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Nach dem Vermischen mit Schrot schüttete Kreisfachberater Sepp Stein das Saatgut in die »Geig'n« – das Aussaatgerät. Die interessierten Bürger, die bei der Aktion mitmachten, schauten aufmerksam zu. (Foto: Konnert)

Bienenweide und Augenpracht: Marktgemeinde legt drei Blühwiesen an

Teisendorf – Auf drei Flächen wurden von der Gemeinde Teisendorf mit Hilfe von Kreisgartenfachberater Sepp Stein drei Blühwiesen angesät. An der Turnhalle der Grundschule Teisendorf, an der Lindenallee Ecke Sudetenlandstraße und gegenüber dem Kindergarten soll es künftig bunt blühen. Auch Bürger beteiligten sich an der Aussaat. Die Aktion ist Teil des Projekts »Ökologisches Pflegekonzept der kommunalen Grünflächen« der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel, an dem sich auch die Marktgemeinde Teisendorf beteiligt.


An der Turnhalle waren auch Bürgermeister Thomas Gasser sowie Mitarbeiter der Bauverwaltung und des Bauhofs dabei. Die Gemeinde wolle mit dieser Aktion einen Beitrag leisten zum Erhalt und zur Mehrung artenreicher Wiesen und damit der Artenvielfalt insgesamt, erklärte der Rathauschef. Verbunden damit sei die Hoffnung, dass der eine oder andere Bürger auch in seinem Garten einen Platz für solche Blühwiesen findet, und damit den Wildbienen und heimischen Insekten eine Nahrungsquelle bereitstellt.

Die Flächen für die Aussaat waren vom Bauhof vorbereitet worden. Sepp Stein erklärte zunächst den Unterschied zwischen einjährigen und mehrjährigen Blumenwiesen. Einjährige Mischungen brauchen nährstoffreiche, humose Böden und einen sonnigen oder halbschattigen Standort. Sie blühen zwar schöner, haben aber einen geringeren ökologischen Wert, da sie auch nichtheimische Arten enthalten, die für Wildbienen weniger geeignet sind. Die Pfalzen bilden Samen, woraus im nächsten Jahr neue Blumen wachsen. Mehrjährige Mischungen heimischer Arten, die auf mageren Böden ausgesät werden, enthalten hingegen Staudenkräuter, die im Frühjahr wieder austreiben. Die Blüte ist weniger spektakulär, sie bieten aber Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten eine gute Nahrungsgrundlage, erläuterte der Kreisfachberater weiter. Bei richtiger Pflege setzen sich ab dem zweiten Jahr langlebigere Arten wie Margeriten, Salbei oder Schafgarbe durch. 85 Prozent Kies und 15 Prozent Humuserde sind ein idealer Boden für eine mehrjährige Blumenwiese.

Das Saatgut, das Sepp Stein für die mehrjährige Blumenwiese mitgebracht hatte, war vom Landschaftspflegeverband und der Biosphärenregion Berchtesgadener Land auf artenreichen Wiesenflächen gewonnen worden. Mit einem Handsähgerät – der »Geig'n« – oder per Hand wurden die Samen gleichmäßig über die gesamte Fläche ausgestreut. Anschließend wurden das Saatgut leicht eingerecht und gewalzt, um ein Ausschwemmen bei Regen zu vermeiden.

Auf der Fläche an der Lindenallee wurde ein Vergleichsversuch angelegt. An den Rändern wurde die einjährige Blühmischung ausgebracht. Dort wurde auch die mehrjährige Mischung ausgesät auf zwei verschiedenen Böden. Einmal auf einer rund zehn Zentimeter dicken Kiesschicht, einmal wurde der Boden nur umgebrochen. Auf beide Flächen kam jeweils abschnittsweise Saatgut aus dem alpinen sowie aus dem voralpinen Bereich. So sollen den Bürgern die Unterschiede zwischen den Teilflächen gezeigt werden. Die Fläche am Kindergarten wurde schon zuvor von Mitarbeitern des Bauhofs mit einer einjährigen Mischung eingesät. Eine mehrjährige Mischung wird dort ebenfalls noch ausgebracht.

»Auch die Wildheit braucht ihre Pflege«, erklärte Stein. So sei das Mähen ein wichtiges Thema. Der erste Schnitt sollte Mitte bis Ende Juni erfolgen. Während oder nach der Vollblüte der Margeriten, der zweite Schnitt vor dem Winter. Das Mähgut muss unbedingt weggebracht werden, damit die Flächen mager bleiben.

kon

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