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An der Hochhorner Straße soll jetzt nur auf einer Seite ein Gehweg gebaut werden. Das beschloss der Bauausschuss. (Foto: Konnert)

Gehweg in Neukirchen soll nun doch nur einseitig gebaut werden

Teisendorf – An der Hochhorner Straße in Neukirchen wird nun doch nur auf einer Seite ein Gehweg gebaut. Das beschloss der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Planer Martin Staller stellte die fertig geplante »einseitige Variante« inklusive der Kostenschätzung vor.


Vor knapp zwei Jahren hatte der Gemeinderat beschlossen, an der Hochhorner Straße in Neukirchen einen beidseitigen Gehweg bis zur Einmündung in die Barbarastraße zu errichten. Mit den Planungsarbeiten wurde das Ingenieurbüro Staller in Traunstein beauftragt. Dieses hat in der nichtöffentlichen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im Dezember 2021 drei Planungsvarianten vorgestellt. Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Ableitung des Niederschlagswassers hat man sich entgegen des ersten Beschlusses jetzt für den Bau eines Gehwegs nur auf der Ostseite der Hochhorner Straße ausgesprochen mit einer Querungshilfe auf Höhe der Einmündung der Barbarastraße.

Bei dieser Variante würde, so Planer Martin Staller, die Niederschlagswasserbeseitigungsanlage nicht zusätzlich belastet werden. Das Niederschlagswasser vom Gehweg kann über die belebte Bodenzone im angrenzenden Grünstreifen versickern. Die Baukosten für diese Variante wurden auf 165 000 Euro brutto geschätzt. Laut Bauamtsleiter Theo Steinbacher sind im Haushalt für dieses Jahr für den Bau des Gehweges 50 000 Euro eingestellt. Die Differenz bis zu 165 000 Euro kann im Haushalt 2023 eingestellt oder aber aus den Mitteln für die »Gemeindestraßen 2022« gedeckt werden.

Der Bau- und Umweltausschuss billigte die Planung für einen einseitigen Gehweg östlich der Hochhorner Straße inklusive Querungshilfe und empfiehlt dem Gemeinderat, diesem zuzustimmen. Allerdings ist die Planung noch in einigen Punkten zu überarbeiten. So ist bei der Querungshilfe die Schleppkurve in die Planung aufzunehmen ebenso wie die Straßenbeleuchtung. Der Gehweg ist an den Bestand anzupassen. Entsprechend muss auch die Kostenschätzung ergänzt werden. Der Gemeinderat wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Thema befassen. Danach können die Ausschreibung erfolgen und die Arbeiten eventuell noch im Herbst beginnen.

Ebenfalls in Neukirchen soll der Bebauungsplan »Nördlich der Autobahnzufahrt« geändert werden. Ziel ist es, die Baugrenzen städtebaulich vertretbar zu vergrößern sowie die maximal zulässige Anzahl der Wohneinheiten auf drei zu erhöhen. Außerdem soll der Bebauungsplan an die seit dem vorigen Jahr geltenden neuen Abstandsflächen angepasst werden. Nach Abschluss der Planungen erfolgte die öffentliche Auslegung und Behördenbeteiligung. Der Bau- und Umweltausschuss hat die eingegangenen Stellungnahmen zur Kenntnis genommen, abgewogen und Änderungen soweit notwendig beschlossen. Die überarbeitete Entwurfsplanung wird erneut öffentlich ausgelegt.

Seitens der Öffentlichkeit sind drei Stellungnahmen von Grundstückseignern eingegangen. In zwei Fällen ging es um das Ausmaß der Erweiterung der Baugrenzen auf den entsprechenden Eigentumsparzellen, im dritten Fall um eine Regelung zur Oberkante des fertigen Erdgeschoßfußbodens, der maximal 0,3 Meter über der zugehörigen Erschließungsstraße liegen darf. In allen drei Fällen konnte den Einwänden stattgegeben werden. Die Planung wird entsprechend angepasst.

Seitens der Behörden ist vor allem die Stellungnahme der Autobahn GmbH der Bundesniederlassung Südbayern wichtig, da das Gebiet in unmittelbarer Nähe der Anschlussstelle Neukirchen liegt. In Abstimmung mit dem Fernstraßenbundesamt wird von der Behörde darauf hingewiesen, dass der gegenständliche Abschnitt im Bedarfsplan für den sechsstreifigen Ausbau vorgesehen ist. Deshalb ist es wichtig, dass die 40-Meter-Anbauverbotszone und die 100-Meter-Anbaubeschränkungszone in den Bebauungsplan aufgenommen werden.

Der Ausschuss wird den Plan entsprechend ergänzen, allerdings mit dem Zusatz, dass Bestandsbauten geschützt sind und eine Erweiterung bestehender Bauten möglich sein muss. Ebenso wird vermerkt, dass bezüglich der Lärmimmissionen keine Entschädigungsansprüche seitens der Anwohner geltend gemacht werden können. Auch das Verbot der Errichtung von Werbeanlagen, die die Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn ablenken könnten, wird aufgenommen.

kon

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