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Die Kopie eines Fotos des letzten Gewerkschaftsdirektors Otto Spängler werde durch ein Original ersetzt, sagt Kuratorin Ulrike Laufer. (Foto: Konnert)

Es geht voran im Bergbaumuseum Achthal

Teisendorf – Der Countdown zur Neugestaltung des Bergbaumuseums in Achthal läuft. Mit dem Abbau der alten Ausstellung hat der Förderverein, der die Einrichtung trägt, einen weiteren Schritt unternommen.


So einfach und schnell wie bei einer Wohnungsleerung geht es beim Ausräumen eines Museums nicht. Jedes der rund 700 Exponate musste vorab von Kuratorin Ulrike Laufer und Museumspädagogin Maria Erker begutachtet werden. Exponate, die in die neue Dauerausstellung übernommen werden – und das ist der Großteil –, wurden mit einem Aufkleber versehen, auf dem neben der Exponatsnummer der Raum vermerkt ist, wo sie ihren zukünftigen Platz finden werden. Bis dahin werden sie vorsichtig verpackt und zwischengelagert. Exponate, die nicht mehr ausgestellt werden, kommen zur Aufbewahrung ins Museumsdepot. Bei manchen Stücken handelt es sich nur um Kopien wertvoller Originale.

In einigen Fällen ist es der Kuratorin gelungen, hochwertige Originale als Dauerausleihen für das Museum zu bekommen, sodass man auf die Kopien verzichten kann. So zum Beispiel wird eine Privatbank aus Salzburg dem Museum ein Ölgemälde als Dauerleihe zur Verfügung stellen, das den letzten Gewerkschaftsdirektor Otto Spängler zeigt. Auch Museumsmitarbeiterin Anna Windischbauer wirft noch einen Blick auf die einzelnen Stücke. Sie ist für den Auftritt des Museums im Internet und in den sozialen Medien wie Instagram und Facebook zuständig. Dafür macht sie von einzelnen Exponaten Fotos, zu denen sie kleine Geschichten erzählt. Beides stellt sie fortlaufend ins Netz und hofft, viele Follower zu finden, die die Beiträge lesen und mitdiskutieren.

Soeben begutachtet Windischbauer mit Kuratorin Laufer ein Luftgewehr, in dessen Schaft das Logo der Eisengewerkschaft kunstvoll geschnitzt ist. Es wurde bei verschiedenen Gelegenheiten zum Scheibenschießen verwendet. Auch zwei historische Schießscheiben lehnen an einer Wand.

Nicht selten treten auch Überraschungen zutage. Beim Entnehmen eines ausgestellten Briefs aus dem Rahmen entdeckt Kuratorin Laufer auf der Rückseite ein perfekt erhaltenes Siegel der Eisengewerkschaft mit Insignien, die das Museum in sein neues Logo übernommen hat. Den Brief hat ein Direktor Heffter 1822 an den Direktor der Saline Traunstein geschrieben.

Das Verpacken der einzelnen Objekte haben Peter, Rubie und Foteni übernommen. Die drei Jugendlichen studieren an der Uni Salzburg Geschichte und belegen im Rahmen dieses Studiums bei Dr. Maria Erker einen Kurs in Museumsdidaktik und Museologie. Die Mitarbeit im Bergbaumuseum Achthal gilt für sie als Praktikum. »Für die Studenten ist das eine gute Chance, sich auch praktisch mit den Gegebenheiten eines Museums auseinanderzusetzen«, so Maria Erker. »In diesem Semester gab es wegen Corona viel Lehre auf Distanz. Da ist die Tätigkeit hier in Achthal ein kleiner Ersatz für die vielen praktischen Stunden, die wir sonst in Museen verbringen.« Es sei eine Win-Win-Situation für beide Seiten, freut sich Roland Klosa, der Vorstand des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal, der die Arbeiten koordiniert. Handgezeichnete Landkarten und Risse wurden durch einen Profifotografen digitalisiert, damit sie in der neuen Ausstellung auch interaktiv verwendet werden können.

Wenn alle Exponate verpackt und versorgt sind, kommt ein Handwerkertrupp, um Regale, Vitrinen und Stellwände abzubauen. Für die schweren Ausstellungsstücke wie Eisenkreuze, Öfen und Erzbrocken wurde eine Umzugsfirma verpflichtet, die sie professionell auslagert.

Nach der Leerung der Räume kann mit den notwendigen Reparaturen begonnen werden. Kleine bauliche Maßnahmen wie das Öffnen oder Verlegen einiger Wände sind notwendig, um die Raumform an das Ausstellungskonzept anzupassen. Elektrokabel müssen zu den einzelnen Stationen verlegt werden. Die Fußböden müssen überholt, die Wände getüncht werden. Es gibt noch einiges zu tun, bis mit dem Aufbau der neuen Ausstellung begonnen werden kann. Aber es geht voran im Bergbaumuseum Achthal.

kon

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