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Seit eineinviertel Jahren ist auf dem Grundstück der »Villa Schön« nichts passiert. Die Sache liegt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Wann dort entschieden wird, ist ungewiss. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Berchtesgaden – Wie geht es mit der »Villa Schön« weiter? Das weiß Jan Brielmann von der Harlander Baumanagement GmbH mit Sitz in Berchtesgaden nicht. Die Villa sollte ursprünglich abgerissen und auf deren Grund Mehrfamilienhäuser errichtet werden. »Derzeit ist die Streitsache beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof anhängig«, bestätigt ein Sprecher des Bayerischen Verwaltungsgerichts München auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«. Beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof heißt es wiederum, es sei derzeit noch nicht absehbar, wann eine Entscheidung in dem Verfahren getroffen wird.


Das Verwaltungsgericht hatte mit Urteil vom 16. Juli 2019 wie berichtet einer Klage des Bund Naturschutzes stattgegeben und die vom Landratsamt erteilte Genehmigung zum Bau von Mehrfamilienhäusern und zum Abriss der bestehenden »Villa Schön« aufgehoben. »Wir würden gerne weitermachen«, sagt Brielmann. Doch bis es so weit ist, wird es nun vermutlich noch länger dauern. Die Erste Kammer des Verwaltungsgerichts war nach einem Lokalaugenschein Mitte 2019 zum Ergebnis gekommen, dass das Grundstück dem Außenbereich zuzuordnen ist. Das Landratsamt war in seiner Baugenehmigung dagegen von einem Innenbereich ausgegangen, »der von der gesetzlichen Systematik her eine Bebauung als Regelfall vorsieht«, so der Sprecher des Verwaltungsgerichts. Eine Bebauung im Außenbereich soll laut Gesetz die Ausnahme bleiben und unterliegt daher deutlich höheren gesetzlichen Hürden. In der Regel macht eine solche zusätzliche fachrechtliche Prüfungen erforderlich.

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Da das Landratsamt in Bad Reichenhall aufgrund seiner Annahme als Innenbereich diese zusätzlichen Anforderungen für eine Bebauung des Außenbereichs nicht geprüft hatte, hat das Gericht die Sache nun zur weiteren Sachaufklärung an das Landratsamt zurückverwiesen. Das bedeutet: »In einem nächsten Schritt müsste das Landratsamt diese Prüfung unter anderem naturschutzrechtlicher Belange nachholen«, so das Verwaltungsgericht. Die Pflicht bestehe aber erst, sobald das Urteil des Verwaltungsgerichts München rechtskräftig ist, also das Rechtsmittel vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof keinen Erfolg hat. Kilian Pfeiffer

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