Das »Werk« ist vollendet – Neue Orgel in der Kirche St. Georg in Oberteisendorf wird am Sonntag gesegnet

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Festlich geschmückt wartet die neue Orgel auf der Empore der Kirche St. Georg auf ihre Weihe. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Es ist soweit: Am dritten Adventssonntag wird die neue Orgel in der Pfarrkirche St. Georg von Weihbischof Wolfgang Bischof geweiht und damit ihrer Bestimmung übergeben. Ab jetzt wird sie bei Gottesdiensten, Andachten und Konzerten erklingen. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Kirchenpfleger Stefan Fritzenwenger geschildert, warum eine neue Orgel eingebaut werden musste und wie dieses große Projekt durch die Oberteisendorfer Pfarrgemeinde realisiert werden konnte.


Die Geschichte beginnt eigentlich schon 1953, als vor dem Abriss der alten Kirche die aus dem Jahr 1896 stammende Orgel ausgebaut und erstmal eingelagert wurde. Als der Kirchenneubau 1956 fertiggestellt war, entschloss man sich aber für eine neue Orgel, in die die gut erhaltenen Pfeifen der Vorgängerorgel integriert wurden. 65 Jahre konnte diese, von Orgelbaumeister Ludwig Wastlhuber aus Mößling bei Mühldorf gebaute, Orgel bespielt werden. Ab 1998 häuften sich aber die Mängel, Reparaturen, Begutachtungen durch den Orgelsachverständigen des Ordinariats, Prof. Friedemann Winklhofer, und die Suche nach Lösungen.

Die ersten Aktionen des Kirchenchors und der Ortsvereine zugunsten einer neuen Orgel vor gut zehn Jahren brachten für das Orgelkonto einen ersten Spendenstock in Höhe von knapp 30 000 Euro, dennoch drohte die Sache wieder einzuschlafen. 2017 fiel dann die Entscheidung für eine neue Orgel, nachdem der Orgelsachverständige des Ordinariats festgestellt hatte, dass eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll war. Für ein neues Instrument schlug er die passenden Register und Dispositionen vor und empfahl eine Angebotseinholung für eine neue Orgel bei fünf Orgelbaumeistern. Nach Prüfung der Angebote entschied sich die Kirchenverwaltung für die Vergabe des Auftrags an den Orgelbaumeister Alois Linder aus Nußdorf am Inn. Dies sei keine leichte Entscheidung gewesen und sie sei auch nicht einstimmig gefallen, so der Kirchenpfleger, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die Hälfte der Investitionssumme an Eigenmitteln und Zuschüssen beisammen war. Dies hat sich schnell geändert, als mit mehreren Benefizveranstaltungen von Kirchenchor und Vereinen zugunsten der Orgel hohe Beträge für das »Orgelkonto« erzielt wurden. Die notwendigen Genehmigungen wurden eingeholt, die Bemühungen zur Mittelbeschaffung intensiviert.

Ende Dezember 2019 dann die freudige Überraschung: Orgelbaumeister Alois Linder teilte der Oberteisendorfer Kirchenverwaltung mit, dass der Baubeginn der Orgel aufgrund von Verzögerungen bei einem anderen Projekt schon früher erfolgen kann, als ursprünglich geplant. Im Frühjahr 2020 ging es in die Detailplanung, anschließend wurde mit dem Bau der einzelnen Teile begonnen. Bereits im Juni 2020 kamen erste Fotos von dem Baufortschritt aus der Orgelwerkstatt in Nußdorf nach Oberteisendorf, eine Besichtigung des Arbeitsfortschritts in der Werkstatt war wegen Corona nicht möglich. Nach Ostern 2021 wurden das gesamte alte Orgelwerk und die circa 1000 Orgelpfeifen an einem Tag abgebaut. Die Hälfte der Pfeifen wurden nach Restaurierung in der Werkstatt wieder in die neue Orgel eingebaut. Ende Juli wurden die Orgelteile nach Oberteisendorf geliefert und die Orgel vor Ort zusammengebaut. Sechs Wochen musste sich das neue Instrument akklimatisieren, bevor die Feinabstimmung (in der Fachsprache »Intonation«) jeder einzelnen der 1038 Orgelpfeifen erfolgen konnte. Seit Ende November ist das »Werk« vollendet.

Die Gesamtkosten für das neue Instrument belaufen sich auf rund 235 000 Euro. Dass diese stattliche Summe bis auf einen kleinen Restbetrag bei der Fertigstellung der Orgel bereitstand, grenze an ein kleines Wunder, so Fritzenwenger. Ist es aber nicht, sondern es war die große Spendenbereitschaft von Privatpersonen, Firmen und Vereinen, die knapp 43 Prozent der Summe zusammengebracht haben. Gut 16 Prozent sind Zuschüsse vom Landkreis, dem Kultusministerium, Banken und ähnlichen Einrichtungen, der Rest von 41 Prozent stammt aus Rücklagen der Pfarrei und Zuschüssen der erzbischöflichen Finanzkammer.

Der Festgottesdienst zur Orgelweihe beginnt am Sonntag um 10 Uhr. Für den Gottesdienst gilt die 3G-Regel. Teilnehmen dürfen nur Personen, die geimpft, genesen oder mit einem aktuellen PCR-Test (kein Schnelltest) negativ getestet sind. Beim Betreten der Kirche müssen die entsprechenden Nachweise vorgelegt werden. Für Kinder unter 12 Jahren ist kein Nachweis erforderlich. In der Kirche können dann fast alle Plätze belegt werden, allerdings muss auch während des Gottesdienstes eine FFP2-Maske getragen werden. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernehmen Cäcilia Sommer an der neuen Orgel, die Gesangssolistin Verena Dusch und die Bläsergruppe »Rupertino Brass«. Die Kollekte beim Gottesdienst ist für die Orgel bestimmt.

kon

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