»Wir müssen auch in Zukunft gewappnet sein«

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Die Bacheifeldschule bleibt bis Ende Januar geschlossen. Ob sie im Februar wieder geöffnet wird, darüber werden die Politiker im nächsten Corona-Gipfel diskutieren. (Archivfoto: Christian Wechslinger)

Berchtesgadener Land – Alle Schüler müssen am Montag wieder in den Distanzunterricht, die Schulen bleiben bis Ende Januar geschlossen. Das gab Ministerpräsident Markus Söder am Mittwoch bekannt. Schulamtsdirektor Klaus Biersack, zuständig für 27 Grund- und Mittelschulen im Landkreis, wünscht sich eine baldige Rückkehr in den Präsenzunterricht – auch wenn der Digitalunterricht im Landkreis Fortschritte macht.


Laut Biersack hat sich das digitale Lehrangebot im Vergleich zum ersten Lockdown verbessert. »Die Digitalisierung an den Schulen ist ein laufender Prozess«, erklärt Biersack. Zu dieser Entwicklung trage auch ein Digitalisierungsberater für die Schulen im Landkreis bei. Zuletzt habe er eine Fortbildung für die Lehrer veranstaltet, das Angebot sei rege angenommen worden. »Wir müssen auch in Zukunft gewappnet sein.«

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Dennoch gebe es Verbesserungsbedarf beim Distanzunterricht. Die Lernplattform Mebis sei immer wieder überlastet. Auch die Schulen im Landkreis seien davon betroffen. Das Problem: Viele Schüler melden sich am Morgen gleichzeitig an, weshalb das System abstürzt. Daher sind nach Angaben des Kultusministeriums nun zusätzliche Speicher- und Serverkapazitäten eingerichtet worden. »Der Server wurde über die Weihnachtsferien ertüchtigt. Die Verantwortlichen haben auch einen Stresstest auf der Plattform gemacht«, so der Schulamtsdirektor.

Zusätzlich sollten die Anmeldezeiten für die Klassen entzerrt werden, um eine abrupte Systemüberlastung zu vermeiden. »Mebis wird auch künftig nicht immer reibungslos ablaufen. Trotzdem ist die Plattform wunderbar«, sagt Biersack.

Mebis stelle die sicherste Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern dar. Dort könne man Fotos, Videos und weitere Unterrichtsmaterialien herunterladen, ohne die Urheberrechte zu verletzen.

Sollte die Plattform überlastet sein, können Lehrer und Schüler auf Anwendungen wie Zoom oder Microsoft Teams ausweichen. Allerdings funktioniere dies nur in den höheren Jahrgangsstufen, da die Schüler weitgehend selbstständig arbeiten können.

»Die Digitallehre kann aber keine Präsenzveranstaltung ersetzen. Der Distanzunterricht kann noch so gut aufbereitet sein. Das Wissen wird durch den Präsenzunterricht am besten vermittelt«, betont Biersack. Daher würde es der Schulamtsdirektor begrüßen, wenn der vom Kultusministerium erarbeitete Dreistufenplan im Februar zum Einsatz käme. Der Plan sieht sukzessive Schulöffnungen vor, sofern es das Infektionsgeschehen erlaubt.

In Stufe eins sollten zunächst die Schüler der Klassen 1 bis 6 wieder in die Schule gehen. Gerade Grundschüler würden laut Biersack den Präsenzunterricht benötigen. Erst- und Zweitklässler lernen zu dieser Zeit das Lesen und Schreiben: »Hierfür braucht man einen Lehrer als direkten Ansprechpartner, der umgehend auf die Schüler zugehen kann, wenn einer Schwierigkeiten hat.«

In Stufe zwei sollen Schüler ab der 7. Klasse in den Wechselunterricht gehen. Erst die dritte Stufe sieht die vollständige Rückkehr eines Präsenzunterrichts für alle Schüler vor. Ob dieser Dreistufenplan tatsächlich zum Einsatz kommt, darüber wird im nächsten Corona-Gipfel diskutiert. Biersack wünscht sich jedenfalls, dass der Plan umgesetzt wird: »Ich hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität.«

Patrick Vietze

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