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Jetzt hängt alles an der Leader-Förderung

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Diese wertvolle Ansicht von Achthal im Jahre 1820 soll einen besonderen Platz in der neuen Ausstellung erhalten, so Roland Klosa, Vorsitzender des Fördervereins. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Vorbehaltlich einer Leader-Förderung übernimmt die Gemeinde Teisendorf die Trägerschaft für das Projekt »Bergbaumuseum Achthal – Museale Inneneinrichtung«.

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Diesen Beschluss hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gefasst und die Verwaltung beauftragt, eine Förderung im EU-Programm Leader zu beantragen. Die voraussichtlichen Gesamtbruttokosten werden sich auf rund 808 000 Euro belaufen.

Einen ähnlichen Beschluss zur Förderung der Umgestaltung und Modernisierung der in die Jahre gekommenen Dauerausstellung hatte der Gemeinderat bereits im September 2019 gefasst. Gegenüber der damaligen Situation haben sich aber Änderungen ergeben, die einen neuen Gemeinderatsbeschluss notwendig gemacht haben.

Ausstellungsfläche auf 475 Quadratmeter reduziert

Grundlage dieser Änderungen ist das von Historikerin und Museumsexpertin Dr. Ulrike Laufer aus Essen im Auftrag der Gemeinde verfasste Feinkonzept zur Museumsumgestaltung. Demnach hat sich die Ausstellungsfläche gegenüber den Plänen aus dem Vorjahr auf 475 Quadratmeter reduziert.

Umgekehrt haben sich aber die von der Landesstelle für die nicht-staatlichen Museen in Bayern veranschlagten Kosten je Quadratmeter von 1200 auf 1700 Euro erhöht. In diesem Betrag sind auch das Honorar des Gestalters sowie ein verstärkter medialer Einsatz wie digitale Animationen (Erzählfiguren), Medienstationen und Mitmachstationen enthalten. Mit dem höheren Kostensatz hat die Landesstelle dem Museum aber auch eine überregionale beispielgebende Bedeutung zugesprochen.

Das Management der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Berchtesgadener Land von Leader hat das Projekt bereits im September 2019 als förderwürdig eingestuft. Normalerweise werden bei diesem EU-Förderprogramm nur die Hälfte der Projektkosten, maximal aber 200 000 Euro je Projekt bezahlt. Angesichts der höherwertigen Einstufung des Museums und der erhöhten Belastung der Kommunen in Zusammenhang mit Corona hat sich das lokale LAG-Management mit seinem Vorsitzenden Landrat Bernhard Kern dazu entschlossen, dem LAG-Gremium in diesem Fall eine Aufhebung der Deckelung von 200 000 Euro zu empfehlen und das Projekt mit 50 Prozent der Nettosumme zu fördern, also rund 340 000 Euro netto. Der Anteil der Gemeinde würde sich mit Steuer und Planungskosten auf rund 470 000 Euro belaufen.

Gemeinde zahlt, wenn Leader-Förderung kommt

Wird eine Förderung durch Leader bewilligt, stellt die Gemeinde diese Summe zur Kofinanzierung des Projekts bereit. »Wir wissen, dass wir mit dieser Einrichtung ein Juwel in unserer Gemeinde haben«, so Bürgermeister Thomas Gasser, »wir müssen es aber ins rechte Licht rücken, passend den Anforderungen unserer Zeit«.

Gasser erinnerte in der Sitzung an den verstorbenen Gründer des Bergbaumuseums, Sepp Winkler, ohne den es diese besondere Einrichtung nicht gäbe. Gasser würdigte den Vorsitzenden des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal, Roland Klosa, für das enorme Engagement für das Museum. Alle Unterlagen müssten noch diese Woche beim LAG-Management eingereicht werden. Bei positivem Votum zur Förderung rechne er damit, dass man bereits im kommenden Jahr mit dem Umbau beginnen könne. Damit hatte er auch die Frage nach dem zeitlichen Rahmen des Umbaus von Alois Stadler (CSU) beantwortet. Der Umbau werde, sofern die Förderung steht, 2021 bis 2022 stattfinden. Angesichts der hohen Summen, die hier investiert werden, müsse man, so Stadler, dafür sorgen, dass das Museum bekannter und auch als Bildungseinrichtung von den Schulen aus Teisendorf und Umgebung genutzt wird.

Auch dritter Bürgermeister Georg Quentin (SPD) zeigte sich überzeugt, dass das Museum modernisiert werden muss. Ob bereits ein Planer für die Arbeiten benannt sei, wollte Johann Rauscher (SPD) wissen. Der könne erst beauftragt werden, wenn die Förderzusage vorliegt, so Gasser.

Gastronomie am Museum angeregt

Johann Helminger (CSU) regte an, das Museum besser in die wirtschaftliche und Gemeindestruktur einzubinden. Man müsse im oder beim Museum auch Möglichkeiten zur gastronomischen Versorgung schaffen. Zudem fragte Helminger nach zusätzlichen Fördermöglichkeiten, durch die der Beitrag der Gemeinde noch weiter reduziert werden könne. Die Leader-Förderung sei kompatibel mit anderen Förderungen, so Gasser. Man werde sich mit dem Förderverein Bergbaumuseum bemühen, weitere Fördertöpfe aufzutun.  kon

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