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Der Teisendorfer Jugendtreff »New Era« soll Jugendliche dabei unterstützen, Teil der Gesellschaft zu sein. (Foto: Konnert)

Kompetenzen für kulturelle und politische Teilhabe entwickeln

Teisendorf – Seit September 2019 leitet Andreas Gröbner den Offenen Jugendtreff an der Alten Bad Reichenhaller Straße in Teisendorf. In dieser Zeit ist es ihm trotz Corona gelungen, den Treff bekannter sowie interessanter zu machen und ihn besser in der Marktgemeinde zu positionieren. Der gelernte Heilerziehungspfleger berichtete jüngst dem Marktgemeinderat über seine Arbeit.


Offene Jugendarbeit setze an den Stärken junger Menschen an und unterstütze ihre Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen, selbstständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit, definierte Gröbner das eigentliche Ziel seiner Arbeit.

Vermittlung an Fachstellen

Man wolle die Jugendlichen unterstützen, damit sie Kompetenzen für eine soziale, kulturelle und politische Teilhabe an der Gesellschaft entwickeln. Dazu gehöre die fachliche Beratung und Unterstützung bezüglich Familie, Freunde, Schule sowie Beruf und in einigen Fällen auch die Vermittlung an Fachstellen. Derzeit besuchten zwischen acht bis 20 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 21 Jahren den Treff – mehr oder minder regelmäßig, wie Gröbner meinte. Bei der Übernahme des Treffs vor vier Jahren habe er die Jugendlichen zuerst kennenlernen und eine Beziehung zu ihnen aufbauen müssen. Ein gut besuchtes »Wohnzimmerkonzert« zum Advent, regelmäßiges gemeinsames Kochen und der Beginn einer Kooperation mit der Offenen Ganztagsschule hätten geholfen, den Treff lebendiger zu machen.

Mit Ausbruch der Coronapandemie 2020 musste die Einrichtung zunächst geschlossen werden. Über soziale Medien und individuelle Treffen habe man versucht, den Kontakt mit den Jugendlichen zu halten, jedoch mit eher unbefriedigenden Ergebnissen. Im vergangenen Jahr habe man versucht, den Jugendtreff bekannter zu machen, unter anderem mit einem Tag der offenen Tür zum Andreasmarkt. Der habe einen wichtigen Beitrag geleistet, um das Zentrum ins Bewusstsein vieler zu bringen, wie Andreas Gröbner schilderte.

Ausbildungsplätze vermitteln

Auch das Kooperationsprojekt »Wildbienennisthilfe« mit der »ROBA« der Lebenshilfe Oberteisendorf und das Street-Art-Festival hätten zu einem positiven Bild beigetragen. Ebenso will Gröbner den Jugendtreff besser mit örtlichen Verei-nen vernetzen und die Vermittlung von Ausbildungsplätzen bei heimischen Betrieben verbessern. Ebenso geplant: regelmäßige Präventionsangebote gegen Suchtmittelmissbrauch oder das Grafitti-Projekt »Kunst statt Vandalismus«.

»Andreas Gröbner ist für die Gemeinde auch in anderen Belangen der Jugend ein wichtiger Ansprechpartner«, betonte Bürgermeister Thomas Gasser während der anschließenden Diskussion. »Wir haben keine Streetworker, aber es besteht die Bereitschaft seitens des Treffleiters, jederzeit zu helfen, wenn Probleme auftauchen.« Gemeinderat Georg Quentin (SPD) fragte nach, ob man auch Kontakt mit Flüchtlingskindern habe. »Ja, schon«, lautete Gröbners Antwort, aber diese Kinder seien meist noch zu jung oder ihre Wohnsituation verändere sich schnell, sodass sich keine festen Kontakte aufbauen ließen. Gemeinderat Andreas Neumeier (CSU) wies vor allem auf das Thema Vermittlung von Auszubildenden hin und schlug als Einstieg eine Diskussionsrunde im Treff mit heimischen Handwerksmeistern vor.

Zusammenarbeit verstärken

Die Verstärkung der Zusammenarbeit mit der offenen Ganztagsschule regte Rätin Ute Hogger (Grüne) an. »Wir sind dabei, dies wieder zu beleben«, so Gröbners Antwort. Was man bei vielen Kooperationen aber im Hinterkopf haben muss, ist, dass offene Jugendarbeit ein freiwilliges Angebot ist.

Rätin Anita Niederstraßer (Grüne) freute sich, dass mit Gröbner deutlich mehr Kontinuität beim Jugendtreff eingetreten sei und fragte, ob für seine Arbeit die 11,5 Wochenstunden ausreichend seien. »Mehr ist immer gut«, lautete Gröbners Antwort, denn: »Für gute Jugendarbeit braucht man Beziehungen, und für eine Beziehung braucht man Zeit«.

kon

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