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Die jungen Köhler, die das Hufeisenwerfen am rauchenden Meiler gewannen, bekamen auch ein Spanferkel. Auf unserem Bild sind unter anderem zu sehen die Köhlerliesel Theresa Zolhauser (hinten rechts) und die Vorsitzende des Köhlervereins, Stephanie Enzinger (links). (Foto: Konnert)

Die jungen Köhler haben alles abgeräumt – Mannschaft gewann Hufeisenwerfen

Teisendorf – Mit den Meisterschaften im Mannschaftshufeisenwerfen, ausgetragen am Fuße des rauchenden Meilers, haben die Köhlerwochen in Neukirchen einen weiteren Höhepunkt erreicht. Zwölf Mannschaften sind angetreten. Und auch wenn die Sonne an diesem Tag einmal eine Pause gemacht hat, war die Stimmung trotzdem gut. Nach einem spannenden Wettkampf über mehrere Stunden wurde die Mannschaft der jungen Köhler mit Tassilo Haigermoser, Simon Enzinger, Johann Enzinger und Stefan Gut ungeschlagen souveräner Sieger.


Das dem Sieger zustehende Fass Bier gehörte damit ihnen. Damit aber noch nicht genug des Glücks, bei der Auslosung am Ende der Wettkämpfe haben die jungen Köhler auch noch die Sau, ein Spanferkel, gewonnen. Einer großen Feier kann damit nichts mehr im Wege stehen. Die anderen Mannschaften haben jeder, unabhängig von der Wertung, einen Brotzeitkorb bekommen.

Auf den zweiten Platz beim Hufeisenwerfen kam die Mannschaft der Stockschützen mit Wolfgang Linsenmaier, Hans Reiter, Willi Gastager und Andreas Wahl. Ihr Ergebnis: 16:6. Das heißt, sie hatten acht der elf Spiele gewonnen und drei verloren.

Die Regeln sehen nämlich vor, dass jedes Team gegen jedes andere antritt, bei zwölf Mannschaften sind somit elf Spiele zu bestreiten. Platz drei erwarb sich mit 14:8 das Team Babing 1, dem Florian und Martina Baumgartner sowie Richard und Rosi Zeifs angehörten.

Eng waren die Entscheidungen um die Plätze vier (Theaterfreunde) und fünf (Fußballer) sowie sechs (Allerberg 1), sieben (Köhler alt) und acht (Wuida Haufa). Mit dem letzten Platz musste sich der Burschenverein abfinden. Dazwischen lagen noch die Teams Sing-Sang Teisendorf, Babing 2 und MCW.

Für einen Laien klingen die Regeln, nach denen geworfen wurde, recht kompliziert, auch wenn Oberschiedsrichter Roland Seeböck versuchte, sie mit viel Geduld zu erklären. Geworfen wird, so Seeböck, mit echten Pferdehufeisen, die vom Köhlerverein gestellt werden. Die Wurfdistanz beträgt zwölf Meter, man muss möglichst nah an die Daube, einen etwas größeren Holzwürfel, kommen, der in dieser Entfernung in der Mitte der mit Sägespänen markierten Bahn aufgestellt ist. Wer der Daube am nahesten kommt, hat gewonnen. Fällt das Eisen außerhalb der Bahn, zählt der Wurf nicht. Es treten jeweils zwei Mannschaften mit je vier Spielern gegeneinander an. Der Spielablauf – wer, wann, wie oft werfen darf – richtet sich nach den Regeln des Eisstockschießens, meint Seeböck abschließend, ohne in weitere Details zu gehen. Neben der Freude an den sportlichen Leistungen als Mannschaft war es aber die gute Stimmung und der Spaß am Mitmachen, die in erster Linie zählten und die den Nachmittag für Teilnehmer und Zuschauer zum Erlebnis gemacht haben.

Die Meisterschaften im Mannschaftshufeisenwerfen wurden in Neukirchen diesmal zum 24. Mal ausgetragen. Zum ersten Mal bei den Köhlern dabei ist in diesem Jahr eine andere historische Sportart, das Taubenschießen. Es geht dabei nicht um das Schießen auf Lebendtauben, sondern um einen alten Wirtshaussport, der mehr Präzision als Schweiß erfordert. Den Taubenschützenstand haben die Köhler selbst angefertigt. Er besteht aus einem hohen Balken, an den in der Mitte eine dünne, lange Schnur angemacht ist, einem Podest für den Spieler und einer Zielscheibe. Das Ganze ist eingezäunt.

Die Holztaube, mit Eisenbeschlägen einige Kilo schwer und einer Edelstahlspitze als Schnabel, wird an das Ende der Schnur gebunden. Der Spieler am Podest zieht sie zu sich. Sobald er sie loslässt, schwingt sie wie ein Pendel und bleibt – dank Edelstahlspitze – in der Schützenscheibe stecken.

Ähnlich wie beim Dartspiel hat diese mehrere Kreise mit Punkten. Je näher zur Scheibenmitte die Taube stecken bleibt, umso mehr Punkte gibt es. Was leicht aussieht, braucht viel Präzision beim Loslassen. Und deshalb wollen die Köhler in diesem Jahr erstmal jeden, der Spaß daran hat, üben lassen und damit dazu beitragen, den fast vergessenen Sport wieder zu beleben. Ob es dann in den nächsten Jahren neben dem Hufeisenwerfen zum »Taubenschießen« kommt, bleibt abzuwarten.

kon

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