Leonhardiritt in kleinem Kreis: »Lasst uns nach Holzhausen reiten«

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Barbara Pößnecker hatte die Standarte der Leonhardigilde dabei. (Foto: Horn)

Teisendorf – »Lasst uns wie in Väterszeiten am Pfingstmontag nach Holzhausen reiten. Der Segen Gottes ist dir gewiss, Garant dafür St. Leonhard is’!« Nachdem im vergangenen Jahr der Ritt zum Holzhauser Kircherl ausfallen musste, fand jetzt der Leonhardiritt in einem kleinen Kreis statt.


»Heuer wollten wir zumindest einen kleinen Ritt für unsere Vereinsmitglieder veranstalten. Denn der eigentliche Sinn ist es ja, für Ross und Reiter den Segen zu erbeten«, erklärt der Vorstand der Leonhardigilde, Georg Wallner. Nach Rücksprache mit den Behörden und der Erstellung eines Hygienekonzepts erhielten die Holzhauser dann »grünes Licht« um einen kleinen Umritt für die Vereinsmitglieder abzuhalten. »Das hat wirklich wieder einmal gut getan, eine Veranstaltung erleben zu können«, gab es nach der Festmesse vielfach positive Stimmen aus den Reihen der Holzhausener Anwohner zu hören.

Eine Delegation der Musikkapelle Teisendorf hatte sich vor dem Kircherl aufgestellt, um vor dem Ritt die Gäste zu begrüßen. Angeführt vom Kreuzträger und der Figur des heiligen Georg setzte sich dann der Zug in Bewegung, bei dem coronabedingt keine Wägen dabei waren. Dreimal wurde das Kircherl umrundet, Pfarrer Martin Klein spendete den Segen für Ross und Reiter. Anschließend fand ein festlicher Gottesdienst an dem vor dem Kircherl aufgebauten Freialtar statt. Die Figuren des heiligen Leonhard, der heiligen Notburga und des heiligen Isidor waren vor dem Altar aufgestellt, üblicherweise werden sie sonst beim Umzug auf einem prächtig geschmückten Wagen mitgefahren.

Pfarrer Martin Klein erin-nerte zu Beginn der Messe an das Wirken des heiligen Leonhard, der vor allem in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz als Patron für das Vieh und besonders die Pferde verehrt wird. Er lebte zeitweise als Eremit. »So ein Einsiedlerdasein ist heute in Zeiten moderner Kommunikationsmittel kaum mehr vorstellbar. Deshalb soll dieser Gottesdienst einladen zum Ruhig-werden und zur Besinnung«, so Pfarrer Klein. Im Verlauf der Predigt blickte der Priester auf die Lebensgeschichte des Heiligen. Nachdem er zum christlichen Glauben gefunden hatte, eine Bischofsstelle und die Ernennung zum Abt abgelehnt hatte, lebte er zunächst als Einsiedler und ließ später ein Kloster bauen. Leonhard kümmerte sich besonders um Gefangene und lehrte manchen Strafentlassenen das Handwerk in der Landwirtschaft. »Der heilige Leonhard half den Gefangenen zurück ins Leben, das würde man heute Resozialisierung nennen«, führte Pfarrer Klein aus und informierte, dass der Heilige auch gerne hinzugerufen werde, wenn Nutztiere erkrankt sind. Denn in seiner Zeit als Einsiedler hatte er sich umfassendes Wissen über die Heilkraft der Pflanzen angeeignet.

Mit festlichen Klängen wurde die Messe musikalisch gestaltet. Die Delegation der Musikkapelle Teisendorf unter Leitung von Helmut Nitzinger spielte überwiegend Stücke aus der »Schubert-Messe«. Große Aufmerksamkeit erregte das Stück zur Kommunion »Hymne an die Freundschaft«.

Bei den Segenswünschen schloss Pfarrer Martin Klein vor allem die mit ein, die aufgrund der Bestimmungen nicht zum Ritt kommen konnten. Klein wies explizit darauf hin: »Wir wollen heute in kleinem Kreis an alle denken, die sonst kommen, und Fürsprache halten für Ross und Reiter, sowie alle die in der Landwirtschaft tätig sind in den Gottesdienst mit einschließen«.

mh

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