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Dritter Bürgermeister Georg Quentin gratulierte Maria Bachmeier zum 90. Geburtstag. (Foto: Konnert)

»Die Familie war für mich immer das Wichtigste«: Maria Bachmeier aus Klötzel feiert 90. Geburtstag

Teisendorf – Maria Bachmeier ist zufrieden. Sie hat ihren 90. Geburtstag bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hof in Klötzel mit ihrer großen Familie feiern können. Dort ist sie seit 1954 zuhause. »Sie sind alle gekommen, die vier Kinder, sieben Enkel und drei Urenkel mit ihren Familien. Und es war richtig gemütlich. Die Familie war für mich immer das Wichtigste«, erzählt die Jubilarin, als dritter Bürgermeister Georg Quentin sie besucht und ein Geschenk überbringt. Der Spruch auf der Glückwunschkarte passt gut zum langen Leben und der Lebenserfahrung der rüstigen Jubilarin, denn sie hat es geschafft, trotz vieler Schwierigkeiten »im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen«. 


Geboren wurde Maria Bachmeier als Maria Schill in Neukirchen. Vater August Schill war im Bergbau tätig und war lange Zeit Bürgermeister von Neukirchen. Maria, die mit noch drei Schwestern und einem Bruder aufgewachsen ist, hat im Achthal die ersten sechs Schulklassen besucht, und in Neukirchen die Klassen sieben und acht. Sie erinnert sich noch gerne an das große Klassenzimmer in Achthal, wo alle Kinder gemeinsam unterrichtet wurden. Nach dem Schulabschluss hat sie zuerst auf dem elterlichen Hof gearbeitet, danach drei Jahre als Bauernmagd auf einem Hof in der Umgebung. Zwölf Kühe musste sie melken, mit der Hand. Es war nicht leicht. Heute sei das unvorstellbar. Das was sich geändert habe in den 90 Jahren ihres Lebens sei »wahnsinnig«. Aber zurück zu 1954. Damals hat sie mit 22 Jahren ihren Johann geheiratet und ist zu ihm auf den Hof nach Klötzel gezogen. Drei Mädel und ein Bub wurden ihnen geschenkt. Sie hatten fünf Kühe und drei Stück Jungvieh auf dem Hof, sie musste fest mitarbeiten, denn der Mann hat als Forstarbeiter beim Forstamt Teisendorf gearbeitet. »Mitte der 60er Jahre hatte mein Vater die erste Motorsäge in Teisendorf«, erzählt Sohn Johann, der auch bei dem Gespräch dabei ist.

Für ein kleines zusätzliches Einkommen hat man später auch zwei Gästezimmer vermietet. Leider starb ihr Mann Johann, der versehrt aus dem Krieg heimgekommen war, 1970 unerwartet früh. Mit 38 Jahren war Maria Witwe, hatte vier kleine Kinder, die Landwirtschaft und die Schwiegermutter zu versorgen, und kaum Rente von ihrem Mann. Wenn Feriengäste da waren, schliefen sie und ihre Kinder in einem Zimmer. Ein leichtes Leben klingt anders! Dennoch habe sie nie ans wieder Heiraten gedacht, schon der Kinder wegen. »Wenn sie jetzt alle gerne kommen und wir gut miteinander auskommen, weiß ich, dass ich es richtig gemacht habe«, ist Maria Bachmeier überzeugt.

Einiges davon, auf das sie lange verzichten musste, hat sie nachgeholt, nachdem sie mit 65 Jahren den Hof an ihren Sohn Johann übergeben hat. »Dann habe ich begonnen, zu reisen, mit Bus und Auto. Dann habe ich angefangen zu leben.« Den Führerschein hat sie erst vor zwei Jahren abgegeben. Jetzt spaziert sie mit dem Rollator in der näheren Umgebung ihres Wohnhauses, sooft das Wetter es erlaubt und ist zufrieden. »Mir geht es gut hier oben. Wenn man innerlich seinen Frieden hat und noch halbwegs gesund ist, ist alles gut.«

kon

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