pfarrgemeindegremien von Teisendorf und Oberteisendorf erinnerte Kirchenpfleger Ernst Aicher kurz an das Wirken von Pfarrer Karl Ellmann seit seiner Ankunft in Teisendorf 1978. Er habe für alle Generationen ein offenes Ohr gehabt, habe in der Pfarrgemeinde vieles bewegt, sich für die Menschen Zeit genommen. Der Pfarrer habe häufig den Ausspruch verwendet »In der Gegenwart Gottes wird es nie langweilig«. Aicher zeigte sich überzeugt, das dies jetzt für Karl Ellmann auch in der Ewigkeit gelte.

Im Namen der Vereine in Teisendorf überbrachte Dr. Johann Seibert einen tief empfundenen Dank. Im Dreiklang von Glaube, Tradition und Brauchtum habe man zusammen unzählige kirchliche Hochfeste, Jahrämter, Jubiläen und Dankwallfahrten feiern dürfen. Der Pfarrer habe die Vereine bereitwillig unterstützt und sich, wenn immer terminlich möglich, am intensiven Vereinsleben beteiligt.

Die Provinzoberin Lucilla Hauser der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Auerbach erinnerte kurz an die letzten neun Jahre, die Ellmann dort im Kloster verbracht hat. Er sei optimistisch geblieben bis zuletzt, seine letzte Ruhestätte habe er unbedingt in seiner ehemaligen Pfarrgemeinde Teisendorf finden wollen.

kon

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