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Die Teilnehmer befassten sich mit großflächigen Unwetterereignissen. (Foto: Kreisfeuerwehr BGL)

Vorbereitung auf Unwetterextreme: Schulung für die Feuerwehren im Berchtesgadener Land

Berchtesgadener Land – Die Kreisbrandinspektion hat eine Schulung für die Feuerwehren organisiert, die sich mit dem Führungsvorgang und der Einsatzplanung bei großflächigen Unwetterereignissen befassen sollte. An drei aufeinanderfolgenden Tagen wurden Kommandanten und Führungsgehilfen der Landkreisfeuerwehren an den drei Abschnittsführungsstellen in Ainring, Bad Reichenhall und Berchtesgaden geschult und zum Erfahrungsaustausch gebeten.


Kreisbrandrat Josef Kaltner informierte über die verschiedenen Einsatzwerte von Baumaschinen, die insbesondere bei Unwetterlagen wertvolle Dienste leisten können. Zudem stellte er Hintergrundinformationen zum taktischen Vorgehen bei der Deichverteidigung und zu den verborgenen Gefahren beim Auspumpen von vollgelaufenen Kellern dar. Welches Thema künftig besonders beachtet werden muss, ist der »Auftrieb« von leeren Kellern mit einem darauf befindlichen Gebäude in Leichtbauweise bei gleichzeitig geländehohem Grundwasserstand.

Kreisbrandinspektor Stefan Ufertinger ist hauptberuflich beim Wasserwirtschaftsamt tätig. Gemeinsam mit den Führungskräften der Feuerwehren hat er die Schnittstellen zwischen Behörde und Feuerwehr erläutert. Dabei konnten Hintergrundinformationen zu Alarmierungs- und Kommunikationswegen sowie zu den Unterstützungsmöglichkeiten des Wasserwirtschaftsamtes gegeben werden.

Kreisbrandinspektor Anton Brandner stellte heraus, wie wichtig die kommunale Führungsebene bei großflächigen Schadensereignissen ist. Regelmäßige Lagemeldungen aus den Kommunen sind entscheidend für die Arbeit der Führungsstäbe auf Abschnitts- und Landkreisebene. Diese Stäbe leisten zwar wertvolle Unterstützung, indem sie zusätzliche Einsatzmittel zuführen. Koordiniert und eingewiesen werden die überörtlichen Kräfte dann aber auf der kommunalen Ebene. Die Priorisierung von Einsätzen und das Treffen wichtiger Entscheidungen sind weitere Aufgaben, auf die sich die Städte und Gemeinden bei Extremwetterereignissen vorbereiten müssen. Die Anordnung und Durchführung von Evakuierungen wurde beispielhaft angeführt, um die Bedeutung einer gemeinsamen Einsatzleitung durch Feuerwehr sowie Politik und Verwaltung auf kommunaler Ebene zu veranschaulichen. Abgerundet wurde der Ausbildungsteil durch Praxistipps für die Bereiche Führung, Disposition und Führungsunterstützung.

Um den Informationsfluss von der betroffenen Kommune über die Abschnittsführungsstelle bis zur Katastrophenschutzbehörde im Landratsamt zu gewährleisten, sind einheitliche Wege notwendig. Diese Wege sind vorab definiert und werden durch einheitliche Formulare unterstützt. Kreisbrandmeister Michael Brandl stellte den Schulungsteilnehmern den Formularsatz vor. Brandl sensibilisierte die Teilnehmer dabei vor allem auf konkrete Angaben der Material- oder Personalanforderungen sowie die prägnante Darstellung von Einsatzschwerpunkten der regelmäßig zu übermittelnden Lagemeldung.

Bereits im Jahr 2016 wurde in Zusammenarbeit zwischen Kreisbrandinspektion und Landratsamt eine Führungsstruktur für Flächenlagen im Landkreis Berchtesgadener Land festgelegt. Zwischenzeitlich hat sich das System der Abschnittsführungsstellen bei mehreren Einsätzen bestens bewährt und wurde bereits auch von anderen Landkreisen umgesetzt.

Der Landkreis Berchtesgadener Land war in den vergangenen Jahren regelmäßig von Unwetterereignissen betroffen. Für die Feuerwehren bedeuten Unwetterlagen immer Schwerstarbeit. Neben dem Einsatz einer Vielzahl von Helfern ist auch im Hintergrund zielgerichtete Führungsarbeit gefordert. Jedes Ereignis wird dabei zum Anlass genommen, die Vorplanungen im Nachgang zu optimieren. fb

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