Unterricht trotz Selbsttest-Verweigerung

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Schulamtsleiter Klaus Biersack befürwortet die künftigen Schnelltest-Maßnahmen. (Archivfoto: Pfeiffer)

Berchtesgadener Land – Selbst durchgeführte Schnelltests in Schulen sollen die Sache richten, wenn ab voraussichtlich Montag, 19. April, im Berchtesgadener Land wieder im Präsenzunterricht beschult wird. Mehrere Eltern haben in sozialen Medien angekündigt, die Tests an ihren Kindern zu verweigern. Die notwendige Einverständniserklärung wollen sie nicht unterzeichnen. »Die Schulen können nicht Präsenz- und Distanzunterricht gleichzeitig anbieten«, erklärt Schulamtsleiter Klaus Biersack dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Eine Teilnahme am Unterricht ist aber dennoch möglich.


Nach den Osterferien beginnt wieder die Schule, zunächst im Distanzunterricht. Der Präsenzunterricht wird im Berchtesgadener Land wie berichtet wegen der Überschreitung der 100er-Inzidenzmarke um eine Woche nach hinten verschoben.

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Schüler und Lehrer müssen sich in Zukunft zweimal pro Woche auf Corona testen lassen. Damit soll garantiert werden, dass virusinfizierte Kinder und Lehrer schnell erkannt werden. »Für Schüler gilt eine zweimal wöchentliche Testpflicht an der Schule als Voraussetzung für eine Teilnahme am Präsenzunterricht«, so Schulamtsleiter Klaus Biersack. Im Landkreis sind es Selbsttests der Firmen Siemens und Roche, die zur Anwendung kommen.

Wie berichtet, wurden bereits 81 840 Tests geliefert, die für Schulen und Kitas zur Verfügung stehen und bis Ende April ausreichen sollen. Danach wird vom Freistaat eine erneute Zuweisung erfolgen. »Die Durchführung der Selbsttests obliegt den einzelnen Schülern«, so der Schulamtsleiter.

Auf der Homepage des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus gibt es ein Video, das die Anwendung erklärt. Unabhängig von den Selbsttests bestehen weitere Möglichkeiten, wie Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen können: Die Voraussetzung dafür ist ein PCR-Test im Vorfeld oder ein Schnelltest, etwa in einer Apotheke: »Dann kommen die Schüler mit der Bestätigung in die Schule«, erläutert Biersack.

Einige Eltern im Landkreis haben bereits angekündigt, ihre Kinder nicht testen lassen zu wollen. Die notwendigen Unterschriften für die Einverständniserklärung, die Eltern unterzeichnen müssten, verweigern sie, wie aus einem Eltern-Chat auf WhatsApp hervorgeht, der der Zeitung bekannt ist. Nicht jeder zeigt für die ablehnende Haltung Verständnis.

Biersack ist überzeugt: »In einer pluralistischen Gesellschaft gibt es unterschiedliche Meinungen und Ansichten. Ich selbst befürworte die künftige Maßnahme, weil damit Präsenzunterricht möglich wird.«

Allerdings: Wenn Eltern die Tests verweigern, können Kinder nicht beim Präsenzunterricht mitmachen. Möglichkeiten wird es aber auch dann geben, weiß der Schulamtsleiter: »Die Schulen können Präsenz- und Distanzunterricht nicht gleichzeitig anbieten.« Allerdings würden Schulen alle Unterrichtsmaterialien und Wochenpläne an die zu Hause gebliebenen Schüler in solchen Fällen weiterleiten. Die Kinder und Jugendlichen müssten die gestellten Aufgaben dann daheim erledigen.

Kilian Pfeiffer

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