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Für dieses mit einem Mehrfamilienhaus bebaute Grundstück in Teisendorf ist eine Einfriedung mit einem Sichtschutzzaun geplant. (Foto: Konnert)

Bau- und Umweltausschuss: Keine Zustimmung zu Sichtschutzzaun

Teisendorf – Einen Antrag zum Bau eines Sichtschutzzauns mit einer Höhe von 1,60 bis 1,80 Meter an einem Grundstück mit Mehrfamilienhaus im Amtmannfeld hat der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt. Das Gremium war einstimmig der Meinung, dass die Genehmigung zu einem Präzedenzfall führen würde, der Folgeanträge nach sich ziehen könnte. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf den Siedlungscharakter im Amtmannfeld durch Veränderung des Gesamterscheinungsbilds. Zudem müsste vor der Erteilung der isolierten Befreiung zu der Maßnahme auch die Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft vorliegen. 


Im Gebiet des Bebauungsplans »Amtmannfeld II, 4. Änderung« sind Zäune mit einer maximalen Höhe von einem Meter festgesetzt. Nach der Bayerischen Bauordnung sind Sichtschutzzäune bis zu zwei Meter verfahrensfrei, eine isolierte Befreiung könnte somit aus rechtlicher Sicht von der Kommune erteilt werden, so die Stellungnahme der Verwaltung.

Johann Rauscher wies darauf hin, dass das Thema Bau hoher Sichtschutzzäune im Gemeindegebiet zunehme. Man wolle sich immer stärker abschotten, eine Tendenz mit eindeutig negativen Folgen für das Gemeindebild. Daher werde er dem Antrag nicht zustimmen.

Dieser Meinung war auch Matthias Spiegelsberg, der den Zaunbau ebenfalls ablehnte. Man habe dieselbe Position auch bei einem ähnlichen Fall in Neukirchen vertreten, erinnerte Bernhard Reitschuh. Daher müsse man auch hier konsequenterweise nein sagen.

»Wenn wir hier eine Ausnahme zulassen, dann wird es kompliziert«, meinte auch zweite Bürgermeisterin Sabrina Stutz. Die Höhenüberschreitung gegenüber den Festsetzungen von maximal einem Meter beobachte man leider auch bei vielen lebenden Zäunen, da viele Hecken nicht zurückgeschnitten würden. Beachten müsse man auch, dass solche hohen, geschlossenen Zäune Auswirkungen auf die Richtung der Schallemissionen haben, so Markus Putzhammer.

Die Verwaltung verwies ihrerseits darauf, dass der geplante Zaunbau auch Auswirkungen auf die Nachbargrundstücke, zum Beispiel in der Beschattung, haben könnte. Die isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans wurde einstimmig verwehrt.

Zugestimmt hat der Ausschuss dagegen dem Bau eines Carports in Neukirchen, Oberwurzen. Er soll rund fünf Meter lang und drei Meter breit werden und außerhalb der festgesetzten Baugrenzen im Bebauungsplan »Neukirchen-Oberwurzen« gebaut werden.

Der Bau von Carports bis zu einer Fläche von 50 Quadratmetern ist verfahrensfrei. Für solche Vorhaben kann die Kommune eine isolierte Befreiung vom Bebauungsplan erteilen. Allerdings wies die Verwaltung darauf hin, dass mit diesem Vorhaben ein Präzedenzfall geschaffen würde, der andere ähnlich Vorhaben nach sich ziehen könnte. Auch diesen müsste dann zugestimmt werden. Da die Ausschussmitglieder es aber für sinnvoll halten, wenn Stellplätze auf dem eigenen Grundstück entstehen, wurde die isolierte Befreiung einstimmig gewährt.

kon

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